Die Wahl ist vorbei, die Sondierungsgespräche und dann die Verhandlungen beginnen. Die CDU ist nach den Aussagen von Montag wohl raus, so bleiben nur noch SPD, Grüne und FDP. Aus der deutschen Wirtschaft kommen durch die Bank Rufe nach einer schnellen Regierungsbildung, überall von einem Aufatmen begleitet, dass die Variante Rot-Grün-Rot nicht mehr kommen wird. Auch der Handel fordert schnelle Verhandlungen, Lösungen und klare Verhältnisse. Doch die sind nicht so schnell zu erwarten und der Handel steht mit Sicherheit nicht so weit oben auf der Prioritätenliste, wo er stehen sollte und wie er es erwartet. 2017 hat gezeigt, wie lange es dauern kann, die Hoffnungen auf rasche Ergebnisse sollten besser nicht zu hoch geschraubt werden.

///// HANDEL NATIONAL
Klarna Conversion Kalender zeigt die beliebten Einkaufszeiten an
Die Einkaufszeiten für das Online-Shopping haben sich gegenüber 2020 leicht verändert. Im vergangenen Jahr war der Sonntag der Einkaufstag Nummer eins bei Deutschlands Online-Shoppern. Nach den Ergebnissen des diesjährigen Klarna Conversion Kalenders zieht es sie inzwischen vermehrt montags in die virtuellen Kaufhäuser. Der Zahlungsdienstleister untersucht für den Kalender die Einkaufszahlen unterschiedlicher Produktgruppen im Lauf der Woche. Für sieben der zwölf Kategorien bevorzugen die Deutschen den Sonntag, in den anderen fünf ist es der Montag. Für Frauen steht der Sonntag an der Spitze, es folgen Montag und Mittwoch, bei Männern sind die Umsatzzahlen montags in sechs Kriterien am höchsten. Unterschiede zeigt der Kalender auch beim Einkaufen mit mobilen Endgeräten oder dem PC auf. Der Einkauf mit Tablet oder Smartphone erfolgt gerne Freitagmittag.

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Verbessertes Kundenerlebnis – So optimieren Sie Ihr Online-Geschäft
Das Thema Payment wird von beinahe jedem fünften Händler als Herausforderung gesehen. Susanne Steinwart von PayPal, Händlerbund COO Tim Arlt und Markus Deibler von Luicellas Ice Cream diskutieren in der "Lunch & Learn Session" typische Fragen von Onlinehändlern.


Galaxus braucht mehr Platz für die Logistik
Der Online-Händler Galaxus will den nächsten Schritt auf dem deutschen Markt unternehmen und errichtet mit dem Schweizer Handelskonzern Migros ein neues Logistikzentrum in Krefeld. Nach Aussage von Fabrice Zumbrunnen, Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes, sei das Wachstum der vergangenen drei Jahre das Signal für einen Ausbau von Galaxus Deutschland gewesen, mit dem auch Migros die Präsenz in Deutschland verstärken will. Zur Intensivierung der gemeinsamen Aktivitäten gehöre der neue Standort. Geplant ist nach Angabe der Unternehmen für 2022 die Anmietung einer weiteren Halle, um die Lagerfläche von 5.000 auf 20.000 Quadratmeter zu vergrößern. Daneben hat das Online-Warenhaus auch neue Marketingideen und -ansätze sowie eine Verstärkung der Mitarbeiterzahl angekündigt.

Gucci eröffnet Online-Marktplatz
Unter dem Namen Gucci Vault betreibt Gucci jetzt einen neuen Online-Marktplatz. Zum Produktportfolio der italienischen Luxusmarke gehören dort Vintage-Produkte aus dem eigenen Haus und Entwürfe von Nachwuchsdesignern, heißt es bei Fashion United. Die eigenen Produkte aus älteren Programmen habe der Chefdesigner Alessandro Michele ausgewählt und wieder aufgearbeitet, darunter auch Einzelstücke. Mit den Produkten der jungen Designern wolle Gucci durch innovative Produkte mit dem entsprechenden Preisniveau auch ein jüngeres Publikum in das Online-Modehaus locken. Geplant seien für die Zukunft auch Kooperationen mit anderen Marken, um das Angebot deutlich zu erhöhen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Probleme für Irlands Cybersicherheit
Dem National Cyber Security Centre (NCSC), Irlands Nationales Cybersicherheitszentrum, droht eine schwierige Zukunft. In einem Bericht der Einrichtung, aus dem Euractiv zitiert, heißt es, das Zentrum sei "unterdotiert und überlastet". Der "organisatorische Aufbau oder die Kapazität, um alle Ziele" der irischen Cybersicherheitsstrategie zu erreichen, fehle. Durch einen im Mai erfolgten Ransomware-Angriff auf das irische Gesundheitssystem sei ein Schaden von bis zu 100 Millionen Euro entstanden. Die Behörde befürchte in ihrem Bericht, dass die anstehenden Initiativen der EU in Fragen der Cybersicherheit die Belastungen auf das Zentrum erhöhen würden. Hilfe für das Zentrum und die Sicherheit sind dringend gefordert, da einige der großen Online-Konzerne nicht nur ihren Firmensitz aus steuerlichen Gründen auf der Grünen Insel haben, auch diverse Rechenzentren, Großserver und digitale Standorte finden sich dort.

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Stellenangebot: Key Account Manager E-COMMERCE (m/w/d) für den europäischen Markt
Unsere Mandantin ist ein Hidden Champion im Bereich der Klebeprodukte, der mit weltweit ca. 700 Mitarbeitern von seinen Hauptsitzen in Holland und Deutschland aus äußerst erfolgreich global agiert. Für unsere Mandantin suchen wir schnellstmöglich für ihren deutschen Standort in der Nähe von Baden-Baden einen Key Account Manager E-COMMERCE (m/w/d) für den europäischen Markt. Unser Stellenangebot mit allen weiteren Details können Sie hier als PDF herunterladen.

Amazon startet in Großbritannien Versicherungsverkauf für Unternehmen
Nach der Aussage des Versicherungsmaklers Superscript plant Amazon in Großbritannien den Einstieg ins Versicherungsgeschäft. Der Online-Konzern wolle kleinen und mittelständischen Unternehmen Versicherungspolicen anbieten, meldet Reuters. Mitglieder des Amazon‘s Business Prime Programms sollen drei unterschiedliche Policen angeboten werden, die von den großen britischen Versicherungen stammten. Sie erhielten einen Rabatt in Höhe von 20 Prozent. Superscript erklärte dazu, dass es einen reibungslosen Verkauf geben müsse, bei dem der Kunde im Mittelpunkt stehe. Der Schritt auf den britischen Markt sei die Fortsetzung der Aktivitäten Amazons im Versicherungshandel, nach dem Start der Zusammenarbeit mit Next Insurance in den USA im vergangenen Mai.

Der E-Commerce in Europa wächst langsam
Nach den Zahlen des European E-Commerce Report, den Ecommerce Europe und Euro Commerce veröffentlicht haben, ging es für den europäischen Online-Handel im vergangenen Jahr um zehn Prozent nach oben. Umgesetzt wurden insgesamt 757 Milliarden Euro. Damit habe es aber einen Rückgang gegenüber 2019 gegeben, vor zwei Jahren hatte das Wachstum bei 14 Prozent gelegen. Die beiden Organisationen sehen hierfür den Rückgang in der Touristik und Bereiche wie der schwache Ticketverkauf als Faktoren. Sie rufen aber trotz der guten Zahlen des Online-Handels, der aber nicht alle Ausfälle des stationären Verkaufs auffangen konnte, zu weiteren Maßnahmen auf, damit die Branche bestmöglich von den digitalen Lösungen profitieren könne.

///// TRENDS & TECH

Konsumneigung in Großbritannien lässt nach
Nach einer GfK-Studie werden die Briten beim Einkauf zurückhaltender. Im September ist das Vertrauen der Verbraucher um fünf Punkte auf minus 13 abgerutscht. Als Grund nennen die Marktforscher die steigenden Lebenshaltungskosten auf den Britischen Inseln, ausgelöst durch eine Energiekrise. So stark sei der Wert seit Oktober 2020 nicht mehr gesunken. Der Rückgang erstrecke sich über die allgemeine Wirtschaftslage bis zur persönlichen Finanzlage. Neben den Folgen von Pandemie und Brexit spielten nun besonders die steigenden Gaspreise eine große Rolle. Dies seien schlechte Nachrichten für den Handel im Vorfeld der wichtigen Vorweihnachtszeit.

Ebay bietet chinesischen Händlern den Star Plan
Ebay will den chinesischen Händlern mit dem neuen Programm Star Plan den Verkauf ins Ausland erleichtern. Mit sechs Unterstützungsmodulen sollen sie ihre Produkte im Ausland bewerben und anschließend verkaufen können, berichtet Tamebay. Der Online-Konzern habe das Produkt aufgrund der steigenden Nachfrage aus dem Ausland entwickelt. Entscheidend seien das Markenmanagement, die verbesserten Verkaufsvorgänge und innovative Verkaufsmodelle. Händler könnten ihre neuen Produkte nun über die Ebay-Plattform anbieten. Sie erhielten hier Unterstützung für den Start des Verkaufs, das Ansprechen der Kunden und um möglichst schnell den Verkauf im Ausland zu starten und dort die Bekanntheit der Marken zu steigern. Star Plan biete den Händlern eine 30-Tage-Frist im Vorfeld des Verkaufs und gebe ihnen vollen Zugriff auf den Maßnahmenkatalog von Ebay für internationalen Online-Handel.

"Eine E-Commerce-Steuer wird den Handel nicht vor dem Wandel bewahren"
Leerstände einzelner Geschäfte oder ganzer Straßenzüge - in vielen deutschen Innenstädten mittlerweile ein gewohntes Bild. Um den Präsenzhandel zu fördern, hatte Drogerie-Unternehmer Raoul Roßmann vor einiger Zeit Paketsteuern und höhere Steuersätze für Onlinehändler ins Gespräch gebracht. Doch betrachtet man das Kundenverhalten genauer, zeigt sich eine viel komplexere Situation als die Frage "Kaufe ich online oder im Laden?", sagt Etailment-Gastautor Ralf Haberich - und plädiert für eine Versöhnung von On- und Offline.

///// NACHHALTIGKEIT

Ältere legen beim Einkauf mehr Wert auf Nachhaltigkeit
Nach einer neuen Untersuchung von PwC aus dem zweiten Quartal 2021 spielt für ältere Verbraucher das Thema Nachhaltigkeit beim Online-Einkauf eine größere Rolle als für die Gen Z, berichtet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH). Für die jüngere Generation seien Preis und Qualität die entscheidenden Argumente. Die Zustimmung zur Bedeutung der Nachhaltigkeit beim Online-Einkauf wächst mit zunehmendem Alter. Der Aussage "Mir ist das Thema Nachhaltigkeit beim Einkauf im Internet sehr wichtig" stimmten in der Altersgruppe der 14 bis 29-Jährigen 64,3 Prozent zu. Die Zahlen stiegen dann kontinuierlich an und erreichten in der Gruppe der Über-60-Jährigen einen Wert von 71,5 Prozent. Ein entscheidendes Argument für ihre Zurückhaltung sei für die jungen Kunden der höhere Preis für nachhaltige Produkte. Es gebe aber eine grundsätzliche Bereitschaft mehr zu bezahlen, so ein Ergebnis der Studie.