Der indische Online-Gebrauchtwagenmarkt Cars24 hält sich mit seinen Versprechen gegenüber den Kunden nicht zurück. In Australien sollen in Brisbane, Sydney und dem Großraum Melbourne die Fahrzeuge ab jetzt innerhalb von sieben Tagen ausgeliefert werden. Für beliebte Fahrzeuge kann die Wartezeit in Australien bis zu zwölf Monate betragen, heißt es bei Tech in Asia. Das Unternehmen hat sich aber nicht dazu geäußert, wie es die Schwierigkeiten mit der Lieferung von Rohstoffen und Ersatzteilen umgehen will. Das wird wahrscheinlich ein so großes Betriebsgeheimnis wie das Rezept von Coca Cola.

///// HANDEL NATIONAL
Inflation in Deutschland erreicht Rekordmarke
Und wieder hat die Inflationsrate in Deutschland einen starken Sprung nach oben gemacht. Der Wert von 7,3 Prozent im März 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die höchste Rate seit Herbst 1981, meldet das Statistische Bundesamt. Im Februar war der Wert mit 5,1 Prozent bereits auf ein besonders hohes Nievau angestiegen. Der Anstieg im März gegenüber dem Februar hat bei 2,5 Prozent gelegen. Den stärksten Einfluss auf die Entwicklung hat nach Angaben der Statistiker der Krieg in der Ukraine. Bei den Produktgruppen liegen Heizöl, Kraftstoffe und Erdgas sowie einzelne Nahrungsmittel an der Spitze. Neben den Verbraucherpreisen sind im vergangenen Monat die Großhandelspreise noch stärker angestiegen. Hier liegt die Quote gegenüber dem März 2021 bei 22,6 Prozent, der höchste Anstieg seit 1962.

Zizzi mit Rekordergebnis in Deutschland
Die dänische Modemarke Zizzi blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Anbieter von Damenmode in Übergrößen hat 2021 weltweit ein Ergebnis von 98,25 Millionen Euro erreicht, das Ebitda für das Gesamtunternehmen lag bei 10,74 Millionen Euro, schreibt Onlinemarktplatz. Mit dem deutschen Online-Shop seien fünf Millionen Euro umgesetzt worden. In den vergangenen fünf Jahren sei es gelungen, in Deutschland jedes Jahr im Durchschnitt um 88 Prozent zuzulegen. Als Grund für die erfolgreiche Entwicklung nenne Zizzi eine große Online-Offensive hierzulande und den Aufbau einer modernen Omnichannel-Plattform. Es sei "ein wunderbares Fundament für noch mehr Wachstum in den kommenden Jahren entstanden", erklärte CEO Kuno Kildetoft Mehlsen. Bis 2025 wolle das Unternehmen Umsatz und Einnahmen mindestens verdoppeln.

Lidl chartert eigene Frachtschiffe
Und wieder will ein Händler verstärkt gegen die Lieferprobleme vorgehen und sich von externen Logistikern unabhängig machen. Nachdem sich im vergangenen Jahr einige Unternehmen zu Allianzen zusammen geschlossen hatten, steigt Lidl nun alleine ein. Nach einem Bericht des Handelsblatts will der Discounter insgesamt vier Schiffe chartern, um besonders die Schwierigkeiten mit dem Warentransport aus Asien in den Griff zu bekommen. Seit kurzer Zeit gehöre die neue Reederei Tailwind Shipping Lines zu der Handelskette aus der Schwarz-Gruppe. Die Charterfrist für die Frachtschiffe liege bei 48 Monaten, der Start könne im Frühsommer erfolgen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Just Eat Takeways und Ahold bauen ihre Partnerschaft aus
Just Eat Takeway setzt die Partnerschaft mit dem Supermarktkonzern Ahold aus. In den Niederlanden hat der Lieferservice den Vertrag mit Ahold für dessen Marke Dutch Albert Heijn ausgebaut, meldet Reuters. Für Just Eat seien in Zukunft die Kuriere der Tochter Thuisbezorgd.nl unterwegs. Zum Start erfolgten die Lieferungen aus zwei Geschäften in Amsterdam, weitere sollen folgen, heißt es von Unternehmensseite. Die Kooperation umfasse rund 1.200 Produkte, im Mittelpunkt stünden Frischwaren und Fertigprodukte, geplant seien Lieferzeiten von unter 30 Minuten. Ahold betreibt bereits einen eigenen Lieferservice.

Bulgari dockt bei Alibaba an
Der italienische Juwelier Bulgari hat in China eine neue Verkaufsplattform gefunden. Der neue Bulgari Flagship Store steht nun im Tmall Luxury Pavilion des chinesischen Online-Riesen Alibaba. Damit ist Bulgari nach eigenen Angaben der erste Anbieter im Luxussegment, der das Konzept des Tmall Luxury Pavilion nutzt. Zugriff hätten die Kunden über die Apps von Tmall oder Taobao. Die Digitalisierung werde fortgesetzt und ausgebaut, wozu auch eine Erweiterung des Omnichannel-Vertriebs gehöre, kündigt Bulgari an. Die Strategie des Unternehmens werde auch weiterhin von den Änderungen im Lifestyle der Kunden bestimmt. Der Bulgari Flagship Store solle mit weiteren Funktionen nach dem Feedback und dem Verhalten der Kunden ausgestattet werden.

Lululemon startet in USA Programm für Wiederverkauf
Lululemon ermöglicht den Kunden in den USA ab dem 22. April den Wiederverkauf ihrer Produkte auf einer Unterseite des Online-Shops. Kunden können ihre gebrauchte Ware innerhalb des neuen Programms "Like New" in einem der Geschäfte des Sportartikelherstellers abgeben und erhalten einen Gutschein, berichtet CNBC. Das Unternehmen rechne im Zuge der hohen Inflationsrate mit einer Nachfrage nach günstigeren gebrauchten Produkten, eine Rolle spiele aber auch der Aspekt der Nachhaltigkeit bei Second-Hand-Kleidung. Der Verkauf der gebrauchten Bekleidung erfolge in der ersten Phase des Programms ausschließlich online.

Die Online-Inflation in den USA steigt weiter
Der Adobe Digital Price Index setzt seinen Weg nach oben fort. Im März lag die Rate für die Online-Inflation in den USA bei 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit wiederholte sich der Wert des Februar. Insgesamt ist dies der 22. Monat in Folge mit einem Plus bei der Online-Inflation. Besonders stark nach oben ging es mit neun Prozent bei den Lebensmitteln, den größten Anstieg vermelden die Marktforscher mit 16,3 Prozent für die Bekleidungsbranche. Die hohe Preissteigerung hat aber nicht zu einem Rückgang der Verkaufszahlen geführt. Im März wurde mit 83,1 Milliarden US-Dollar sogar ein höherer Umsatz im Vergleich zum Februar mit 67 Milliarden US-Dollar erzielt.



///// TRENDS & TECH

About You entwickelt eine eigene NFT-Plattform
About You wagt den Schritt ins Metaverse-Geschäft und startet jetzt eine eigene Plattform. Nach einem Bericht der Textilwirtschaft könnten die Kleidungsstücke mit Hilfe eines digitalen Fittings angepasst werden. Dies betreffe Marken aus den Segmenten Fashion, Sport, Musik und Gaming, die Plattform sei an "Fashion Forward Fans und NFT-Interessierte" ausgerichtet. Die Bezahlung sei aber unverändert mit Euro und US-Dollar möglich und nicht auf Kryptowährungen beschränkt.

Amazons Drohnen heben nicht ab
In den vergangenen Wochen und Monaten haben diverse Unternehmen Tests von Drohnen für Frachttransporte angekündigt, einige haben in ausgewählten Regionen den Dienst gestartet. Auch von Amazon gab es solche Ankündigungen, erstmals 2013. In Aussicht gestellt hatte der Konzern damals den Start in rund fünf Jahren, berichtet die Handelszeitung. In den vergangenen neun Jahren habe die Investitionssumme bei rund zwei Milliarden US-Dollar gelegen, mehr als 1.000 Mitarbeiter seien beteiligt gewesen. Nach diversen Schwierigkeiten auf der technischen Seite, Sicherheitsfragen sowie Umstellungen bei Personal und Verantwortlichen soll es in diesem Jahr vorwärts gehen. Auf einem neuen Testgelände seien rund 12.000 Testflüge geplant, die ersten zwei Monate seien mit rund 200 Flügen aber schwach gewesen.


///// NACHHALTIGKEIT

Defizite bei der Nachhaltigkeit der Lieferketten
In der europäischen Lieferkettenindustrie ist in Fragen der Nachhaltigkeit noch einiges zu tun. Nach einer Umfrage unter 200 Unternehmen durch Sixfold by Transporeon verfügen 28 Prozent noch nicht über eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie. 20 Prozent hätten erst in den vergangenen zwei Jahren einen solchen Katalog entwickelt. An der Spitze der Gründe für den Aufbau nannten 19 Prozent eine Senkung des CO2-Verbrauchs, dann folgten niedrigere Kosten (16,8 Prozent). Für sieben Prozent sei die Verringerung der Leerkilometer der wichtigste Aspekt. Bei der Überwachung und dem Management von Emissionen gehörten für 45 Prozent eine Real-Time Visibility zum Nachhaltigkeitsprogramm.

Initiative für klimafreundliches Kühlen gestartet
Das Umweltbundesamt hat gemeinsam mit Coolskills, der Klimaschutzoffensive des Handelsverbands Deutschland, RefNat4LIFE, Refrigerants Naturally! e.V. eine Initiative für ein klimafreundliches Kühlen und das Klimatisieren mit natürlichen Kältemitteln ins Leben gerufen. Dabei gehe es unter anderem um die Unterstützung von Unternehmen, für die der Einsatz von Kühlanlagen erforderlich ist, wie dem Lebensmittelhandel, bei der Umstellung auf klimafreundliche und energieeffiziente Geräte. Im Lebensmittelhandel würden durchschnittlich 50 Prozent der verbrauchten Energie für Kühlung und weitere 20 Prozent für Klimatisierung verwendet.