Es vergeht kaum eine Stunde ohne eine Meldung über den Rückzug eines Unternehmens aus Russland. Es sind nur wenige, die verbleiben und es werden immer weniger. Die Ausstiege und die Sanktionen zeigen Wirkung, wenn auch in unterschiedlichen Ausmaßen. Viele Kunden stehen in den Supermärkten vor leeren Regalen, Geldtransfers sind nur schwierig bis gar nicht mehr möglich. Doch in der Regierung des Kriegstreibers Putin glauben immer noch einige, wie Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow, dass alles nur an Problemen in den Lieferketten und der Logistik liege und die Handelsketten bald wieder zurückkehren.

///// HANDEL NATIONAL
H&M startet einen Online-Marktplatz
"H&M with friends", unter diesen Namen hat H&M den Start eines Online-Marktplatzes gestellt. Die Bekleidungskette wolle den Kunden durch die Öffnung der Webseite für externe Marken "den Mehrwert bieten, dass sie in unserem Onlineshop bleiben und dennoch weitere Marken shoppen können", gibt das Unternehmen nach einem Bericht der Textilwirtschaft an. Das Angebot umfasse zum Start bei der Damenmode 15 Marken, bei den Marken der Herrenbekleidung liege es bei 13 Marken. Der Versand erfolge separat von den eigenen Produkten, die Kunden hätten beim Check-out die Wahl aus unterschiedlichen Versandoptionen.

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Starker Anstieg der Großhandelspreise im Februar gegenüber 2021
Die Großhandelspreise haben nach den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts im Februar einen kräftigen Schub erlebt. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Verkaufspreise um 16,6 Prozent angestiegen, der Zuwachs im Vergleich zum Januar 2022 lag bei 1,7 Prozent. Dabei seien die Auswirkungen durch den Ukraine-Krieg noch nicht erfasst, meldet die Behörde. Im vergangenen Jahr hatte der Großhandel beim Umsatz ein Plus von 2,1 Prozent im Vergleich zum bislang umsatzstärksten Jahr 2020 erreicht.

Rewe verabschiedet sich von Durst.de
Die Zusammenarbeit hatte nur eine kurze Lebensdauer. 2020 war Rewe beim Getränkeanbieter Durststrecke, dem Betreiber von Durst.de eingestiegen, nun folgt der Ausstieg. Nach einem Bericht der Lebensmittelzeitung lag der Anteil an der Plattform bei 36,6 Prozent, weitere zehn Prozent gehörten der mit Rewe verbundenen Für-Sie-Gruppe. Hauptanteilseigner mit mehr als 96 Prozent sei nun die GFGH Direkt Beteiligungs GmbH, ein Joint Venture von insgesamt vier Getränkegroßhändlern. Rewe seinerseits wolle Geschäftsmodelle mit einer starken Marktposition nach Unternehmensangaben weiter ausbauen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Strengere Online-Sicherheitsregeln in Großbritannien
In Großbritannien gelten für den Online-Handel durch die Strong Customer Authentication (SCA) neue Sicherheitsregeln. Kunden müssen sich laut Internet Retailing jetzt bei jedem Einkauf ausweisen. Möglich seien dafür drei Verfahren, von denen immer mindestens zwei erfüllt werden müssten. Dazu gehörten die Ausweisung mit Fingerabdrücken oder Gesichtserkennung, ein Passwort oder ein Code sowie ein Smartphone. Darüber müsse dann die Bestätigung eines zugesandten Codes erfolgen. Mit den neuen Verfahren solle der Online-Betrug verringert werden, er hatte 2020 ein Volumen von 376 Millionen Britische Pfund erreicht. Nach einer Untersuchung des Bezahlungsspezialisten Adyen UK hätten 44 Prozent des Handels die erforderlichen Regularien noch nicht umgesetzt.

Viel Bewegung im Online-Lebensmittelhandel in Indonesien
In Indonesien gibt es einen neuen Mitspieler im Online-Lebensmittelhandel. Nach einem Bericht von Tech in Asia steigt auch die Plattform Traveloka, die bislang überwiegend in der Reisebranche tätig ist, ein. Über die neue Marke Mart liege der Schwerpunkt bei Frischwaren, Tiefkühlprodukten und Dorgerieartikeln. Mart kooperiere mit diversen Lebensmittelmärkten in Jakarta und werde auf der App von Traveloka verfügbar sein. Der elektronische Lebensmittelhandel in Indonesien wachse seit Corona, nach den etablierten Marken Sayurbox und Happy Fresh kämen nun auch Unicorns wie Bukalapak mit einem Joint Venture mit der Lebensmittelkette Trans Retail dazu. Ihren Start hätten außerdem Blibli und Go To angekündigt.

Just Eat und Gorillas kooperieren in Spanien
Just Eat Takeaway hat in Spanien einen neuen Partner gefunden. Zum Start der Kooperation mit Gorillas könnten die bestellten Waren von 14 Kaufhäusern in Madrid, Barcelona, Valencia und Alicante über Kuriere von Gorillas ausgeliefert werden, meldet die Lebensmittelzeitung. Geplant sei die Erweiterung um mehr als 250 kleinere Supermärkte in Madrid und Barcelona. Neben Lebensmitteln sollen in Zukunft auch Drogerieartikel angeboten werden. Die Lieferando-Mutter Just Eat Takeaway verfüge in Spanien über einen Kundenstamm von rund drei Millionen Kunden, eine Expansion in weitere spanische Städte sei geplant.


///// TRENDS & TECH

Ebay kündigt den Start eines Digital Wallet an
Ebay will Käufer und Verkäufer noch stärker an die Plattform binden. Der Online-Konzern hat die Einführung eines Digital Wallet angekündigt, mit dessen Hilfe die Ein- und Ausgaben der Kunden auf ihren Ebay-Konten verbleiben, schreibt Tamebay. Ziel sei der Aufbau eines Finanzkreislaufs, in dem die Einnahmen nach einem Verkauf auf einem Konto verblieben und bei einem späteren Einkauf wieder genutzt werden könnten, ohne dass die Kunden auf ihr Bankkonto zurückgreifen müssten. Die Kunden hätten somit jederzeit Geld für Transaktionen zur Verfügung und es verbleibe gleichzeitig innerhalb von Ebay. Ein solches System habe es innerhalb der Zusammenarbeit mit Paypal gegeben, die Ebay im Juli 2020 beendet hatte.

Aufbau des Payment-Dienstleisters bei Otto geht weiter
Die Otto Gruppe setzt die Entwicklung des konzerneigenen Payment-Dienstleisters fort, die Zahlungskommunikation übernimmt nach der Lizenzierung die Konzerntochter Collect AI. Nach dem Start des Aufbaus der Payment Entwicklungsgesellschaft im September 2020 erfolge nun der nächste Schritt, meldet Internetworld. Die für interaktive Rechnungen und intelligentes Mahnwesen eingesetzte Plattform beruhe auf Künstlicher Intelligenz. Die Dienste umfassten die Kommunikation mit den Kunden auf der einen sowie mit den Partnern auf dem Marktplatz auf der anderen Seite. Auswahl von Zeitpunkt und Kanal für Zahlungserinnerungen erfolgten durch Künstliche Intelligenz. Die erste Transaktion sei nach der Erteilung der Lizenz als Zahlungsinstitut für den Sommer geplant.

Optimierung von Webshops: Drei Tipps für Einzelhändler
Kleine und mittlere Händler orientieren sich beim Online-Vertrieb oft an den Internetriesen, dabei sind ihre Voraussetzungen ganz andere. Wie Einzelhändler den Herausforderungen des Marktes begegnen und den eigenen Online-Shop verbessern können, sagt Christopher Möhle von der Digitalagentur Turbine Kreuzberg in einem Gastbeitrag.


///// NACHHALTIGKEIT

Der Verpackungsmüll ist 2020 um sechs Kilo pro Person gewachsen
Der Verpackungsmüll der Privathaushalte hat sich 2020 um sechs Kilogramm pro Person vergrößert. Angestiegen ist nach Angaben des Statistischen Bundesamts der Müll, der vorwiegend in der gelben Tonne, Glas- oder Papiercontainern getrennt vom Restmüll gesammelt wird, um 9,3 Prozent auf 6,5 Millionen Tonnen. Der größte Anteil von 2,7 Millionen Tonnen lag bei Leichtverpackungen mit Verpackungen aus Kunststoffen, Leichtmetallen wie Aluminium oder Weißblech und Verbundmaterialien. Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton erreichten ein Volumen von 1,7 Millionen und damit 20 Kilogramm pro Person. 6,4 Millionen Tonnen des Gesamtabfalls gingen an Verwerterbetriebe, 79 Prozent davon wurden schließlich recycelt.

Amazon setzt auf Reduzierung des Plastikmülls
Amazon hat angekündigt, gemeinsam mit dem Konsortium Bottle an der Entwicklung von Innovationen zur Verringerung von Plastikmüll zu arbeiten, meldet Tamebay. Das auf die Beseitigung von Plastikmüll spezialisierte Konsortium ist eine Forschungsabteilung des US-amerikanischen Energieministeriums und soll eine Zusammensetzung der privaten und öffentlichen Sektoren forcieren. Im Mittelpunkt der Kooperation stehe der Aufbau von Technologie zur Trennung der eingesetzten Materialien und aus diesen im nächsten Schritt die Entwicklung neuer Materialien.