Liebe Leserin, lieber Leser, was sagt man Amazon nicht alles nach. Marktdominanz, Monopol. So mies es für Amazon im Onlinehandel mit Lebensmitteln derzeit läuft, stimmt das zumindest nicht überall. Da ist Amazon eher ein Scheinriese. Aber anders als der Herr Tur Tur im Kinderbuch "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" hat Amazon kein ganz so freundliches Wesen.

Feneberg gibt Amazon einen Korb
Als der süddeutsche Regionalfürst Feneberg im Herbst 2018 als Partner bei Bringmeister einstieg, war der Ausstieg aus der Partnerschaft mit Amazon Prime Now nur noch eine Frage der Zeit. Nun hat Feneberg die Beziehung beendet. Feneberg folgt damit anderen enttäuschten Partnern wie Basic und geht vor Rossmann, das im Sommer die Kooperation beenden soll. Bei den Abgängen sollen übrigens nicht nur nackte Zahlen eine Rolle spielen, sondern wohl auch, so hört man, fortgesetztes Desinteresse von Amazon gegenüber den Wünschen der Partner.
Die Amazon-Revolution im Onlinehandel mit Lebensmitteln ist also erst einmal ausgeblieben. Derzeit geht es langsamer und kleinlauter denn je voran. Einen Wandel hat Amazon gleichwohl losgetreten bei Rewe, Edeka und Co. Die könnten nun bei dem scheibchenweisen Abschied der Amazon-Partner Grund für eine gemächlichere Gangart sehen. Das könnte noch ein Fehler sein. Erst kommt die Revolution nämlich ganz allmählich, ganz plötzlich ist sie dann aber da.

Amazon baut Logistikzentrum in Schleswig-Holstein
Amazon baut ein neues Verteilzentrum in Borgstedt bei Rendsburg in Schleswig-Holstein. Im Mai 2020 wird der 7.800-Quadratmeter-Bau eröffnet.

Lesara-Gründer macht jetzt in China-Roller
Mit seinem Online-Discounter Lesara ist Roman Kirsch in die Insolvenz gerutscht. Das Stehaufmännchen hat aber schon ein neues Investment-Feld: Elektrische Tretroller, weiß Gründerszene. Die Erfahrung beim Import biillger China-Ware für Lesara sollte da nicht umsonst gewesen sein. Kirsch baut auf günstige Tretroller aus China. Bei der Meldung handelt es sich um einen Aprilscherz, den Gründerszene vergesslicherweise nicht aufgelöst hat.

INTERNATIONAL


110 Millionen Euro für ManoMano
ManoMano, Plattform für Heimwerker- und Gartenprodukte, sammelt bei Investoren 110 Millionen Euro ein. Das Geld kommt unter anderem von Eurazeo Growth, Aglaé Ventures und dem Fond Large Venture von Bpifrance. Die Franzosen dürften mit der Summe im Rücken auch den hiesigen Markt ordentlich durchschütteln. Bis 2020 peilt man ein Handelsvolumen von einer Milliarde Euro an. Derzeit rangiert man bei 424 Mio Euro. Mittelfristig soll dann allein die deutsche Plattform 25 Prozent des gesamten Handelsvolumen des Unternehmens erzielen. Eines der aktuellen Vorhaben ManoManos ist die Einführung von “ManoManoPro”, einer speziellen Plattform für den Handwerks- und Industriebedarf, die in Frankreich im März 2019 gestartet wurde.

Amazon nutzt kleinere Hubs
Während hierzulande Amazon Riesenkästen für die Logistik baut oder bauen will, beobachtet das Wall Street Journal, dass Amazon in den USA mit kleineren städtischen Lagerhäusern hantiert, um näher beim Kunden zu sein. 


TRENDS & FAKTEN


Lesetipp des Tages
Wie sich die EK-Servicegroup vernetzt, ist nur eines der digitalen Themen in der neuen Ausgabe von "Der Handel". Schauen Sie mal rein. Ganz bequem im E-Paper.

Start-up des Tages
Fashion-Anbieter können sich auf der Suche nach Models für die nächste Kollektion, für das Shooting oder die Modenschau von Agentur zu Agentur durchklingeln, oder sie nutzen ein Start-up wie QVSTA. Das nimmt die Arbeit ab.

Favorit der Leser am Vortag
Picnic, Ocado, Rewe oder auch getnow, Bringmeister und weitere. Seit der Start von Amazon Fresh in 2017 vor allem in Deutschland die Branche aufgeschreckt hat und Amazon im gleichen Jahr mit der Übernahme von Whole Foods die nächste Stufe zündete, tut sich einiges im deutschen und vor allem auch europäischen E-Food Markt. Handelsexperte Matthias Schu hilft uns, den Überblick zu behalten.

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