Nach dem neuesten Ifo Geschäftsklimaindex hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbessert. Im Januar erreicht er einen Wert von 95,7 Punkten, im Dezember hatte er noch bei 94,8 Punkten gelegen. Die Unternehmen schauen wesentlich optimistischer in die Zukunft, die Einschätzung der aktuellen Lage erreicht allerdings einen schlechteren Wert. Diese Entwicklung gilt auch für den Handel. Besonders im Einzelhandel zeigen sich optimistische Erwartungen, die bei der Aufhebung der 2G-Regeln für den Handel in ganz Deutschland gute Chancen für eine Bestätigung haben.

///// HANDEL NATIONAL
Home24 verfehlt das Umsatzziel knapp
Home24 ist im vergangenen Jahr auf seinem Wachstumspfad gestrauchelt. Angepeilt hatte der Online-Möbelhändler eine Steigerung des Umsatzes zwischen 28 und 32 Prozent, erreicht wurden schließlich 27 Prozent, meldet die Süddeutsche Zeitung. Insgesamt kamen 615 Millionen Euro auf die Konten, als Haupthindernis gebe Home24 die schwache Entwicklung in Brasilien an. Das bereinigte Ergebnis von Zinsen, Steuern und Abschreibungen erreichte eine Höhe von rund einer Million Euro, die im vergangenen Dezember erfolgte Übernahme der Haushaltswarenkette Butlers sei noch nicht eingerechnet. Dieser Schritt solle auch zu einem Ausbau des stationären Verkaufs führen, teilte Home24 mit.

Corona sorgt für mehr Zeit am Computer
Zehn Stunden pro Tag sind der neue Grenzwert, so viel Zeit verbringen Deutsche heutzutage am Bildschirm. Das berichtet der Digitalverband Bitkom nach den Ergebnissen einer neuen repräsentativen Befragung. Vor zwei Jahren habe der durchschnittliche Wert noch bei acht Stunden gelegen, zu dem Anstieg hätten unter anderem mehr Zeit für Videostreaming, Videotelefonie und Online-Shopping beigetragen. Für den Einkauf am heimischen Computer investierten die Konsumenten mehr als doppelt so viel Zeit wie vor Corona, insgesamt seien es nun 24 Minuten am Tag. Viele Menschen wollten aber ihre Zeit am Computer wieder reduzieren, meldet der Verband, im Schnitt solle die investierte Zeit nach Corona bei 7,6 Stunden liegen. Der Anteil der Personen, die digitale Technologien stärker nutzten als in Vor-Pandemiezeiten sei von 78 Prozent Anfang 2021 nun auf 84 Prozent angestiegen. Eine Rolle spiele hier die Digitalisierung in allen Lebensbereichen.


Weiterhin viele Übernahmen in der Logistikbranche
Der Trend zu Übernahmen und Fusionen bleibt in der Logistik- und Transportbranche ungebrochen. Nach der Studie "Transport & Logistics Barometer" von PwC Deutschland wurden im vergangenen Jahr 322 Transaktionen mit einem Gesamtwert von 219,1 Milliarden US-Dollar angekündigt oder abgeschlossen, ein neuer Rekordwert. Dabei erfolgten 44 Prozent der Deals durch strategische Investoren. Rund 75 Prozent der Transaktionen gingen in den Branchen Güterverkehr und Logistik über die Bühne. Als Grund für die Entwicklung geben die Autoren die gewachsene Bedeutung von stabilen Lieferketten für die Unternehmen und eine Verstärkung des Geschäftsmodells außerhalb des Kerngeschäfts an. Eine Rolle hätten aber auch die schärferen Vorgaben und Anforderungen in den Bereichen Klimaschutz und Nachhaltigkeit gespielt.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon zieht mit Amazon Go raus aus der Stadt
Amazon plant den nächsten stationären Vertriebsweg und zieht mit den Lebensmittelmärkten nun auch in Richtung Vorstädte. Zum Portfolio der neuen Schiene von Amazon Go sollen nach einem Bericht von Retail Dive Waren des täglichen Bedarfs, Lebensmittel und Snacks sowie Getränke gehören. Das Produktangebot könne in Zukunft ausgebaut werden. Die Abrechnung solle auch in den neuen Geschäften beim Verlassen des Ladens durch den Kunden automatisch erfolgen. Als erster Standort werde Mill Creek, ein Vorort von Seattle im US-Bundesstaat Washington genannt, die Eröffnung solle in den nächsten Monaten erfolgen. Die Ladengeschäfte der neuen Kette sollen sich vor allem durch eine größere Fläche von denen in den Innenstädten unterscheiden.

Viele Verkäufer auf Ebay mit langjähriger Erfahrung
Der Anteil der Verkäufer, die schon seit Jahren auf Ebay präsent sind, wächst ständig. Mehr als die Hälfte verkauften ihre Waren dort schon seit mindestens zehn Jahren, berichtet Marketplace Pulse, einige schon seit mehr als 20 Jahren. Die Analysten haben die Daten von rund 100.000 Verkäufern, primär aus dem Fachhandel, untersucht. So seien mehr als 40 Prozent der Ebay-Händler seit mindestens zwölf Jahren auf der Plattform tätig. Dabei zeige sich auch, dass die Zahl der in den vergangenen fünf Jahren eingestiegenen Händlern nur bei 28 Prozent liege. Damit werde hier eine Quote erreicht, die niedriger sei als bei anderen Plattformen, bei Amazon liege sie bei 44 Prozent. Es sei davon auszugehen, dass sie nicht so lange dort vertreten sein werden wie die langjährigen Anbieter.

DEG steigt beim afrikanischen Online-Händler Copia Global ein
Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) übernimmt Anteile des ostafrikanischen Online-Händlers Copia Global im Wert von 7,5 Millionen US-Dollar. Mit der neuen Kapitalspritze soll das in Kenia gegründete und auf Mobile Commerce spezialisierte Unternehmen sein Kerngeschäft weiter ausbauen, die Expansion innerhalb Afrikas forcieren und Finanzdienstleistungen integrieren können. Weitere Investoren seien die US-amerikanische Entwicklungsbank DFC, Goodwell Investments, Lightrock und Zebu Investment Partners, das Gesamtvolumen betrage 50 Millionen US-Dollar, teilt DEG mit. Copia verfügt über ein eigenes Liefersystem und setzt für sein Zwischenhändlermodell eigene Technologien ein.


///// TRENDS & TECH

Luft nach oben beim Kauf im europäischen Ausland für deutsche Verbraucher
Beim Online-Einkauf beschränken sich viele Verbraucher nicht auf die nationalen Anbieter, sie werden beim Shopping auch im Ausland fündig. Nach den neuesten Zahlen des Cross-Border Consumer Index 2020 erreichten Deutsche mit 37 Prozent aber nur einen niedrigen Wert. Dabei hätten sie aber mit Umsätzen in Höhe von 26,5 Milliarden Euro, was mehr als einem Viertel des Gesamtumsatzes im Online-Handel entspricht, das größte Volumen erreicht. Untersucht wurden für die Lieferplattform Seven Senders 13 europäische Märkte. Beim Auslandseinkauf setzten sich die Luxemburger in Europa mit einer Quote von 86 Prozent an die Spitze. Einen Vorteil sehen die Studien der Autoren in der Zahl der Abholstationen mit 40 pro 100.000 Einwohner, in Deutschland stünden 100.000 Verbrauchern dagegen nur 17 Stationen zur Verfügung. Hier weise Österreich mit 96 Stationen die beste Quote auf.

Deutsche achten beim Einkauf auf Probleme durch Engpässe in Lieferketten
Die weltweit auftretenden Probleme in den Lieferketten haben nach einer neuen Studie von Soti zu einer Verschiebung der Einkäufe ins eigene Land geführt. 40 Prozent der deutschen Verbraucher zögerten bei der Bestellung eines Produkts, wenn es aus dem Ausland geliefert werde. Lieferfristen von zwei Tagen oder länger sei für 38 Prozent ein Grund, das Produkt gegebenenfalls bei einem anderen Anbieter zu bestellen. So nannten 42 Prozent der Befragten die Lieferzeit als "frustrierendsten Aspekt des Online-Shoppings". Die Mehrheit der Kunden (58 Prozent) wolle jederzeit wissen, wo sich ihre Bestellung befinde, 47 Prozent zögen Einzelhändler mit mehreren Rückgabeoptionen vor. Bei den Liefermöglichkeiten hätten 45 Prozent angegeben, dass größere Pakete mit autonomen Fahrzeugen zugestellt werden könnten, bei kleinen Paketen seien 42 Prozent mit der Lieferung per Drohne einverstanden.

Wachstumspotenzial für Influencer
Im Influencer Markt stecken für die nächsten Jahre gute Wachstumschancen. Dies ist das Ergebnis des "State of Influencer Marketing"-Reports von Hype Auditor. Die Analysten erwarten, dass die Branche von 13,8 Milliarden US-Dollar heute bis 2025 auf 22,2 Milliarden US-Dollar ansteigen könnte. Für die neue Studie untersuchten sie die Trends auf den Social-Media-Kanälen Instagram, Tiktok und Youtube. Es sei mit einer wachsenden Bedeutung des Influencer Marketings zu rechnen, eine Rolle spielten hierbei neue Optionen im Social Commerce, aber auch eine Verschiebung von Werbegeldern von TV- und Offline-Werbung hin zu digitalen Kanälen. Eine positive Rolle spiele auch der Rückgang des Betrugs auf Instagram, dem im vergangenen Jahr rund 49 Prozent der Influencer ausgesetzt gewesen wären. Die Rate sei aber in den vergangenen zwei Jahren um 14 Prozent gesunken. Zu den Kategorien, die am häufigsten geteilt würden, gehörten Musik (11,58 Prozent), Fotografie (elf Prozent) und Lifestyle (zehn Prozent).


///// NACHHALTIGKEIT

DHL will die Kreislaufwirtschaft stärken
Im Rahmen des Whitepapers "Delivering on Circularity" hat DHL die Chancen einer Kreislaufwirtschaft für eine Verringerung der ökologischen Folgen untersucht. Für den Übergang in eine Kreislaufwirtschaft nennt Katja Busch, Chief Commercial Officer bei DHL folgende Ansatzpunkte: "Wir müssen reduzieren, reparieren, weiterverkaufen, aufbereiten und wiederverwenden und die Lieferketten entsprechend neu gestalten." Gefordert seien innovative Logistiklösungen, um mit diesen bessere Waren- und Informationsflüsse zu erreichen. Einen hohen Bedarf an Rohstoffen und Emissionen wiesen unter anderem die Mode- und Elektronikbranche auf. Hier müsse die Lebensdauer der Produkte verlängert werden und sich das Verbraucherverhalten verändern. Für die Verbraucher solle es Anreize für eine Verstärkung der Kreislaufwirtschaft geben. Ziel für alle Beteiligten müsse es sein, die Lieferketten auf Lieferkreisläufe umzustellen.