Das Wohl und Wehe von Unternehmen hängt nicht allein von Marktmacht und Zahlungskraft ab. Das erlebt Amazon gerade bei der Übernahme der prestigekräftigen MGM-Studios. Die neue Chefin der Handelskommission FTC, die 32-jährige Lina Khan, sei keine Freundin von Amazon, berichtet die Tagesschau in Berufung auf das Wall Street Journal. Sie lässt jetzt die Übernahme noch einmal prüfen. In einem juristischen Aufsatz im Yale Law Journal vor fünf Jahren befand Khan, dass die derzeitigen US-Wettbewerbsgesetze zu schwach seien, um ein ständig expandierendes Unternehmen wie Amazon in die Schranken weisen zu können.

///// HANDEL NATIONAL
Helden des Handels ausgezeichnet
Beim E-Commerce-Tag des Wirtschaftsministeriums von Nordrhein-Westfalen wurde der Einzelhändler Homann-schenken-kochen-wohnen aus Dülmen und die Kinderboutique Zick-Zack aus Schmallenberg als Helden des Handels" ausgezeichnet. In der Laudatio heißt es, sie haben sich mit Engagement und innovativen Maßnahmen den pandemiebedingten Schließungen und Einschränkungen gestellt. Eine Liste der weiteren Preisträger findet sich hier

Lieblingsburger per Roboter zur Haustür
Nicht nur in China ist die Haustürlieferung per Roboter möglich, auch in Berlin ist sie bereits Realität: Die Burgergrill-Kette Peter Pane hat einen Roboter im Einsatz, der in einem Umkreis von zwei Kilometern vom Standort Europaplatz ausliefern darf. DiscoPeter, so heißt der Roboter, kommt zum Einsatz, wenn über die DiscoEat-App bestellt wird. Die Kontrolle über das autonome Fahrzeug hat ein Mitarbeiter der Zentrale, der jederzeit eingreifen könne, sollten Menschenmengen und Ampel Probleme bereiten, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Berliner Autonomie-Unternehmen Teraki umgesetzt. 

IFO-Geschäftsklima-Index: Deutsche Wirtschaft schüttelt die Corona-Krise ab
Einerseits verdoppelt sich die Deltavariante des Corona-Virus gefühlt täglich und die Warnungen nehmen zu, andererseits strömen die Deutschen wieder in die Geschäfte und die Unternehmer bekunden Zuversicht. Der IFO-Geschäftsklima-Index steigt im für Juni auf 101,8 Punkten gegenüber 99,2 im Mai. Besonders der Einzelhandel atme hörbar auf, kommentiert Chefökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe in der Wirtschaftswoche. Für das zweite Quartal erwarten die Ifo-Experten einen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,3 Prozent, im Sommer sei sogar ein Plus von 3,6 Prozent drin. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

EU-VAT-Rates-Datenbank fehlerhaft und unvollständig?
E-Commerce-Händler und -Kunden sind ab dem 1. Juli 2021 darauf angewiesen, dass die richtige Mehrwertsteuer bei grenzüberschreitendem Handel berechnet wird. Dafür hat die EU-Kommission eigens einen EU VAT Rates-Datenbank geschaffen. Diese sei zum teil fehlerhaft und unvollständig, beklagt der Berliner Tax-Technology-Spezialist eClear AG. Nicht nur habe man die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland im zweiten Quartal 2020 dort nicht eingearbeitet, auch die Abbildung von lediglich acht Stellen, der regulären zehn bis elf Stellen der Steuer-Codes führe zu gravierenden Fehlern. So würden Detailinformationen, die zu einem reduzierten Steuersatz führen könnten, üblicherweise nach der achten Stelle codiert. Das Mehrwertsteuer-System der EU gilt als hochkomplex, da immer noch länderspezifisch. eClear nennt konkrete Beispiele: Kinderkleidung sei in Luxemburg reduziert, in Polen der Fruchtsaft, in Portugal der Rotwein und in Deutschland die Milch. Der ECOFIN-Rat arbeite an Leitlinien zur Reform der Mehrwertsteuersätze. 

Großbritannien verbietet Junk-Food-Werbung
Kann so der Fettleibigkeit das Handwerk gelegt werden? Die Regierung im Vereinigten Königreich habe angekündigt die Junk-Food-Werbung im Internet und im Fernsehen vor 21 Uhr zu verbieten, berichten mehrere Medien. Das Verbot ziele vor allem auf bezahlte Online-Werbung, Social-Media- und Webseiten der betroffenen Unternehmen bleiben erhalten. Ausnahmen solle es für kleine Unternehmen und Audiowerbung geben. Prinzipiell dürften Unternehmen, die Junk-Food verkaufen, auch vor 21 Uhr im Fernsehen werben, solange die verbotenen Produkte nicht gezeigt würden. 

Alibaba-CEO Daniel Zhang: D2C-Geschäftsmodelle sind auf dem Vormarsch
Daniel Zhang, Chairman und CEO der Alibaba Group, gibt in einem Interview auf Alizila einen Einblick in die Veränderungen der Geschäftsmodelle nach der Pandemie. Es werde sich eine neue Generation von digital nativen Verbrauchermarken auf der ganzen Welt herausbilden, deren Designer ihre Produkte auf Datenanalysen stützten, um Verbrauchertrends abzubilden. Auch die Art und Weise, wie Unternehmen aufgebaut werden, verändere sich. Dabei würden Direct-to-Consumer-Geschäftsmodelle (D2C) in den Vordergrund rücken. Traditionelle Geschäfte würden überflüssig. China sei dabei Vorreiter, aber nicht allein. Die Entwicklung fände überall auf der Welt statt. Die Integration von Einzelhändlern in digitale Verkaufskanäle verstärke den Trend. 


///// TRENDS & TECH

Mit Warenkorb-Analysen den Umsatz steigern
Einkaufsmuster analysieren und daraus Vorhersagen für künftiges Kundenverhalten treffen - das ist kein Privileg der großen Onlinehändler mehr. Bereits mit einfachen Modellierungstechniken im Bereich Warenkorb-Analyse lassen sich wertvolle Erkenntnisse gewinnen, die Potenzial für mehr Umsatz und Ertrag bieten. Die Etailment-Experten Steven Bailey und Steffen Kopmeier erklären, wie das funktioniert. 

Criteo-Studie: Die Strahlkraft des Amazon Prime Days
Wer als Einzelhändler beim Amazon Prime Day nicht mitmacht, ist selber Schuld - so lautet das Fazit der Criteo-Studie zum Halo-Effekt des Mega-Shopping-Events. Um satte 19 Prozent ist der Traffic auf teilnehmenden Portalen gestiegen, während er bei nicht teilnehmenden Einzelhändlern um neun Prozent sank. Auch bei Umsatz (+45 Prozent) und Conversion (+23 Prozent) legten teilnehmende Händler zu. Eine Auswertung nach Produktkategorien dokumentiert einen Anstieg bei Bekleidung um +48 Prozent, Elektronik und Haushaltswaren +50 Prozent und Sportartikel bei +31 Prozent. In Europa zeigen sich vergleichbare Effekte. 
Die Studie beruht auf der Datenanalyse von 300 Mio. Transaktionen bei 8.000 verifizierten Einzelhändlern weltweit im Juni 2021.

GDV steigt bei Verimi ein
In einer digitalen Welt ist es wichtig, dass sich Kunden digital ausweisen, einloggen, bezahlen und unterschreiben können. Die Technik dafür liefert die Berliner Identitätsplattform Verimi, an der sich nun auch nach Volkswagen Financial Services der Branchenverband der deutschen Versicherer GDV über seine IT-Dienstleistungsgesellschaft GDV DL beteiligt hat. In einer aktuellen Finanzierungsrunde sammelte Verimi einen nicht weiter bekannt gegebenen zweistelligen Millionenbetrag ein.

///// NACHHALTIGKEIT

Einzelhandel bekennt sich zu Klimazielen auf Bundes- und EU-Ebene
Noch vor der gestrigen Debatte zum Klimaschutz im Bundestag hat sich der Handelsverband Deutschland, HDE, klar zur Erreichung der Klimaziele bekannt, mahnt aber eine faire Umsetzung der Maßnahmen an. Insbesondere die Elektro-Ladesäulen und die dazugehörigen aktuellen Auflagen sind ihm ein Dorn im Auge. Dafür brauche es staatliche Anreize und Förderungen. Die Politik müsse einen vernünftigen Rahmen schaffen und dürfe sich nicht in einem Bürokratiedschungel verirren, heißt es in der Pressemitteilung