Heute beginnen wir nicht mit der Zusammenfassung der Nachrichtenlage, sondern mit zwei schönen Sprüchen von Twitterer @GebbiGibson: 1) "Laufschuhe im Internet gekauft. Da fehlte mir natürlich der Sportschuhverkäufer, der mir sagt: ,Das ist ein sehr schneller Schuh.'“ 2) "Ein Lieferando-Fahrradbote der an der roten Ampel wartet. JETZT habe ich ALLES gesehen!" Und damit zu den Nachrichten.

///// HANDEL NATIONAL
Mister Spex legt Aktien-Ausgabepreis auf 25 Euro fest
Der Berliner Online-Optiker Mister Spex SE hat den endgültigen Angebotspreis für den geplanten Börsengang auf 25 Euro pro Aktie festgelegt. "Das gesamte Platzierungsvolumen, einschließlich Mehrzuteilungen, beläuft sich auf 375 Mio. Euro", teilt das Unternehmen mit. Laut Deutscher Presse-Agentur liegt die Marktkapitalisierung bei 829 Mio. Euro. Der Handel im regulierten Markt der Frankfurter Börse soll am 2. Juli unter dem Handelssymbol MR beginnen.

"Online erstmal ausprobieren": Volks- und Raiffeisenbanken bieten Einzelhändlern kostenfreie Webpräsenz
VR Payment, Zahlungs-Dienstleister der Volksbanken Raiffeisenbanken, bietet stationären Einzelhändlern und Dienstleistern unter RestartNow.de ab sofort kostenlose Webpräsenzen -- "für alle, die ,Online' erstmal ausprobieren möchten", wie es dort heißt, also auch für die, die nicht Kunden der Banken sind. "Auf Wunsch kann die Website jederzeit zu einem vollwertigen Onlineshop inklusive Bezahlfunktion erweitert werden", verspricht das Unternehmen. Pro Website seien fünf Unterseiten und die Präsentation von bis zu zehn Produkten möglich. Technisches Wissen sei nicht notwendig.

Spedition Heilmann will 2022 europaweit per Drohne liefern
Die Osnabrücker Spedition Heilmann ist Kunde des bulgarischen Drohnen-Herstellers Dronamics. Das für 2.500 Kilometer Reichweite und 200 km/h ausgelegte Modell "Black Swan" mit 16 Metern Spannweite soll 2022 für Heilmann europaweit vor allem zeitkritische Güter wie Medikamente oder Ersatzteile ausliefern, berichtet Handelsblatt.com. Dazu hat Dronamics eigens eine Fluggesellschaft gegründet. Auf drei deutschen Flughäfen gebe es bereits Start- und Landebahnen für die Drohnen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

EU-Kommission: Online-Händler sollen für Produkt-Rückrufe verantwortlich werden
Die EU-Kommission will Online-Händlern mehr Verantwortung geben. Mit der geplanten Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit sollen "Produktsicherheitsvorschriften für Online-Märkte eingeführt und die Risiken im Zusammenhang mit diesen neuen technischen Produkten, wie Cybersicherheitsrisiken, und beim Online-Shopping angegangen" werden, teilt die Kommission mit. DPA erläutert, dass damit Rückrufe gefährlicher Produkte und Fragen der Cybersicherheit beispielsweise von drahtlosen Kopfhörern gemeint sind -- darum sollen sich Onliner künftig kümmern. Die Kommission: "Dank der neuen Verordnung werden Märkte [gemeint sind Händler] ihren Pflichten nachkommen, damit keine gefährlichen Produkte an Verbraucher gelangen."

Fast alle britischen Onliner haben durch den Brexit europäische Kunden verloren
Der britische E-Commerce spürt den Brexit: 94 Prozent der Onliner geben an, seit dem Ende der Übergangsfrist am 31. Dezember 2020 Kunden aus der EU verloren zu haben, 66 Prozent sprechen von einer "signifikanten Zahl". Für 22 Prozent haben die internationalen Umsätze stark nachgelassen, für 15 Prozent allerdings sind sie durch den Brexit gestiegen. 92 Prozent sagen auch, die Zahl der Kunden sei durch die Covid-19-Pandemie deutlich gestiegen. Ob sich Zufluss und Abgänge ausgleichen, verrät der Artikel auf Tamebay.com nicht. Die Umfrage unter 304 Chief Marketing Officers stammt vom Technik-Anbieter Channel Advisor und dem Marktforscher Census Wide.

Amazon lehnt Kartellwächterin ab und buhlt um Aktien der Geschäftspartner
Amazon hat am gestrigen Mittwoch beantragt, dass Lina Khan, die Leiterin der US-Verbraucherschutz- und Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission) nicht mehr an Entscheidungen zum Unternehmen beteiligt wird. Sie gilt als Kritikerin der Amazon-Marktmacht, schreiben Bloomberg.com und Spiegel.de -- Amazon hält sie für befangen. À propos Marktmacht: Amazon fordere bei Verhandlungen mit Geschäftspartnern Aktien (bzw. Options- oder Berechtigungsscheine), um sich günstig an ihnen beteiligen zu können, so der Amazon-Watchblog des Händlerbunds unter Berufung auf das "Wall Street Journal". Amazon habe das bestätigt, es betreffe aber lediglich ein Prozent aller Verträge.

///// TRENDS & TECH

Umfrage: Qualität der Online-Präsenz wird wichtiger
"Die Darstellung der eigenen Produkte und Dienstleistungen im Netz ist wichtiger als je zuvor." Mit diesem Satz fasst Greven Medien eine GfK-Umfrage unter 1001 Deutschen zusammen. Nur jeder Achte (12,7 Prozent) gebe an, vor dem verbindlichen Kauf oder der Beauftragung Kontakt zu dem Unternehmen aufzunehmen, vor fünf Jahren habe der Wert noch bei 34,5 Prozent gelegen. "Die Gelegenheit, den Interessenten im persönlichen Kontakt zu überzeugen, schwindet", schreibt das auf lokales Marketing spezialisierte Unternehmen. "Dementsprechend spielen vorhandene und frei verfügbare Informationen im Netz eine immer größere Rolle." Digitale Reputation und die Qualität der Online-Präsenz gewönnen "dramatisch" an Bedeutung.

Shopify verspricht mehr Hosting, mehr Anpassung, schnellere Checkouts, externes Payment
Shopify, Anbieter der gleichnamigen E-Commerce-Software, hat auf seiner Entwickler:innenkonferenz "Shopify Unite 2021" mehrere Neuigkeiten für Händler angekündigt: Schnellere Antwortzeiten durch Hosting auf allen Kontinenten, mehr Anpassungsmöglichkeiten für jeden Teil des Shops ohne Eingriff in den Code, schnellere Checkouts (zehntausende Käufe pro Minute), die Möglichkeit, externe Payment-Systeme einzubinden, das neue Entwickler-Tool "Shopify Dawn" und Provisionsfreiheit für die erste von Entwicklern über Shopify verdiente Million. Shopify wird Onlinemarketing.de zufolge inzwischen von 1,7 Mio. Unternehmen in 175 Ländern genutzt, 2020 liefen rund 120 Mrd. US-Dollar Umsatz über die Plattform.

Orderchamp nennt Nutzerzahlen
Im März ist die niederländische Großhandels-Plattform Orderchamp nach Deutschland expandiert. In einem Interview mit Onlinehaendler-News.de spricht CEO Joost Brugmans von 400 Marken und 5.000 Einzelhändlern, die seither in Deutschland akquiriert wurden. Insgesamt seien 2.000 Marken und 40.000 Händler aus Europa auf der Plattform vertreten, die außer in Deutschland auch in den Niederlanden, in Frankreich, Belgien und Luxemburg arbeitet.

///// NACHHALTIGKEIT

Timberland startet Rücknahmeprogramm
Der US-Outdoor-Spezialist Timberland nimmt von August an Schuhe, Bekleidung und Accessoires des Labels zurück. Sie sollen aufgearbeitet oder recycelt werden. Das gilt zunächst für die Markenstores in den USA, berichtet Textilwirtschaft.de, soll aber noch im Sommer auf den Online-Shop ausgeweitet werden und im Herbst auch in Deutschland möglich sein (genauer: in der Region EMEA). Asien/Pazifik soll 2022 folgen.

Amazon steigert Klima-Emissionen um 19 Prozent
In seinem Nachhaltigkeitsbericht für 2020, der am gestrigen Mittwoch veröffentlicht wurde, meldet Amazon einen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen um 19 Prozent, so GeekWire. Das sind vier Prozentpunkte mehr als 2019, als das Plus bei 15 Prozent lag. Hintergrund ist das während der Pandemie stark gestiegene Geschäft. Gleichzeitig meldet Amazon mehr Effizienz: Pro Umsatz-Dollar seien die Emissionen von 123 Gramm auf 103 Gramm gesunken. Der ganze Bericht findet sich hier.

Klarna tritt Klimakampagnen bei
Zahlungsdienstleister Klarna hat sich den Klima-Kampagnen "The Climate Pledge" und der "Race to Zero" angeschlossen. Das bedeutet: Bis 2030 soll der Saldo der Treibhausgas-Emissionen halbiert werden ("The Climate Pledge") und bis 2040 auf Null sinken ("Race to Zero"). Das soll durch erneuerbare Energien und mehr Effizienz wie auch durch dauerhafte Ausgleichsprojekte passieren, wie das Unternehmen ankündigt.