Liebe Leserin, lieber Leser, der vielleicht beste Satz in jedem Business ist "Ich weiß nicht". Er befreit, hilft nach neuen Antworten zu suchen. Auch in anderen Branchen. Ikea scheint einige gefunden zu haben. Unter anderem bei Zalando.

Der Betrug mit den unbestellten Amazon-Paketen
Die Masche ist aus den USA bekannt und auch in Deutschland nicht wirklich neu: Unverlangte Paketsendungen, die vermeintlich von Amazon stammen, machen wohl nun auch hierzulande die Runde. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berichtet jetzt von Paketsendungen mit Ware, die die Kunden nie bestellt haben. Mal ist es ein Ladekabel, mal Erotik-Spielzeug, mal eine iPhone-Hülle, was da über den Marketplace verschickt wurde. Die Lösung ist recht simpel: Windige Händler eröffnen einen Zweit-Account bei Amazon unter Namen und Adresse der unwissenden Empfänger. Dann bestellen sie die Ware. So pushen sie den Artikel im Verkaufs-Ranking und manipulieren als Zugabe auch die Bewertungen. 

Expert will warten
Verbundgruppen und Plattform-Ökonomie, dass ist wie Huhn und Adler. Der eine träumt vom Fliegen, der andere macht Beute. Daran muss ich denken, wenn ich lese, dass Expert, umsatztechnisch online mit rund 200 Millionen Euro ein Zwerghuhn,  sich nun wieder nach einer digitalen Kompromiss-Lösung sehnt, die am Ende keinen so richtig glücklich machen dürfte. Onlineshop ja, aber dezentrales Konzept und statt mit Amazon-Kunden Volumen zu machen, wolle man lieber Stammkunden einen ergänzenden Online-Kanal bieten - unter Berücksichtigung der Belastungsfähigkeit der angeschlossenen Händler.
"Wir müssen alle mitnehmen. Und wenn der eine oder andere länger braucht, dann dauert es halt einmal zwei Jahre länger", zitiert Channel Partner Expert-Chef Stefan Müller. Das ist total lieb vom Vorstand der schwächelnden Verbundgruppe. Nur der Markt wird den Händlern nicht so viel Zeit lassen. Und damit werden dann alle zur Beute: die Langsamen und jene, die rennen konnten, als noch Zeit war.

Amazon besser möbliert
Wir sind hier bei etailment manchmal schlecht möblierte Verkäufer. Am 4. Februar erwähnten wir bei etailment in einem  Bericht über Amazon-Eigenmarken so nebenbei die neuen Möbelmarken Movian und Alkove. Eine Woche später, da Amazon die Marken offiziell als neu kommuniziert, stürzt sich alle Welt auf diese Nachricht. Tja. Tröstlich: Unsere treuen und aufmerksamen Leser konnten wir vorher schlau machen. 

Neuer COO für Getnow
Robert Schambach tritt als neuer Chief Operating Officer (COO) beim Online-Supermarkt Getnow an. Der 36-Jährige  kommt von Allyouneed Fresh.

Home24-Gründer tritt ab
Andere Möbel bekommt Home24-Gründer Philipp Kreibohm. Er zieht sich aus dem Vorstand des Börsenneulings zurück und soll im Sommer in den Aufsichtsrat wechseln. Seine Aufgaben sollen dann unter den drei Co-Chefs Marc Appelhoff, Christoph Cordes und Johannes Schaback aufgeteilt werden.

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INTERNATIONAL

Plattform-Strategie von Zalando inspiriert Ikea
Strategiewechsel bei Ikea. Der schwedische Möbelriese steht nicht nur in den Startlöchern, um auf Marktplätzen wie Alibaba und Amazon mehr Präsenz zu zeigen, sondern denkt auch über eine eigene Plattform nach. Auf der könnten dann auch Möbel von Wettbewerbern verkauft werden. Dabei fühlt sich Ikea auch von Zalando inspiriert, liest man in der Financial Times. Außerdem testet Ikea in verschiedenen Märkten derzeit unter anderem Leih-Service, Self-Scanning und den Versand von Kötbullar.

Pincic startet Kochbox Presto
Picnic versalzt jetzt auch den Kochboxen-Versendern womöglich die Suppe. Das "Zalando für Lebensmittel" startet mit Presto ein eigenes Foodbox-Modell. Das kündigte Picnic via Twitter an. Versand der Kochboxen: Kostenlos. Die Nutzung ist ohne Abo möglich. In wenigen Wochen soll es überall im Liefergebiet in den Niederlanden losgehen. Die Preise für die Zwei-Personen-Boxen liegen zwischen 10 und 15 Euro.

Amazon bringt Paketstation zum Coachella
Nachdem About You hierzulande gerade massiv ins Festival-Geschäft einstiegt, zeigt Amazon in den USA, was im Umfeld eines Events möglich ist. Amazon Lockers wird es nämlich beim Coachella-Festival geben. Es ist das vielleicht derzeit angesagteste Musik-Happening weltweit. Die Schließfächer können  Festivalbesucher für Vorbestellungen (Sonnencreme, Ladekabel) und Express-Lieferungen nutzen. Außerdem wird Amazon online eine Sonderseite zum Coachella mit Fashion, Beauty, Health & Wellness, Tech und Campingartikeln bieten.

TRENDS & FAKTEN


Butler hilft Zalando im Lager
Zugegeben: Diese Nachricht wurde auch wegen der Schlagzeile ausgewählt. Butler heißt nämlich das KI-fähige Robotiksystem von Grey Orange das im neuen 30.000 m2 große Fulfillment-Center von Zalando im schwedischen Brunna, nahe Stockholm, die Automatisierung wuppen und die Durchlaufzeiten für Zalando-Kunden in Nordeuropa halbieren.soll.

Zahl des Tages
Die Bretter für den stationären Möbelhandel werden dünner: Auf 19,95 Mrd Euro taxiert der neue „Branchenfokus Möbel 2019“ von IFH Köln und BBE Handelsberatung den Markt. Ein Minus von 1,3%. Nur online wächst der Markt. Stationäre Händler halten hier 29,5 Prozent der Marktanteile. 

Start-up des Tages
Täglich frei verfügbare Daten zu Produkten, Preisen oder Marken werden über das Tool Blackbee gesammelt, gereinigt und zu wettbewerbsrelevanten Informationen für Händler wie Hersteller aufbereitet.

Favorit der Leser am Vortag
Check-in wie am Flughafen, kein Sortiments-Overkill und geheimnisvolle Schränke in der Umkleidekabine. Der neue Hamburger Laden des Onlinehändlers Bonprix testet eine neue Form des stationären Einkaufens, bei dem das Smartphone der Steuerknüppel ist. Etailment hat sich vorab umgesehen.

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