Liebe Leserin, lieber Leser, so mancher Händler investiert in Gütesiegel für Sicherheit und Vertrauen, dabei achten Verbraucher viel mehr auf das, was andere Kunden über einen Shop und vor allem Produkte sagen. Dass Bewertungen nicht immer koscher sind, beschäftigt nun auch das Bundeskartellamt. Und das ist gut so: Vertrauen ist die beste Basis für Geschäfte, der Handel ist darauf angewiesen. Noch eine Bitte zum Wochenende: Gehen Sie am Sonntag wählen, die EU ist für Unternehmen, einen starken Markt und menschenfreundliche Regeln ebenso relevant.

Bundeskartellamt prüft Nutzerbewertungen
Automatisiert und von Computern erstellte Urteile, gekaufte Bewertungen: Die meisten Verbraucher vertrauen Kundenbewertungen im Online-Handel. Daher widmet sich jetzt auch das Bundeskartellamt den manipulierten Urteilen, berichtet Internet World. Das Amt will herausfinden, welche Portale sauber arbeiten und welche nicht und wie falsche Bewertungen geahndet werden können.

Guter Start
Seit Herbst unterstützt eBay seine Verkäufer beim Fulfillment – die neue Dienstleistung kommt an: 40 Händler haben das Programm gebucht, weitere 100 werden demnächst angebunden, 200 sollen sich dafür interessieren. Und 90 % der Produkte, die seither bis 20 Uhr bestellt wurden, waren am nächsten Tag auch ausgeliefert, berichten die Onlinehändler-News.

Vorwerk ist unzufrieden
Der neue Thermomix verhagelt Vorwerk die Bilanz: Im Vorfeld seiner Einführung wurden weniger von den Turbo-Kochern bestellt. Auch der Staubsauger Kobold (Vorbild für Loriots Heinzelmann) hat nicht den Erfolg gezeigt, den das Unternehmen erwartete: Nur 2,8 Milliarden Euro Umsatz, 4 % weniger als im Vorjahr, und den Gewinn schmälern die Forschung & Entwicklungs-Abteilung sowie Investitionen in die IT, schreibt die Wirtschaftswoche. Zum Geschäftsbericht des Unternehmens, das seine Produkte vor allem über Partys und Internet verkauft, geht's hier.

Die Verluste von AboutYou
Bei rund 457 Millionen Euro Umsatz schrieb AboutYou im vergangenen Jahr 114,6 Millionen Euro Verluste. Exciting Commerce analysiert die Zahlen der Otto-Tochter und diskutiert im Podcast die Perspektiven des Online-Händlders für Mode.

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INTERNATIONAL

Einhörner des Handels
Die teuersten Start-ups des Handels heißen Away (Gepäck), Casper (Matratzen), Glossier (Kosmetik) und Rent the Runway (Mode mieten). Das Quartett konnte in den letzten Monate dreistellige Millionensummen an Kapital einwerben und wird jeweils mit einer Milliarde US-Dollar und mehr bewertet. Retail Dive beschreibt die Strategien und Geschäftsmodelle der Einhörner des Handels: Inspirierend.

Shopify kauft ein 
Shopify baut seine Handelsplattform aus und schnappt sich Handshake. Das New Yorker Start-up hat sich auf Händler spezialisiert, die Großhandelsware an Unternehmen verkaufen, vermeldet Techcrunch. 

Rakuten streamt
Um sein Handels-Angebot zun pushen setzt Rakuten auf Streaming, berichtet Broadband-TV-News: Rakuten Live heißt das Video-on-Demand-Angebot, für das Prominente und Schauspieler Besucher zum Bestellen anregen sollen. Shopping-TV für den Marktplatz also – Amazon setzt dafür auf Kinofilme.

Natura kauft Avon
Nach Aesop und Body Shop übernimmt der brasilianische Kosmetikkonzern Natura auch Avon, berichtet die Lebensmittelzeitung. Natura will durch den Kauf vor allem Kosten sparen: Bis zu 200 Millionen US-Dollar könnten so in Online-Marketing und vor allem Online-Shop fließen. Den Avon-Berater buchen Kunden übrigens schon länger online.

Nike digitalisiert

Die Hälfte der Umsätze werden bereits online erwirtschaftet: Nike tickt laut Digital-Chef Adam Sussman wie ein "Tech-Unternehmen". Wie Sussman den Sporthersteller weiter digitalisieren will, zeigt die Textilwirtschaft in einem Interview: Sehenswert. 

TRENDS & FAKTEN

B2B – aber richtig
Immer mehr Einkäufer kaufen online ein: Mit Geschäftskunden erwirtschaften Händler gute Umsätze, immer mehr Unternehmen eröffnen daher einen eigenen Online-Shop. Doch Unternehmenskunden sind anspruchsvoll, für B2B gibt's Einiges zu bedenken: Das Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstitut IFH erklärt in neun Thesen, wie B2B gelingt.

Karstadt mit Zalando
Wenn Wettbewerber zusammenarbeiten, ändern sich meistens Zeiten: Fashionunited analysiert die Gründe, warum Karstadt mit Zalando kooperiert. Der Wichtigste: E-Commerce macht 30 Prozent der Ladenflächen überflüssig.

Zahl des Tages
Nutzer in Deutschland sind inzwischen etwa 50 Stunden pro Woche online – immerhin länger als zwei volle Tage. Natürlich surfen die Jüngeren noch ein bisschen, genauer: 15 Stunden mehr. Diese und mehr Zahlen liefert die Digital-Studie der Postbank: Schnokus zum Wochenende.

Start-ups des Tages
Fahrräder, frische Äpfel, kleine Kinder: Gleich drei Start-ups liefern Lösungen für den Transport. etailment hat sich die unterschiedlichen Geschäftsmodelle angeschaut.

Favorit der Leser am Vortag
Es sind meistens die Frauen, die meistens für Familien und Haushalte einkaufen. Doch das spiegeln die Führungsriegen der Handelsbranche nicht wider. Über Widerstände und Chancen hat etailment mit der Datenspezialistin Kim Nielsson von Pivigo gesprochen.

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