Seit gestern Nacht bombardiert Russland die Ukraine. Betroffen davon ist auch die Hafenstadt Odessa, wo das wichtigste Frachtterminal steht. Es gehört zur Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Der Betrieb wurde von den ukrainischen Behörden bereits geschlossen, 480 Mitarbeiter erhielten ein Monatsgehalt als Vorauszahlung, alle Schiffe sind ausgelaufen. Die HHLA, an der die Stadt Hamburg 69 Prozent hält, könnte zu den Verlierern der Ukrainekrise gehören, spekuliert bereits die Wirtschaftswoche, denn das Russlandgeschäft sei für den Hamburger Hafen wichtig. 

///// HANDEL NATIONAL
Karla-App will punktgenaue Paketzustellung ermöglichen
Das Berliner Start-up Karla kündigt an, in diesem Jahr eine App auf den Markt zu bringen, die Verbraucher, Online-Händler und Lieferanten verbindet und so punktgenaue Paketzustellung möglich machen will. Im Rahmen einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde sammelte das Unternehmen von Mitgründer Frederik Schröder gerade 3,4 Mio. Euro ein. Wie revolutionär die App sein wird, bleibt abzuwarten, bieten doch zahlreiche Logistikunternehmen wie DHL bereits komfortable Tracking-Lösungen an.  

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Sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket für die Retail Tech Konferenz am 18. März 2022 der Universität St. Gallen.
An der Retail Tech Konferenz der Universität St. Gallen werfen Handels- und Tech-Unternehmen. wie Google, Facebook, Amazon Web Services, SAP, Microsoft, TikTok, Salesforce, IBM, Klarna, Douglas, On und Valora einen Blick in die digitale Zukunft des Handels. Sichern Sie sich jetzt die letzten Tickets für den 18.März 2022 und profitieren Sie von neuen Impulsen für den Handel.

Uber Eats wächst in Deutschland
Die Lebensmittelzeitung berichtet über die Expansion des US-Lieferdienst Uber Eats in Deutschland. Demnach werden jetzt auch Kunden in Mainz, Wiesbaden, Duisburg und Bochum beliefert. Uber Eats ist vor neun Monaten in Berlin gestartet und beliefert derzeit bereits in 14 deutschen Städten aktiv.

Erklär-Stück über Amazon
Die F.A.Z. hat ein Erklär-Stück über die Funktionsweise von Amazon veröffentlicht. Hinter den Kulissen tobe ein Kampf um Marktanteile. Bei vielen Händlern gehe es gar nicht um den Kunden, wichtig seien vielmehr die Geschäftsmodelle. Lesenswert. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Digitalisierung macht Brief unwirtschaftlich
In der Schweiz bereitet sich die Post auf die Zukunft vor und überdenkt den Grundversorgungsanspruch der Bevölkerung. Der Vorschlag einer unabhängigen Expertenkommission sieht vor, der täglichen, schnellen Paketzustellung Vorrang vor der täglichen Briefzustellung zu geben und bis 2030 auch die sechsmal wöchentliche Tageszeitungslieferung zu reduzieren. Briefe werden dann nur noch an drei Wochentagen und innerhalb von drei Tagen nach Abgabe zugestellt. Sollte die Anpassung nicht erfolgen, drohe der Post ein hoher dreistelliger Millionenbetrag. 

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Zertifizierung "Omni-Channel-Manager"
An der Universität St.Gallen (Schweiz) startet am 23. Mai das vierte Omni-Channel-Management-Seminar. Absolventen werden zu zertifizierten (CAS) Omni-Channel-Managern. Zusammen mit Dozierenden (Universität St.Gallen, Universität Groningen, HEC Paris, Henley Business School) und namenhaften Praxisreferenten lernen Omni-Channel-Manager in sechs dreitätigen Modulen verteilt über zwölf Monate für Ihr Unternehmen die neusten Entwicklungen und Trends und profitieren von etablierten Tools zum Omni-Channel-Management in der Praxis. Profitieren Sie von diesem etablierten Praxisseminar und lösen Sie die Omni-Channel-Herausforderungen für Ihr Unternehmen.

Barclay Street erobert China
Das britische Luxus-E-Commerce Unternehmen Barclay Street hat eine Partnerschaft mit JD Worldwide geschlossen, um seine über 100 britischen und europäischen Luxusmarken in einem Flagship-Store auf den chinesischen Markt zu bringen. JD Worldwide stellt dafür maßgeschneiderte Lösungen für Produktauswahl, Marketing, Logistik, Lagerhaltung etc. zur Verfügung.

Alibaba meldet starken Gewinnrückgang
Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba gab gestern einen Gewinnrückgang von 74 Prozent für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2021 bekannt. Dies ist der dritte Quartalsrückgang in Folge. Der Nettogewinn lag bei 20,43 Milliarden Yuan (3,2 Mrd. US-Dollar). Alibaba begründet den starken Rückgang mit einem "komplexen und volatiles Marktumfeld". Auch das Umsatzwachstum hat sich verlangsamt und stieg im Berichtszeitraum lediglich um 10 Prozent auf 242,6 Mrd. Yuan. Laut Bloomberg Financial News ist dies der kleinste prozentuale Anstieg seit dem Börsengang im Jahr 2014.


///// TRENDS & TECH

Fabric ist neustes Unicorn im Großraum Seattle
Die US-Software-Schmiede Fabric aus Seattle im US-Bundesstaat Washington hat eine Finanzierungsrunde der Serie C in Höhe von 140 Mio. US-Dollar abgeschlossen und erfreut sich einer Bewertung von etwa 1,5 Mrd. US-Dollar, was sie zum 18. Unicorn in der Region macht. Fabric ist im Privatbesitz von mehreren ehemalige Amazon-Führungskräften und bietet Software, APIs und andere Technologien an, die von Einzelhändlern und B2B-Marken für Aspekte des Online-Handels genutzt werden, darunter Preisgestaltung/Werbung, Bestandsverwaltung, digitale Schaufenster und Zahlungen/Kasse.

Briten lieben Abo-Boxen
Einer Analyse der Software-Schmiede Whistl zufolge beziehen 82 Prozent der britischen Haushalte inzwischen Abo-Boxen - ein deutlicher Anstieg gegenüber 65 Prozent im Vorjahr. Damit sei dieser Markt jährlich 395 Mio. britische Pfund wert und könne bis zum Jahr 2025 auf 1,8 Mrd. Pfund steigen. Derzeit gibt jeder Haushalt monatlich 52 Pfund für die Boxen aus bei einer Verweildauer von bis zu neun Monaten. 

"Prosumer"-Plattform gestartet
Werden Konsumenten in Zukunft zu Produzenten und wollen Waren und Dienstleistungen selbst herstellen? Dieser Frage geht eine neue Plattform nach, die vom Modehändler Slam Jam und der Bekleidungsmarke Rayon Vert gestartet wurde. Sie heißt „W3W – The Wisdom of the Third Wave” und soll die Grenzen zwischen fertigen Produkten und DIY-Ansätzen ausloten. Rayon Vert bekennt sich auf seiner Webseite bereits dazu, die Eigenproduktion zu unterstützen. 

///// NACHHALTIGKEIT

Wie sich die Modebranche "grün wäscht"
Um aufzuzeigen, wie groß das Problem der Modebranche beim Greenwashing ist, hat die Changing Markets Foundation eine futuristisch angehauchte Webseite Greenwash.com freigeschaltet. Kleidungsstücke von über zwanzig Modemarken, darunter Gucci, M&S, Zalando, Adidas, H&M und Boohoo, werden auf Bestandteile und Nachhaltigkeit analysiert und beschrieben. Ernüchternd. 

Start-up Dankeee: Spenden statt Feilschen
Die Start-up-Gründer Stefan Maly und Jonas Möslein wollen dem "Social Shopping" ganz neue Bedeutung geben - und auf ihrem Online-Marktplatz Dankeee Konsum mit sozialer Verantwortung verbinden. Jeder gekaufte/verkaufte Artikel generiert einen von den Nutzern frei gewählten Spendenbeitrag an eine gemeinnützige Organisation. Wie das genau funktioniert, erklärt Co-Gründer Maly im Etailment-Interview.