Auf eine „Einbahnstraße in die Freiheit" will Boris Johnson seine Landsleute bis in den Juni hinein mitnehmen und den Lockdown verlassen. In Berlin spricht sich die Kanzlerin für eine behutsame Öffnungsstrategie aus. Hinter den Kulissen dürfte hart verhandelt werden. Währenddessen wächst der Kleiderberg im stationären Handel in den Himmel und Menschen mit kleinem Geldbeutel müssen auf KIK-Ware verzichten, weil sie vom Online-Einkauf ausgeschlossen sind. 

///// HANDEL NATIONAL
Online-Handels ist nix für Leute, die sparen müssen
Der Textil-Discounter KIK leidet unter dem Lockdown und mit ihm vor allem Menschen mit kleinem Geldbeutel. KIK-Geschäftsführer Patrick Zahn erklärt im Interview mit der Frankfurter Rundschau, dass sich viele Leute gar nicht leisten können, online einzukaufen oder Schufa-Einträge den Besitz einer Kreditkarte verhindern. Günstige Kleidungsstücke ab zwei Euro gäbe es online nicht, da sei bereits der Versand teurer. Dementsprechend niedrig ist der Online-Anteil am KIK-Umsatz mit derzeit 2,5 Prozent. Filialschließungen zugunsten des Online-Handels kommen laut Zahn für KIK mittelfristig nicht in Frage. 

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Die Bedeutung von Daten im Handel
Der Handel hat im Vergleich zu anderen Branchen den dringendsten Bedarf, die Dateninfrastruktur zu verbessern. Das ist bei der Vielfalt an Datenquellen nicht verwunderlich. Mit der Data Cloud von Snowflake lassen sich Daten unabhängig von Cloud-Anbietern an einem zentralen Ort speichern. Nur so können Unternehmen ihre Kunden mit einer 360-Grad-Ansicht aller Berührungspunkte ansprechen.

Stationäre Händler verkaufen Lockdown-Ware über Amazon und Zalando
Mindestens eine halbe Milliarde Kleidungsstücke bleiben durch den Lockdown in diesem Winter unverkauft. Derzeit türme sich die Ware beim stationären Modehandel in den Himmel, berichtet Die Zeit. Viele stationäre Händler hätten sich bereits bei Amazon und Zalando angemeldet oder verkauften über Facebook & Co. Dies könne die Warenberge allerdings kaum schmälern. Auch wenn die Kleidung nicht leicht verderblich sei, so ist es aber ihr Preis. Wenn der Lockdown anhalte, könnte es günstiger sein, die Ware zu vernichten, als sie zu lagern oder durch Dumpingpreise noch an die Kunden zu bringen. C&A dementierte bereits gestern Medienberichte über die Verbrennung von Neuware.  


IFO-Geschäftsklima-Index zeigt bergauf
Trotz anhaltender Krise steigt die Stimmung unter den Managern in Deutschland positiv an. Das zeigt der IFO-Geschäftsklima-Index im Februar mit 92,4%-Punkten nach 90,3 im Januar. Selbst die Manager aus dem Dienstleistersektor und im Handel zeigten sich weniger pessimistisch, die Tourismusbranche schaut leicht hoffnungsvoll auf die Sommermonate. Am IFO-Geschäftsklima-Index nehmen 9.000 Unternehmen teil. Gefragt wird nach der Einschätzung der Geschäftsentwicklung für die kommenden sechs Monate.  


///// HANDEL INTERNATIONAL


Online bei Mango: Unterwäsche von Intimissimi
Der spanische Modekonzern Mango öffnet sein Online-Sortiment für externe Marken, die die eigene Produktpalette ergänzen. Den Anfang macht die zur italienischen Calzedonia-Gruppe gehörige Wäschemarke Intimissimi. Weitere ausgewählte Marken könnten folgen. Das Drittmarken-Sortiment solle den Kunden einen Mehrwert bieten, heißt es bei Mango. Ein eigens dafür geschaffenes technologisches Ökosystem sei die Plattform, um diese neuen Angebote zu vermarkten. Voraussetzung für weitere Marken sei vor allem, dass diese zur Produktpalette von Mango passen. 

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Logistiklösungen für saisonale Schwankungen im Handel
Mit dem wachsenden Onlinehandel steigen gleichzeitig die logistischen Herausforderungen für Lagerhäuser: überdurchschnittlich hohe Bestellungen, steigende Retouren und der Druck, die Produktivität auch mit geringem Personaleinsatz konstant zu halten. Mit Technologien wie Voice und AMR lassen sich Kommissioniervorgänge und Retourenprozesse erheblich beschleunigen und die Produktivität deutlich steigern.

Laufschuhe aus Rizinusbohnen ab Herbst 2021 nur im Online-Abo 
Der Schweizer Sportschuhhersteller ON will mit seinem neuen Laufschuh die Produktion von Sportschuhen revolutionieren: Der Cyclon wird zu 100% aus dem nachwachsenden Rohstoff Rizinusbohnen hergestellt, ohne jeglichen Kunststoff. Um das Recycling sicherzustellen, wird es den Schuh nur im Internet-Abo zum Preis von 29,95 Euro geben. Nach maximal neun Monaten muss er zurück an ON und wird durch einen neuen ersetzt. ON plant die Registrierung für das Abo ab Herbst 2021 freizuschalten. Wann der Schuh auf den Markt kommt, ist derzeit noch nicht bekannt.    

E-Commerce-Readiness: Schweiz vor Niederlanden
Welche Faktoren beflügeln den Online-Handel in einem Land? Der E-Commerce-Index der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) nennt vier Faktoren: sicherer Zugang zu Internetservern, eine zuverlässige Post, hohe Internetaffinität der Bevölkerung und viele Nutzer von Online-Bezahldiensten. Kein Wunder also, dass die Schweiz beim Ranking des E-Commerce-Indexes die Nase vorn hat. Insgesamt 152 Nationen werden gelistet. Platz zwei belegen die Niederlande, Platz drei Dänemark. 


///// TRENDS & TECH

Digital Talk: Chef auf Zeit als Krisenmanager
Wenn ein Startup vom Wachstumspfad abkommt oder einem etabliertem Unternehmen die Führung verloren geht, sind sie gefragt: Interim Manager oder Managerinnen, die quasi über Nacht einspringen und das Steuer übernehmen. Es sind erfahrene Allrounder oder hochspezialisierte Fachleute, die strategische Entscheidungen überprüfen, nachjustieren und dann auf erster oder zweiter Führungsebene umsetzen. Doch wie läuft die Arbeit in der Praxis ab, wie integriert sich der Profi in das Personaltableau und wie teuer sind Chefin oder Chef auf Zeit? Das erfahren Sie von Management-Vermittler Thomas Schulz und Interim Manager Ralf Massow übermorgen, am Donnerstag, 25. Februar, um 11.00 Uhr im Digital Talk  von „Making Future“ – dem dfv-Newsguide für HR-Profis.

Favorit der Leser
In trügerischer Sicherheit wiegen sich viele kleine Online-Händler in Sachen E-Commerce-Security. Das kann sich rächen, denn im Cybercrime sind sehr viele Kriminelle unterwegs. Etailment-Gastautoren Steven Bailey und Steffen Ritter zeigen auf, welche wirtschaftlichen Folgen Cyberangriffe haben können und wie sich das Risiko senken lässt.