Rotterdam beschäftigt sich aktuell mehr als gewöhnlich mit Fragen und Personen rund um den Online-Handel. Neben der Entscheidung, die Dark Stores zu schließen, gibt es in der Stadt Streit wegen Jeff Bezos. Der Gründer von Amazon will mit seiner Segeljacht in die Stadt fahren, das Schiff ist aber zu groß. Bezos hat mal wieder eine absurde Idee, die in der Hafenstadt keine Begeisterung auslöst, denn er will für die Durchfahrt eine historische Brücke der Stadt abbauen. In den sozialen Medien gibt es im Gegenteil einen lauten Aufschrei, eine erste Reaktion ist der Aufruf, Bezos und sein Schiff mit faulen Eiern zu bewerfen. Die Stadt hat noch nicht über den Abbau der Brücke entschieden, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn beschließt, sinkt.

///// HANDEL NATIONAL
Unternehmen wollen die Preise anheben
In Deutschland stehen weitere Preissteigerungen vor der Tür. Nach einer Befragung des Ifo Instituts erreichen die Preiserwartungen einen Höchstwert von 46 Punkten. Damit ist in den vergangenen Monaten eine stetige Aufwärtsentwicklung zu beobachten. Im Dezember hatte der Wert bei 44,7 Punkten, im November bei 45 gelegen. Besonders hoch sind die Zahlen im Großhandel mit 60,3 Punkten und im Einzelhandel mit 57,7 Punkten. Die Preiserwartungen zeigen an, wie viel Prozent der Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen. Abgezogen wird der Prozentwert derer, die ihre Preise senken wollen. Die Höhe der geplanten Preisänderungen fragen die Wirtschaftsforscher nicht ab.

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Zertifizierung "Omni-Channel-Manager"
An der Universität St.Gallen (Schweiz) startet am 23. Mai das vierte Omni-Channel-Management-Seminar. Absolventen werden zu zertifizierten (CAS) Omni-Channel-Managern. Zusammen mit Dozierenden (Universität St.Gallen, Universität Groningen, HEC Paris, Henley Business School) und namenhaften Praxisreferenten lernen Omni-Channel-Manager in sechs dreitätigen Modulen verteilt über zwölf Monate für Ihr Unternehmen die neusten Entwicklungen und Trends und profitieren von etablierten Tools zum Omni-Channel-Management in der Praxis. Profitieren Sie von diesem etablierten Praxisseminar und lösen Sie die Omni-Channel-Herausforderungen für Ihr Unternehmen.

Verbraucherstimmung sinkt weiter

Auch im Februar hat sich die Verbraucherstimmung nicht verbessert. Nach den Zahlen des HDE-Konsumbarometers geht es weiter abwärts, nun bereits den dritten Monat in Folge. Der Handelsverband nennt besonders die sinkende Bereitschaft für Anschaffungen und die Konjunkturerwartungen als Bremsen, denn die Anschaffungsneigung befinde sich nun auf einem Allzeit-Tiefststand. Nach unten gehe es aber auch bei der Sparneigung, ein Plus zeige sich bei den Einkommenserwartungen. Die negativen Aussichten der Verbraucher in Bezug auf die Konjunktur setzten sich seit dem vergangenen Sommer fort, eine Erholung erwarteten sie nicht. Der Verband rechnet erst beim Auslaufen der aktuellen Corona-Welle und einem nachlassenden Infektionsgeschehen mit einer Umkehr des Trends.


Strong Point setzt die Expansion fort
Strong Point wagt von Skandinavien aus den nächsten Schritt ins europäische Ausland, nun stehen die deutschsprachigen Länder auf der Liste. Nach Unternehmensangaben stellt der Anbieter von E-Commerce-Lösungen seine Produkte nun auch dem Lebensmittelhandel in der DACH-Region zur Verfügung. Im Mittelpunkt für die Omnichannel-Lösungen stünden die temperierten Abholstationen, parallel gehe es um den Auf- und Ausbau strategischer Partnerschaften im Bereich Fulfillment. Für den stationären Handel gebe es auch die Möglichkeit des Aufbaus von Curbside-Pickup und Drive-Through. Strong Point sieht für den Lebensmitteleinzelhandel noch erhebliche Defizite. "Der Markt für E-Retail-Lösungen im Lebensmitteleinzelhandel steckt im Raum DACH noch immer in den Kinderschuhen", erklärt Tobias Kern, Business Development Director DACH bei Strong Point.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Price Runner klagt gegen Google
Google muss sich gegen eine neue Klage wehren. Dieses Mal zieht Price Runner vor ein Gericht in Stockholm, in dem Verfahren gehe es um eine Summe von rund 2,1 Milliarden Euro, meldet die Tagesschau. Das schwedische Preisvergleichsportal, das im ersten Quartal von Klarna übernommen werden soll, werfe dem Giganten einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor, da Google Suchergebnisse eigener Preisvergleichsangebote weiter oben platziere. Price Runner rechne mit einem längeren Verfahren, die Kasse sei mit einer Rücklage von mehreren Millionen Euro aufgestockt. Das Portal sehe sich bereits seit Jahren in Großbritannien, Dänemark und Schweden benachteiligt. Im November hatte das Gericht der Europäischen Union gegen Google ein Bußgeld in Höhe von 2,4 Milliarden Euro wegen der Ausnutzung der marktbeherrschenden Stellung und Bevorzugung des eigenen Preisvergleichsdiensts verhängt.

Uber, Lyft, Instacart und Doordash bilden eine Arbeitgebergruppe
Im US-Bundesstaat Washington State haben die vier Anbieter von Liefer- und Transportdiensten Uber, Lyft, Instacart und Doordash eine "Washington Coalition for Independent Work" gegründet. Die vier Unternehmen wollen sich bei den möglichen gesetzlichen Änderungen in Bezug auf die Arbeitsbedingungen der Fahrer eine bessere Ausgangsposition verschaffen, berichtet Geekwire. Es gehe darum, das bestehende Modell zu erhalten, in dem die Fahrer als Selbstständige für die Lieferdienste unterwegs sind. Im Fokus stehe dabei die Unabhängigkeit der Fahrer und ihre Flexibilität, heiße es von Lyft. Es sei nicht nur besser für sie, es sei auch das, das die Fahrer selbst wollten, zitiert Geekwire den Sprecher der Vereinigung. Die Partner hätten Lobbyisten mit den entsprechenden Aufgaben beauftragt. Durch das bestehende Modell wären die Unternehmen von der Zahlung einiger Steuern befreit, auch seien sie nicht an Regelungen bezüglich Mindestlohn und Arbeitszeit gebunden.


///// TRENDS & TECH

Nike klagt gegen Stockx
Nach Auffassung des Sportartikelherstellers Nike verletzt Stockx die Markenrechte. Die Handelsplattform für Markenartikel verkaufe nicht autorisierte Sportschuh-Bilder als Non-Fungible Token (NFTs), schreibt das Handelsblatt. "Überhöhte Preise und undurchsichtige Kauf- und Eigentumsbedingungen" hätten Nikes Ruf geschadet, laute die Argumentation in der Klage. Der Konzern habe rund 500 NFTs an Stockx verkauft, der Verkauf der unautorisierten Turnschuh-NFTs sei bereits seit Januar im Gange. Über die Höhe des Schadenersatzes, den Nike fordere, sei nichts bekannt.

Ein Lieferroboter zum Treppensteigen
In Spanien steht ein neuer Lieferroboter vor dem Start. Nach einem Bericht von Business Insider kann sich das neue Gerät, das von der Universitat Politècnica de Catalunya - BarcelonaTech (UPC) und Carnet entwickelt wurde, mit Hilfe von sechs Rädern auch über Treppenstufen von 20 Zentimetern Höhe bewegen. Carnet ist ein von VW, Seat und der Universität gefördertes Forschungslabor. Die Fahrroboter sollen für den Lieferdienst auf dem letzten Kilometer bis zur Haustür eingesetzt werden, die Pilotphase sei für dieses Jahr im spanischen Esplugues de Llobregat, in Hamburg und in Debrecen in Ungarn geplant. Die Entwickler erwarteten sich mit dem neuen Fahrzeug auch eine deutliche Senkung der Emissionen, denn der Anteil der Auslieferung auf den letzten Kilometern liege bei rund 20 Prozent der kompletten Emissionen in den Städten. Auch die Kosten könnten so deutlich gesenkt werden.

Kundenservice spielt große Rolle
Das Verhalten der Unternehmen gegenüber ihren Kunden und die Services, die sie anbieten, haben für die Verbraucher eine wachsende Bedeutung. Für 86 Prozent der Kunden endet die Markentreue nach zwei schlechten Erfahrungen. So lautet ein Ergebnis einer Untersuchung der CX-Plattform Emplifi in Großbritannien und den USA, über die Ibusiness berichtet. Schnelle Reaktionen der Anbieter stünden für 52 Prozent der Befragten ganz oben auf der Prioritätenliste, sie sollten innerhalb von einer Stunde erfolgen. Eine schlechte Customer Experience sei für 63 Prozent der Verbraucher ein Grund, sich einen anderen Anbieter zu suchen. Die Marktforscher forderten die Unternehmen auf, sich der Customer Experience zu widmen, um die Markentreue zu erhalten. Es gebe hier große Unterschiede zwischen den Leistungen der Unternehmen und den Erwartungen der Kunden.


///// NACHHALTIGKEIT

H&M startet schwedische Webseite für gebrauchte Kleidung
Der Markt für Second-Hand-Kleidung wächst, nun verschärft auch H&M seine Aktivitäten und öffnet im Heimatland Schweden eine eigene Webseite. In der Rubrik "Pre Loved" gebe es dadurch die Chance, gebrauchte Kleidungsstücke der H&M-Marken zu kaufen und zu verkaufen, dazu kämen auch Marken wie Asos, Nike und Zara, berichtet Just Style. Die Kunden erhielten in Zukunft Zugriff auf eine Auswahl von Second-Hand-Produkten. H&M wolle so den Kreislauf im Handel verstärken und die Lücken in Bezug auf Nachhaltigkeit schließen. Handel und Nutzung gebrauchter Kleidung solle zu einer neuen Normalität werden, so die Idee des Konzerns. Das Angebot werde in Zukunft ausgebaut, nach Schweden sei auch der Aufbau eines Online-Shops in Deutschland geplant.