Liebe Leserin, lieber Leser, Unternehmensberater sind fast schon Standard. Was aber ist mit den Führungskräften? Coaching, so ist unter anderem aus dem Silicon Valley, aber auch hierzulande immer öfter zu hören, liegt inzwischen im Trend. Viele empfinden einen Coach als ein Zeichen von Schwäche. Dabei ist es eher ein Ausdruck von Weisheit. Und besser investiertes Geld als manch eine teure Abfindung im Handel.


Home24 will flexibler und persönlicher werden
An den ohnehin bekannten und ganz und gar nicht gemütlichen Zahlen von Home24, die nun final in der Präsentation (pdf) mit 18% Plus auf 313 Mio. Euro und deutlich sparsam möblierter ausfielen als zu Jahresbeginn 2018 gedacht, wollen wir uns jetzt gar nicht lange aufhalten. Es wäre auch nicht schön, von den Verlusten zu reden, die sich gerade anhäufen.
Denken wir, das wollen wir 2019 öfter tun, positiv. Die auch umsatztechnisch optimistischen Pläne für 2019 lesen sich in der Präsentation nämlich gut: mehr Mobile, mehr Personalisierung, mehr Eigenmarken, besseres Retouren-Handling. Damit am Ende eine wie auch immer definierte schwarze Null steht.
Ziel muss es da, angesichts der Marketing-Aufwendungen, sein, schon mit der ersten Bestellung einen profitablen Kunden zu gewinnen. Da muss auch der Service besser werden. Wer Reaktionen im Netz beobachtet, könnte leicht glauben, das Home24 vor allem entnervte Kunden erzeugt.
Ob das reicht, angesichts der Vormacht der Plattformen und Ikea-Plänen, sich auch bei Amazon zu zeigen? Auch wenn das erst einmal nur für die derzeit dor aktiven Drittanbieter bitter ist.  Deutlich konkreter sind bei Ikea, Online-Umsatzanteil auf Verbundgruppen-Niveau, ohnehin die Pläne für einen Shop-Relaunch in 2019.

Die Fallstricke einer DHL-Paketstation
"Wie lange brauchen wir eigentlich noch DHL, Hermes, DPD und Co?" fragte etailment vor knapp einem Jahr. Immerhin baut Amazon seine Logistik-Dienste fortlaufend aus. Da naht also Ersatz. Und der ist in manchen Punkten besser als der gelbe Riese. Was wiederum womöglich auch nicht so schwer ist. Denn der Logistiker scheint vor allem an der Selbstabwicklung zu arbeiten, wenn man die Pleiten und Pannen rund um die DHL-Paketstation als Maßstab nimmt, die die Wirtschaftswoche launig und lesenswert beschreibt und die jeder Onlinehändler als geschäftsschädigendes Verhalten betrachten könnte.

Görtz findet WhatsApp gut
Görtz bejubelt seinen Versuch, WhatsApp als Kommunikationskanal mit dem Kunden zu nutzen. Nach dem Start im November liegen die Nutzerzahlen bereits 30% höher als erwartet. Grunderwartung? Würde man gerne wissen, aber man will dem Schuhhändler ja das Feiern nicht verderben. Interessanteste Ergebnisse daher eher: Die stärkste Altersgruppe liegt zwischen 21 und 30 Jahren und Frauen konvertieren besser. Aber auch auf derlei Einsichten wäre man vermutlich nach fünf Minuten Nachdenken gekommen. 

INTERNATIONAL

Amazon hebt Preise bei Whole Foods
Nach der Whole-Food-Übernahme drückte Amazon bei der Supermarkt-Kette erst einmal die Preise. Nun gehen die Preise wieder rauf. Grund ist der Druck der Hersteller, die über gestiegene Produktionskosten klagen. Da sind zumindest die Rivalen dankbar, ein Stück Normalität bei dem Riesen zu erleben.

Lego Wear zeigt leeren Laden für Shopping via Snapchat
Man nehme: einen leeren Laden, die App Snapchat und schon bekam man im Londoner Pop-up-Store von Lego Wear die limitierte Streetwear-Kollektion für Erwachsene zu sehen (und sieht dabei selbst eher kindisch aus - siehe Artikelbild). Besucher der virtuellen Boutique bekamen auf dem Display die Mode auf Lego-Schaufensterpuppen zu sehen und konnten über eine integrierte "Shop now"-Funktion online kaufen. Hübsche PR-Idee im Rahmen der Londoner Fashion Week. Denn wieso überhaupt in den Laden gehen, wenn man derlei - technisch gesehen - auch auf dem Küchentisch veranstalten könnte.

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So steht es um das papierlose Büro
Die Erwartungen an Digitalisierung im Rechnungsprozess sind hoch. Eine aktuelle Studie unter Deutschlands Top-700 Unternehmen zeigt auf, welche Chancen in der Transformation des Invoicing-Prozesses liegen.

TRENDS & FAKTEN


Umfrage über Schweizer Onlinehandel
Wie ticken die Schweizer Onlinehändler? Das will eine aktuelle Umfrage wissen. Dahinter stecken das Institut für Marketing Management IMM der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern HSLU und der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW im Auftrag der Schweizerischen Post. Machen Sie, sofern Sie einer unserer vielen Leser in der Schweiz sind, doch bitte mit. Wir stellen die Ergebnisse dann hier vor. Auch den Nicht-Schweizern.

Lesetipp des Tages
Falls Sie wissen wollen, was rund um die Social-Video-App Tik Tok passiert, wie der Hype funktioniert, wer da guckt und was die Nutzer gucken, dann lohnt sich der Blick auf OMR. Dass man hinterher vielleicht noch mehr Fragen hat, liegt nicht am Beitrag von Roland Eisenbrand.  

Zahl des Tages
Den Rauswurf von Ceconomy-Chef Pieter Haas hat sich Media-Saturn 11,2 Millionen Euro Abfindung kosten lassen. Finanzvorstand Mark Frese bekam 6,8 Millionen Euro. Ingesamt gingen 34 Millionen Euro an 16 ehemalige Top-Manager. Die Zahlen nannte Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Fitschen auf der Hauptversammlung des Sanierungsfalls, der sich immer noch fragen lassen muss, ob er Saturn noch braucht.

Start-up des Tages
Business-Applikation ermöglicht individuelle Geschäftsanwendungen – auch ohne Programmierkenntnisse. Ninox-Gründer Frank Böhmer hat mit seinem Start-up dafür eine Lösung.

Favorit der Leser am Vortag
Allseits geachtet. Das gibt es in dieser Branche selten. Noch seltener, wenn man wie Roman Zenner nicht nur ein cleverer Analyst ohne Buzzword-Deformation ist, sondern auch klare Kante und Haltung zeigt. Jetzt schreibt er für etailment in regelmäßigen Abständen unter der Rubrik "Zenners Zwischenruf" was bei ihm auf dem Zettel steht. Zur Premiere sagt er, warum man auch als Techie nicht jede Optimierung mitmachen muss.

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