Liebe Leserin, lieber Leser, es wird eine interessante Woche. Die Quartalszahlen von Alibaba und Amazon stehen an. Die Erwartungen sind eher gedämpft. Ein Zeichen dafür, dass man den digitalen Riesen viel, aber längst nicht mehr alles zutraut. Die Nachrichten von heute zeigen ja auch, die digitale Welt ist fehleranfällig. Sehr sogar.

H&M verstolpert App-Start
H&M, ohnehin krisengeplagter Mode-Anbieter, zeigt, dass man auch das Update einer App so richtig in den Sand setzen kann. Die neue Shopping-App war voller Fehler, höflich gesagt Murks, und sorgte für einen veritablen Shitstorm, so die W&V. Kein Wunder: neben vielen kleinen und ein paar größeren Misslichkeiten veränderten sich sogar die Preise der Artikel im Warenkorb offenbar mutwillig. Sale-Artikel kosteten plötzlich bis zum Dreifachen des ursprünglich angezeigten Preises, schreibt die W&V. Drücken wir mal die Daumen, dass die neuen vernetzten Einzelhandelskonzepte da nicht ähnlich windschief werden.

Ambellis verschwindet in Mirapodo
Ambellis, der immer etwas unter dem Radar fliegende Damenmode-Online-Shop der MyToys-Gruppe, zieht unter das Dach seiner Schwester, dem Schuh-Shop Mirapodo und schließt Ende Februar, meldet die TextilWirtschaft.

Getnow erweitert Liefergebiet
Der Online-Supermarkt Getnow rollt nach München, Berlin, Düsseldorf und dem Rheinland nun auch in Frankfurt an und schließt damit eine weitere Lücke auf dem Weg zur bundesweiten Expansion. Getnow nutzt das Sortiment und Lager der Metro und liefert ohne Liefergebühren ab 40 Euro Einkauf. Das soll mehr Bestellungen anlocken. Die letzte Meile erledigt DHL. 

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INTERNATIONAL

Börse rechnet mit enttäuschendem Weihnachtsquartal von Amazon
Donnerstag nach Börsenschluss gibt es in den USA die Quartalszahlen von Amazon. Die spannende Frage:  Kann der Online-Riese die hohe Erwartungen an das Weihnachtsgeschäft erfüllen, steht er besser da als der Rest des Marktes? Die Börse meint "nein" und schickt die Aktie schon mal Richtung Süden. Ein Grund auch: Bislang war das Weihnachtsquartal von Amazon immer eher gut, aber nie so richtig begeisternd. Die Zielmarke liegt übrigens zwischen 66,5 und 72,5 Milliarden Dollar. Mittwoch kommen zudem die Quartalszahlen von Alibaba. Hier sind rund 17 Milliarden Dollar im Visier. Angesichts des gedrosselten Wirtschaftswachstums in China sind aber auch hier die Erwartungen nicht allzu hoch.

30 Millionen Dollar für Möbel-Vermieter Fernish
Fernish, US-Start-up für die Vermietung von Möbeln, hat in einer Finanzierungsrunde 30 Millionen Dollar eingesammelt. Das Geld kommt auch von prominenten Unterstützern wie Jeff Wilke, Amazon Worldwide Consumer CEO. Vielleicht auch, weil einer der Gründer ein Ex-Manager von Amazon ist.

Walmart rückt von Google Express ab
Walmart-Produkte gibt es künftig nicht mehr via Google Express. Walmart will sich auf Entwicklungen beim Voice-Shopping für den Google-Assistenten konzentrieren.

M&S redet mit Ocado
Marks & Spencer könnte in UK einen eigene Lebensmittel-Lieferdienst starten und sich dafür Unterstütung von Ocado holen. Das mutmaßt die Financial Times. Gespräche gibt es offenbar. M&S soll daran interessiert sein, Distributionszentren, Lieferwagen und Lastwagen von Ocado zu kaufen.


TRENDS & FAKTEN

"Amazon für Millionäre"
Wo kaufen die Super-Reichen online ein? Beispielsweise auf dem Marktplatz "Hush Hush". Der möchte jedenfalls gerne das "Amazon für Millionäre" sein, bietet online teure Preziösen, Jets, Mega-Yachten und millionenschwere Lambos vermutlich verarmter Bitcoin-Millionäre an, kann sich aber nicht mal einen ordentlich programmierten Webauftritt leisten.

Amazons Gesichtserkennung hat Probleme mit Frauen
Laut einer Studie des Massachusetts Institute of Technology versagt die Gesichtserkennung von Amazon teilweise. Frauen werden in 19 Prozent der Fälle von der Software als Mann angesehen. Bei Frauen mit dunkler Hautfarbe sind es sogar 31 Prozent. Amazon dementiert die Zahlen. Die Gesichtserkennung wird unter anderem bei einigen Polizeibehörden in den USA genutzt.

Masche des Jahres
Geldwäsche bei eBay mit Amazon-Gutscheinen? Gibt es. Falls Sie also von Weihnachten noch Amazon-Gutscheine übrig haben, können Sie die dort gut verkaufen. Oft sogar über dem eigentlichen Einkaufswert, denn einige Händler waschen damit ihre Umsätze. Und so funktioniert die Masche. Immer noch. Dabei haben wirschon vor einem Jahr darüber berichtet.

Zahl des Tages
Im Alltag fast übersehen: Vor sieben Jahren erschien der erste Beitrag auf etailment.de. Danke für Ihre Treue. Wir wollen das nicht groß feiern. Sagen Sie uns doch einfach, was wir in den kommenden Jahren besser oder anders machen sollen. Schreiben sie uns an kolbrueck@etailment.de . Oder schreiben Sie via Twitter an @Olafkolbrueck.

Start-up des Tages
Das Start-up Tracks will LKWs einfacher und kostengünstiger miteinander verkuppeln, so dass mehrere Fahrzeuge in sehr geringem Abstand hintereinander fahren können. Das soll sich positiv auf Umwelt, Sicherheit und Flottenmanagement auswirken.

Favorit der Leser am Vortag
Smart, sicher, schnell: Intelligente Warensicherungs-Systeme machen das kassenlose Bezahlen erst wirklich komfortabel.

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