Marken und das Vertrauen, das Verbraucher ihnen entgegen bringen, spielen beim Einkauf und der Wahl des Produkts immer noch eine wesentliche Rolle. Nach den Ergebnissen der Studie "Trusted Brands" von Reader's Digest haben Produkt- und Servicequalität der Marken für 73 Prozent der Verbraucher eine große Bedeutung. Dabei zeige sich, dass viele Unternehmen dieses Vertrauen über viele Jahre aufgebaut hätten, doch es gebe auch gute Chancen für Marktneulinge, sich in kurzer Zeit ein gutes Image aufzubauen. Ein klarer Fingerzeig, wo und wie die Unternehmen für die Zeit, wenn Pandemie und Krieg endlich vorbei sind, für eine gute Zukunft aktiv werden sollten.

///// HANDEL NATIONAL
Beschäftigtenzahlen im Handel stabil
Der Arbeitsmarkt im Einzelhandel hat sich während der Pandemie als robust erwiesen. Mit 3,1 Millionen Beschäftigten sei die Zahl am 30. September 2021 um 39.000 Stellen höher gewesen als zwei Jahre zuvor, meldet der HDE, bezugnehmend auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Mehr als die Hälfte von ihnen seien Vollzeitstellen gewesen. Dies zeige, "wie verlässlich die Branche als einer der größten Arbeitgeber in Deutschland ist", erklärt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Dabei sei aber eine endgültige Bewertung nur schwierig, da es auch eine hohe Rate an Kurzarbeit gegeben habe. "Für weite Teile des Einzelhandels ist die schwierige Zeit längst noch nicht vorbei." Das Ifo Institut sieht im Handel derzeit aber nur eine geringe Einstellungsbereitschaft. In der Gesamtwirtschaft sei die Bereitschaft dagegen von 102,1 auf 102,8 Punkte angestiegen.

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Alibaba schaut über die Emissionen der Scopes 1, 2 und 3 hinaus
Angesichts des Klimawandels haben Führungskräfte weltweit die Pflicht, Verantwortung zu übernehmen und Führungsstärke zu zeigen. Als Vorreiter hat Alibaba das Konzept „Scope 3+“ eingeführt, welches die digitalen Plattformen von Alibaba nutzt. Dieses soll nachhaltige Produkte, Dienstleistungen und umweltfreundliches Verhalten von sämtlichen Beteiligten im Ökosystem sowie neue Technologie- und Geschäftsmodellinnovationen anregen und bis 2035 eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 1,5 Milliarden Tonnen ermöglichen. Mehr

Hermes baut das Netzwerk aus
Mit einem neuen Standort will die Hermes Fulfilment Gruppe ihr Logistik-Netzwerk weiter vergrößern. Das neue Versandzentrum ist im polnischen Ilowa geplant, die Grundsteinlegung erfolgte diese Woche. Der Komplex mit insgesamt neun Hallen soll auf ein kleinvolumiges Sortiment ausgerichtet werden, Partner ist die Otto Group mit den Marken Otto und Mytoys. Der Logistikkonzern will damit auch eine Belieferung der Kunden am Tag nach der Bestellung ermöglichen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2023 geplant. Im ersten Quartal 2024 sollen Umbau und Erweiterung des Standorts im hessischen Gernsheim, die im laufenden Betrieb erfolgen, abgeschlossen werden. Dort soll die Kapazität von 25 Millionen Artikeln pro Jahr auf 70 Millionen ansteigen.

Die Baur-Gruppe knackt die Umsatzmilliarde
Baur hat es geschafft, im vergangenen Geschäftsjahr hat die Unternehmensgruppe mit einem Umsatz von 1,001 Milliarden Euro die Milliardenhürde übersprungen. Das Plus von acht Prozent führt die Tochter der Otto Group maßgeblich auf den Online-Handel zurück. Der Anstieg von 19 Prozent bedeutet aber eine Verlangsamung gegenüber dem Vorjahr, damals lag er bei 22 Prozent. Die rund 140 Millionen Besucher von Baur.de tätigten knapp vier Millionen Bestellungen, an der Spitze hat nach Unternehmensangaben der Komplex "Home" mit einem Umsatzanteil von 40 Prozent gelegen. Im Juni erfolgt der Umstieg auf den ausschließlichen Online-Handel, denn der Versandhändler will sich nach knapp 100 Jahren aus dem Kataloggeschäft verabschieden, dann wird letztmalig ein Katalog verschickt.


///// HANDEL INTERNATIONAL

P&O nimmt den Fährbetrieb wieder auf
Ein Schiff von P&O Ferries hat am Dienstag erstmals wieder die Strecke zwischen Dover und Calais befahren, nachdem das Unternehmen Mitte März knapp 800 Mitarbeiter entlassen hatte. Auf der ersten Überfahrt wurde ausschließlich Fracht transportiert, Passagierdienste sollen Anfang nächster Woche wieder starten, berichtet The Guardian. Nach Aussage des britischen Transportministers Grant Shapps müsse P&O den CEO Peter Hebblethwaite entlassen, Mindestlohn an die Crews zahlen und insgesamt elf Millionen Britische Pfund staatlichen Urlaubsgelds zurückzahlen. Es sei aber nicht mit den vor der Regierung angekündigten Strafzahlungen zu rechnen, prognostiziert die britische Zeitung. Die Gewerkschaften fordern ein Einschreiten der Regierung und die Übernahme der operativen Dienste aller P&O-Schiffe.

Sanders fordert Ende von Regierungsaufträgen für Amazon
Bernie Sanders, US-Senator für die Demokratische Partei, fordert ein Ende von Aufträgen der US-Regierung an Amazon. Der linke Politiker, der bei den vergangenen zwei US-Wahlen Kandidat der Demokraten werden wollte, begründet diese Forderung mit der gegen Gewerkschaften gerichteten Unternehmenspolitik von Amazon, schreibt Business Insider. Sanders wünsche sich auch eine Kündigung der bestehenden Verträge. Sanders richtete sich mit seinen Forderungen an seinen Parteikollegen, US-Präsident Joe Biden. Dieser müsse nun handeln und die Gewerkschaften und die Arbeitnehmer unterstützen. Sanders werfe Amazon illegales, gewerkschaftsfeindliches Vorgehen vor. Es müsse verhindert werden, dass Amazon weiterhin das Gesetz breche und die Rechte seiner Mitarbeiter verletze.

Zubale will nach Brasilien und Chile expandieren
Das mexikanische Start-up Zubale will seine Dienste nun auch in weiteren Ländern in Südamerika anbieten. Zubale verbindet mit seiner Online-Plattform Arbeitssuchende oder geringfügig Beschäftigte mit Unternehmen, die kurzfristig Mitarbeiter für Logistik oder Lieferdienste für Einzelaufträge suchen. Die Vergütung erfolgt dann pro Auftrag, einem Gig. Nun will Zubale im informellen Arbeitsmarkt der Gig Economy in Folge einer Kapitalspritze in Höhe von 40 Millionen US-Dollar auch in Brasilien und Chile tätig werden, meldet Reuters. Bislang ist das Unternehmen mit seinen mobilen Diensten bereits in Kolumbien, Costa Rica und Peru tätig.


///// TRENDS & TECH

Einbruch des DIW-Konjunkturbarometers
Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat im April einen kräftigen Schlag erhalten. Nach einem Wert von 100,9 im ersten Quartal zeigt es für den April nur noch 86,1 an, der neutrale Wert liegt bei 100. Die Wirtschaftsforscher führen den Einbruch auf den Krieg, die Inflation und die Lockdowns in China zurück. Sie rechnen für das zweite Quartal "bestenfalls mit einem geringen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts", die Risiken für die deutsche Wirtschaft seien enorm. Als Risiken werden eine Eskalation des Krieges und eine Verschlechterung der Energieversorgung genannt. Eine ähnlich schlechte Prognose kommt auch von der Bundesregierung. Wirtschaftsminister Robert Habeck rechnet nur noch mit einem Wachstum von 2,2 Prozent, 1,4 Prozentpunkte weniger als im Januar. Die erwartete Inflationsrate für 2022 setzt Habeck bei 6,1 Prozent an.

Historisches Tief für das GfK-Konsumklima
Die Konjunktur- und Einkommenserwartungen in Deutschland sind weiter rückläufig. Das GfK erwartet für das Konsumklima im Mai einen Wert von -26,5 Punkten, ein historisches Tief. Im April hatte der Wert bei -15,7 Punkten gelegen. Neben Krieg und hoher Inflation nennen die Marktforscher auch einen spürbaren Anstieg der Sparneigung als Einflussfaktor. Der Trend nach unten zeigt sich auch bei den Einkommenserwartungen mit einem Wert von -31,3 Punkten, 9,2 Punkte unter der Rate aus dem März. Die Anschaffungsneigung weist mit -10,6 Punkten den niedrigsten Wert seit Oktober 2008 auf und hat sich seit März um 8,5 Punkte verschlechtert.

Interesse am Shopping im Auto wächst
Die Zahl der Menschen, die ihren Einkauf gerne während der Autofahrt erledigen möchten, erreicht einen markanten Wert. Nach einer neuen Studie von IFH Köln und BBE Automotive interessiere sich ein Drittel der Befragten für eine solche Möglichkeit. "In-Car-Commerce" biete ein Potenzial, denn die Befragten seien im Durchschnitt 45 Minuten pro Tag im Auto unterwegs. Nun gehe es darum, wer die technischen Anwendungen entwickelt, die Autoproduzenten oder aber die Internetkonzerne. Beliebt sei der Einkauf über das Fahrzeugdisplay, 32 Prozent könnten sich einen solchen Einkauf vorstellen, aber auch Sprachsteuerung werde positiv eingestuft. Hier liege Amazon mit den Sprachassistenten Alexa oder Echo auf einer guten Position. Rund 30 Prozent interessierten sich für den Einkauf von Lebensmitteln im Auto.


///// NACHHALTIGKEIT

Erste Fördermittel im Nachhaltigkeitsprogramm für Start-ups vergeben
Das von Amazon und dem European Institute of Innovation and Technology (EIT) Climate-KIC im Januar ausgeschriebene Nachhaltigkeitsprogramm Amazon Launchpad Sustainability Accelerators (das Morning Briefing berichtete) hat die ersten Fördergelder verteilt. Die Unternehmen erhalten Unterstützung in Form einer Anschub-Förderung, AWS-Activate-Credits und Werbe-Gutscheinen von Amazon Advertising in einem Gesamtwert von rund 30.000 Britischen Pfund. Sie haben freien Zugang zum Amazon Launchpad für ein Jahr und schließen ein Climate Impact Assessment ab. Von den rund 1.200 Bewerbern wurden nun die ersten zwölf Start-ups ausgewählt, schreibt Channel X. Acht von ihnen kommen aus Großbritannien, jeweils eins aus Belgien und Irland, aus Deutschland gehören Adrop und Baybies dazu.