Und wieder eine neue Idee für den Einsatz der sozialen Medien. Dieses Mal will Walmart den "Abstand zwischen Inspiration und Einkauf verringern". Der Lebensmittelhändler hat in Kooperation mit Snapchat die App mit der Augmented-Reality-Linse "Snap Scan & Shop" ausgestattet. Kunden können nun mit dem Handy den Innenraum ihres Kühlschranks scannen. Sie erhalten dann bis zu zehn Vorschläge für Rezepte mit den dort liegenden Produkten. Was fehlt, können sie gleich bei Walmart bestellen.

///// HANDEL NATIONAL
Zahl der Regelinsolvenzen deutlich angestiegen
Im März mussten gegenüber dem Vormonat 27 Prozent mehr Unternehmen Insolvenz anmelden, meldet das Statistische Bundesamt. Damit setzt sich der negative Trend fort, allerdings mit einem höheren Tempo, denn im Februar lag die Zuwachsrate bei 4,6 Prozent. Während der Pandemie waren die Insolvenzzahlen durch gesetzliche Sonderregelungen und Wirtschaftshilfen zeitweise deutlich gesunken, die Sonderregeln sind aber im Mai 2021 ausgelaufen. Im Januar hatte es gegenüber dem vorjahresmonat einen Rückgang von 4,6 Prozent gegeben, im Handel liefen 160 Verfahren, 3,6 Prozent weniger als im Januar 2021. Bei den Verbraucherinsolvenzen war im Januar ein Anstieg um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen.

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Alibaba schaut über die Emissionen der Scopes 1, 2 und 3 hinaus
Angesichts des Klimawandels haben Führungskräfte weltweit die Pflicht, Verantwortung zu übernehmen und Führungsstärke zu zeigen. Als Vorreiter hat Alibaba das Konzept „Scope 3+“ eingeführt, welches die digitalen Plattformen von Alibaba nutzt. Dieses soll nachhaltige Produkte, Dienstleistungen und umweltfreundliches Verhalten von sämtlichen Beteiligten im Ökosystem sowie neue Technologie- und Geschäftsmodellinnovationen anregen und bis 2035 eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 1,5 Milliarden Tonnen ermöglichen. Mehr


Beiersdorf will den digitalen Handel verstärken
Beiersdorf hat auf der Hauptversammlung angekündigt, stärker in den E-Commerce einzusteigen und den Umsatzanteil zu vergrößern, berichtet das Handelsblatt. Dabei gehe es unter anderem um einen stärkeren Verkauf der Produkte über eigene digitale Vertriebsschienen. Für die Kunden solle es darüber hinaus mehr Möglichkeiten zur Personalisierung der Produkte geben. Im vergangenen Geschäftsjahr legte der Online-Handel um 32 Prozent zu, der Anteil des Umsatzes im Consumerbereich liegt laut Geschäftsbericht bei zehn Prozent. Viel zu tun gebe es bei der eigenen Online-Hautpflegemarke Own, die im Frühjahr 2021 auf den Markt gekommen war. Sie liege nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Vincent Warwery "hinter unseren Erwartungen". Das Gesamtvolumen sei bisher gering, schreibt das Handelsblatt.

Decathlon startet den Online-Verkauf gebrauchter Ware
In Zukunft sind Second-Hand-Artikel bei Decathlon in Deutschland auch im Online-Shop verfügbar. Der französische Sportartikelhändler hat gebrauchte Ware bislang nur in seinen Filialen verkauft, nun folgt der nächste Schritt, meldet Fashion United. Das Projekt stehe unter der Überschrift "Second Use", angeboten würden unter anderem Kajaks, Tretroller, Zelte und Fitnessgeräte. Es gehe um einen umweltfreundlichen Warenkreislauf, den die Kunden immer stärker wünschten. Geplant seien auch Dienstleistungen wie Test & Buy oder Buyback, ihre Umsetzbarkeit werde geprüft.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Aldi Süd plant im Ausland den Online-Verkauf
Bei Aldi Süd konnte es bis zum Einstieg in den Online-Handel nicht mehr lange dauern. Nach einem Bericht der Lebensmittelzeitung laufen die Vorbereitungen. Die Größe des E-Commerce in den USA, in Großbritannien, in der Schweiz und Irland deute darauf hin, in den USA und Großbritannien sei zu erkennen, dass es anfangs um Click & Collect gehen werde. Hier solle die Zahl der Filialen, in denen das Angebot zur Verfügung stehen werde, deutlich erhöht werden. Auch die Maßnahmen im IT-Bereich mit einer verstärkten Kooperation mit dem auf Software für Online-Handel spezialisierten Anbieter Spryker sei weiteres Zeichen. In der Schweiz sei das Liefergebiet von der Stadt Zürich auf die Region Zürich und Winterthur ausgeweitet worden.

Amazon führt in USA Treibstoff- und Inflationszuschläge ein
Vom 28. April an wird für Händler auf dem Amazon-Marktplatz in den USA ein Treibstoff- und Inflationszuschlag in Höhe von fünf Prozent fällig. Amazon hatte andere Gebühren im Januar erhöht, Treibstoffzuschläge gebe es bei Fedex und UPS seit Januar, heißt es bei Retail Dive. Amazon habe angekündigt, dass dies keine permanente Erhöhung der Gebühren werden solle, sondern nur ein temporärer Zuschlag. Der Konzern, der mittlerweile zu den größten Paketlogistikern in den USA gehöre, habe aber keine Angaben gemacht, bei welchen Bedingungen die Zuschläge wieder gestrichen werden sollen.

Händler auf Etsy wollen Gewerkschaft gründen
Eine Gruppe der Verkäufer auf der Plattform von Etsy denken nach dem Streik, den sie in den vergangenen Wochen gestartet haben, nun über die Gründung einer Gewerkschaft nach. Grund des Streiks waren eine Erhöhung der Transaktionsgebühren um 30 Prozent durch den Betreiber des Online-Marktplatzes, schreibt CNBC. Der Prozess der Gewerkschaftsbildung und die endgültige Form seien aber offen, habe Kristi Cassidy, eine der Organisatorinnen des Streiks, erklärt. Der Streik umfasse mehr als 1.000 Verkäufer, für eine Online-Petition an Etsy habe es eine hohe Zahl von Unterschriften gegeben. Seit 2019 sei der Umsatz der Händler von fünf Milliarden US-Dollar auf 12,2 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr angestiegen.


///// TRENDS & TECH

T-Matik wieder im Messe-Kalender
Am 11. Mai ist es so weit, nach einer coronabedingten Pause findet im Grevener Ballenlager die zehnte Auflage der T-Matik statt. Erstmals sind nach Angaben der Messeveranstalter aus dem Haus der LIS Logistische Informationssysteme AG neben den Anbietern von Telematiklösungen auch Logistikunternehmen auf der Messe vertreten. Die dort präsenten 40 Unternehmen stammen aus den Bereichen TMS- und OCR-Software-Entwicklung, Frachtenbörsen und Beratungsfirmen.

Shipium erhält Kapitalspritze
Der US-amerikanische Software-Entwickler Shipium hat sich eine Kapitalspritze in Höhe von 27 Millionen US-Dollar gesichert. Das junge Unternehmen konnte mehrere Investoren gewinnen, bei der ersten Runde im Juni 2021 hatte die Summe bei acht Millionen Dollar gelegen, berichtet Geek Wire. Shipium will Online-Händler dabei unterstützen, die hohen Anforderungen bezüglich Liefergeschwindigkeiten, die sich unter anderem durch Amazon ergeben hätten, zu erfüllen. Das Unternehmen mit Sitz in Seattle, das nicht überraschend von zwei ehemaligen Amazon-Managern gegründet wurde, arbeite mit bestehenden Logistiksystemen zusammen. Aufgabe sei es, dass die Händler entscheiden könnten, welche Variante die günstigste oder die schnellste sei, die sie erfüllen könnten, oder auch welche Art von Verpackung für den entsprechenden Auftrag passe. Shipium richte sich an mittelständische Händler, die über die entsprechende Infrastruktur verfügten, denen aber die Software für die optimale Koordination fehle.

Mit Künstlicher Intelligenz gegen Cookies
Unter dem Namen Cookie Enforcer soll Nutzern in Zukunft die Abfrage und der Einsatz der Cookies auf Webseiten erspart bleiben. Wissenschaftler der University Wisconsin haben in Zusammenarbeit mit Google das Tool entwickelt, dessen Einsatz auf Künstlicher Intelligenz beruht, berichten The Next Web und Inside IT. Dadurch würden innerhalb der Cookie-Banner die Optionen ausgesucht, mit denen die nicht erforderlichen Cookies abgelehnt würden. Ein Anklicken der einzelnen Optionen durch den Nutzer sei nicht mehr notwendig. Die Tests seien bei rund 500 der populärsten Webseiten weltweit durchgeführt worden, die Zuverlässigkeit weise einen Wert von 91 Prozent auf. Ziel sei die automatische Ablehnung aller nicht-essenziellen Cookies. Nach der Marktreife sei Cookie Enforcer als Browser-Erweiterung geplant.


///// NACHHALTIGKEIT

Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Produkte steigt
Verbraucher sind bereit, mehr Geld für nachhaltige Produkte auszugeben. Dies ist ein Ergebnis der Studie zur Nachhaltigkeit des IBM Institute for Business Value (IBV) aus dem Februar, für die 16.000 Menschen in zehn Ländern befragt wurden. Danach erklären rund 60 Prozent, dass bei der Hälfte der von ihnen eingekauften Produkte die Anforderungen in Bezug auf Nachhaltigkeit erfüllt werden. 49 Prozent seien zur Zahlung eines Aufpreises für nachhaltige Produkte bereit. Die Zahlungsbereitschaft sei aber in den unteren Einkommensklassen niedriger und liege nur bei 40 Prozent. Unternehmen könnten die Verbraucher mit Preisnachlässen für entsprechende Produkte zu einer Änderung ihres Kaufverhaltens motivieren.