Die Europäische Kommission hat in der vergangenen Woche einen weiteren Tiefpunkt in der virtuellen Realität gefunden. Bei der Untersuchung von 223 Webseiten aus 26 Mitgliedsstaaten sowie Island und Norwegen wurden zahlreiche Fehler bei den Bewertungen auf den Webseiten gefunden. Defizite gab es bei den Informationen über das Verhindern falscher Bewertungen, es fehlten Angaben darüber, ob bezahlte Bewertungen verboten oder gegebenenfalls gekennzeichnet wären. Die Kommission will nun dafür sorgen, dass das EU-Recht eingehalten wird. Höchste Zeit.

///// HANDEL NATIONAL
Kaufland zieht's ins Metaverse
Das Metaverse findet immer mehr Anbieter, die die Technologie nutzen wollen. Erst Ende vergangener Woche hat Walmart mitgeteilt, dass der US-amerikanische Supermarktkonzern in die digitale Erlebniswert einsteigt, jetzt will in Deutschland auch Kaufland den Weg in die virtuelle Welt nehmen. Nach Angaben des Handelsblatts werde Kaufland jetzt erstmals im Videospiel "Animal Crossing: New Horizons" von Nintendo zu sehen sein. Hier ist auch H&M bereits vertreten. Das Metaverse biete Chancen für Umsatzpotenziale, zitiert das Handelsblatt den Spezialisten für Digitalmarketing Helge Ruff. Unternehmen sollten heute dort präsent sein und experimentieren. Auf anderen Plattformen seien unter anderem auch Nike, Adidas oder Ralph Lauren mit von der Partie.

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Hoher Verlust der Wertschöpfung durch die Pandemie
Nach den neuesten Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat die deutsche Wirtschaft einen deutlichen Verlust der Wertschöpfung ertragen müssen. Die Wirtschaftsforscher kommen für die vergangenen zwei Jahre auf eine Summe von 350 Milliarden Euro. Im zweiten Coronajahr hätten staatliche Ausgaben und Exporte die Verluste abschwächen können. Neben den Schwierigkeiten bei Produktion und Lieferung hätten sich auch eingeschränkte Konsummöglichkeiten und vorsichtige Kunden negativ ausgewirkt. Für das erste Quartal 2022 könne der Wert bei 50 Milliarden Euro liegen, lautet die Prognose im neuen IW-Kurzbericht. Die Ökonomen setzen auf eine endemische Phase in diesem Jahr. Um die angelaufenen Verluste aufzuholen, benötige die deutsche Wirtschaft ein kräftiges Wachstum.


Gebrauchte Kleidung wird immer populärer
Der Kauf gebrauchter Kleidung gewinnt in Deutschland immer mehr an Popularität. Dies sei das Ergebnis von zwei Umfragen des Second-Hand-Anbieters im Modehandel Mamox, über die Textilwirtschaft berichtet. So entschieden sich 84 Prozent der deutschen Verbraucher bei ihrem Online-Kauf für ein gebrauchtes Kleidungsstück gegenüber einem neuen Produkt, rund die Hälfte biete seine eigene gebrauchte Kleidung selbst auf den passenden Plattformen an. Als wichtigster Grund zähle Nachhaltigkeit. Für 71 Prozent habe der Second-Hand-Kauf zu geringeren Ausgaben geführt. 67 Prozent der Befragten habe bislang mindestens einmal gebrauchte Kleidung gekauft. An der Spitze der Einkaufswege liege das Internet, 44 Prozent entschieden sich für eine Online-Plattform.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Yoox startet die europaweite Expansion
Der Luxusmode-Online-Händler Yoox hat sich große Ziele gesetzt und peilt für seine neue Plattform 30 europäische Länder als Markt an. Zum Start liegt die Zahl der angebotenen Produkte bei 150.000, sie stammen von 700 Marken der Kategorien Schmuck, Ready to wear, Accessoires und Schuhe, meldet die Textilwirtschaft. Mittelfristig plane der Händler eine Ausweitung des Produktprogramms auf mehr als eine Million, eine Ausweitung um Kosmetik und Second Hand gehöre ebenfalls zu der Unternehmensstrategie. Aktiv wolle Yoox auch im Bereich der nachhaltigen Produkte sein. Dabei werde es aber nicht bei Europa als Markt bleiben, angestrebt würde auch die Präsenz in den USA, dem Nahen Osten, Nordafrika und Japan.

Weitere Gefahren für britischen Markt erwartet
Die durch den Austritt Großbritanniens aus der EU ausgelösten Schwierigkeiten für den Handel zwischen den Britischen Inseln und dem europäischen Festland könnten vor weiteren Verschärfungen stehen. Eine wesentliche Rolle hierbei spielten nach Einschätzung William Bain von der British Chambers of Commerce die geplanten weiteren Kontrollen. Auswirkungen könne diese besonders auf kleinere und mittelgroße Unternehmen aus dem Lebensmittelsektor haben, größere Unternehmen könnten die Kosten besser verkraften, heißt es in der Wirtschaftswoche. So komme es seit Anfang des Jahres zu verstärkten Kontrollen, die zu längeren Zeiten bei den Lieferungen führten. Dies wirke sich besonders auf den Lebenshandel mit frischen Produkten aus.

Das Internet wird in der Schweiz zum wichtigsten Werbemedium
Der Werbemarkt in der Schweiz hat sich verändert und zum Internet als Hauptmedium bewegt. Nach einem Bericht der Handelszeitung hat eine neue Studie des Marktforschungsinstitut Media Focus Schweiz ergeben, dass die Online-Werbung einen Anteil von 30 Prozent des gesamten Werbemarktes erreiche. Dies bedeute eine Steigerung um vier Prozentpunkte gegenüber 2020, für die Werbung im Fernsehen gab es einen leichten Rückgang von 30 auf 29 Prozent. Die Gesamtwerbung in der Schweiz habe eine Höhe von 5,6 Milliarden Schweizer Franken erreicht, ein Plus von 12,3 Prozent. Der Rückstand gegenüber dem Vor-Coronajahr 2019 liege bei sechs Prozent. Auf den ersten Platz kam eine Kampagne von McDonald's, dann folgten zwei Online-Shops, auf Platz vier dann die Coronakampagne des Gesundheitsministeriums.

///// TRENDS & TECH

Mention Me hilft dem Online-Handel bei der Suche nach Fans
Die Plattform Mention Me hat mit einer Finanzspritze von 25 Millionen US-Dollar neuen Gestaltungsspielraum gewonnen. Von ihrem Unternehmenssitz in London hat sich Mention Me auf die Entwicklung neuer Technologien, die Marken bei dem Aufbau von Fangemeinden unterstützen soll, spezialisiert. Auf der Liste stehe für das 2013 gegründete Unternehmen nun der Aufbau einer Präsenz in den USA, berichtet Tech.eu. Dazu kämen Investitionen ins Partner-Netzwerk und die Entwicklung neuer Produkte. Dafür sei auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz geplant. Die Zahl der weltweiten Kunden liege mittlerweile bei 450.

Diversität wird zum Erfolgsfaktor
Nach den Ergebnissen der neuesten Studie des Handelsverbands Deutschland (HDE), der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland und Google Deutschland sollten Unternehmen bei ihrer Strategie zukünftig einen Schwerpunkt auf Diversity, Equity und Inclusion (DEI) legen. Bei den entsprechenden Konzepten gebe es im Mittelstand noch Defizite, die Großunternehmen seien dagegen aktiver. Die Studie zeige möglichen Handlungsbedarf auf. 55 Prozent der 334 befragten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erwarten eine wachsende Bedeutung der Diversität für ihr eigenes Unternehmen, für 37 Prozent habe DEI schon heute Bedeutung. 30 Prozent stuften das Konzept neutral ein, ein knappes Drittel sehe keine Relevanz für ihren Betrieb. Die Bekanntheit von DEI im Mittelstand steige mit der Unternehmensgröße. Von den 334 befragten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erwarten 55 Prozent, dass Diversität für ihr eigenes Unternehmen in Zukunft ein immer wichtigeres Thema werden wird. Für 37 Prozent der Teilnehmenden seien DEI schon heute von Bedeutung, 30 Prozent seien neutral eingestellt. Für ein knappes Drittel habe Diversität keine Relevanz für ihren Betrieb.

Fünf Trendsetter-Komplexe für 2022
Der Online-Handel kann sich für dieses Jahr auf fünf Entwicklungen einstellen. Von den Ergebnissen einer Umfrage von Händlern und Verbrauchern durch Checkout.com berichtet Ibusiness. An der Spitze stehen wieder einmal die Fragen und Themen der Nachhaltigkeit, so würden 54 Prozent der Kunden die Nachhaltigkeitskriterien vor dem Einkauf überprüfen, auf der anderen Seite spiele für 41 Prozent der Händler die ökologische Nachhaltigkeit eine besonders wichtige Rolle. Eine wachsende Bedeutung habe sich für das Social Shopping ergeben, 63 Prozent wünschten sich entsprechende Möglichkeiten, aber 49 Prozent trauten den dort angegebenen Empfehlungen nicht. Eine zentrale Rolle spielten weiterhin die Fragen der digitalen Zahlungsvarianten und ihre Sicherheit. Hier sähen die Anbieter Defizite, 68 Prozent investierten in die Technologien. Von dort ist es nicht weit zum nächsten Thema, der Cybersicherheit. Für 41 Prozent des Online-Handels bildeten Betrug und Cyberrisiken die größten Gefahrensquellen. Als fünften Komplex habe sich die wachsende Bedeutung der Online-Marktplätze ergeben, 25 Prozent der Einzelhändler fürchteten den Verlust von Marktanteilen an Marktplätze.


///// NACHHALTIGKEIT

Byfusion baut Kunststoff in Blöcke für Hausbauten um
Um den nicht enden wollenden Berg von nicht-wiedervertbarem Kunststoff zu senken und ihn noch sinnvoll zu nutzen, konzentriert sich das Start-up Byfusion in den Einsatz für den Hausbau. Die Menge an solchen Kunststoffen liege in den USA bei 42 Millionen Tonnen jährlich, von denen nur neun Prozent zum Recycling kämen, berichtet Fast Company. Die Berge des Kunststoffs würden nun mit Hilfe von Druck und Dampf in Blöcke unterschiedlicher Größen zusammengepresst. Einsatzmöglichkeiten für diese By Blocks reichten unter anderem von Zäunen über Mauern bis zu Terrassen. Für die Produktion der Blöcke sei zuvor keine Sortierung des Mülls erforderlich, bislang betreibe Byfusion eine Fabrik in Los Angeles, zwölf weitere seien in Planung. Bislang habe das Unternehmen 103 Tonnen recycelt, die Ziele sind nicht bescheiden, bis 2030 würden 100 Millionen Tonnen angestrebt.