In Frankreich stehen die Paket-Zustelldienste vor dem Kollaps, DHL hat den Versand von Geschäftspaketen in unser Nachbarland eingestellt. Droht uns das vor und nach Weihnachten auch in Deutschland? Ebenfalls bemerkenswert sind Lieferengpässe bei Online-Bestellungen im Lebensmittelhandel. Vorausbuchungen sind an einigen Orten nicht mehr möglich. Vielleicht hilft kurzfristig die Bringman-App, die Einkaufshelfer gegen ein Trinkgeld aktiviert.

///// HANDEL NATIONAL
2021 steigen die Kosten für Kartenzahlung weiter
Wie schraubt man Gebühren hoch, wenn sie eigentlich gedeckelt sind? Der europäische Handelsverband EuroCommerce wies bei einer Anhörung der EU-Kommission darauf hin, dass die weltweiten Kartenorganisationen nicht regulierte Kostenbestandteile (sogenannten Scheme Fees) stetig erhöhen, trotz der europäische Verordnung zur Deckelung von Interbankenentgelten. Auch für das kommenden Jahr seien Erhöhungen angekündigt, die über 100 Mio. Euro in die Kassen der Anbieter spülen werden. Eine Studie im Auftrag von EuroCommerce zeigt für Deutschland eine durchschnittliche Gebührenerhöhung von 67%.
Extragebühren im Online-Zahlungsverkehr beschäftigen aktuell auch die obersten Zivilrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe. Die Wettbewerbszentrale hat das Busunternehmen Flixbus verklagt, das seinen Kunden für Online-Bezahlungen per Paypal oder Sofortüberweisung eine Extra-Gebühr aufbrummt. 

Edeka-Südwest testet ‚‚Bringman-App"
‚‚Bring mal mit Mann", genau das ist die Idee hinter der Einkaufs-App ‚‚Bringman", die Einkaufshelfer, Kunden und Lebensmittelhändler zusammenschaltet. Edeka testet sie derzeit im regionalen Einzugsgebiet seiner Märkte im Südwesten. Der Einkäufer erhält lediglich ein Trinkgeld, in der Regel fünf Euro bzw. zehn Prozent der Summe des Kassenbons. 

Bundeskartellamt gegen Facebook - VR-Produkte im Fokus
Die marktbeherrschende Stellung von Facebook in Deutschland bei Virtual-Reality-Produkten ist dem Bundeskartellamt ein Dorn im Auge. Stein des Anstoßes: Die VR-Brille des Facebook-Tochterunternehmens Oculus kann nur mit Facebook-Konto genutzt werden. In Deutschland wird die Brille derzeit noch nicht verkauft. 

Leiser mit Connected Retail Programm von Zalando erfolgreich 
Durch die Kooperation mit Zalando habe man dieses schwierige Jahr gut überstanden, berichtet Tino Schröder, Integrationsmanager für E-Commerce bei der Leiser Gruppe im Interview mit Fashionunited.de. Neukundengewinnung über regionale Filialen hinaus und mehr Flexibilität und Abwechselung im Schuh-Angebot für die Kunden seien große Vorteile im Connected Retail-Programm. Die Umsätze seien in allen 34 angeschlossenen Filialen trotz Corona-Krise gestiegen.  

Weihnachtszeit ist Retourenzeit
Umtauschen was nicht gefällt – in der Zeit zwischen den Jahren füllen sich dafür in normalen Zeiten die Einkaufsstraßen. Nicht so in diesem Jahr. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) befürchtet angesichts des Online-Kaufbooms, dass das Retourenmanagement für viele Online-Händler zum Profitfresser werden könnte. Aber, wie minimiert man Retouren? Der Spezialist Buybay skizziert vier Schritte, wie Händler eine Wertsteigerung und Monetarisierung sicherstellen können. 

Online-Autohändler Auto1 will 2021 an die Börse
Als eines der wertvollsten Start-ups Deutschlands bezeichnet das Handelsblatt den Online-Autohändler Auto1 und spekuliert mit Hinweis auf Insider auf einen bevorstehenden Börsengang des Unternehmens im kommenden Jahr, der bis zu fünf Milliarden Euro anstrebt. Allein von Anfang Juli bis Ende September 2020 wurden fast 120.000 Autos über Auto1 verkauft und ein Umsatz von 769 Mio. Euro eingespielt. 


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Der Handel sollte jetzt handeln
Corona hat das Leben verändert – privat als auch geschäftlich: Restriktionen in den Geschäften und die Verlagerung von Umsätzen in Online-Shops stellen den Handel vor besondere Herausforderungen. Doch mit speziellen Cloud-Lösungen kann er schnell und flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Mehr.

///// HANDEL INTERNATIONAL

Frankreichs Paketzusteller überlastet
Ab sofort nimmt DHL keine Geschäftskundenpakete nach Frankreich mehr an. Die dortigen Paketzusteller sind überlastet. Betroffen sind DHL Paket International und DHL Paket Connect. Bereits eingelieferte Pakete werden an die Absender retourniert, da keine ausreichenden Lagerflächen verfügbar sind. Pakete von Privatkunden sind nicht betroffen. DLH kündigt an, seine Kunden über die weitere Entwicklung zu informieren. 

DoorDash geht durch die Decke
Der in 4.000 US-Städten vertretene Lieferservice DoorDash Inc. hat beim Börsengang in New York gestern pro Aktie 102 US-Dollar eingespielt. Das sind 20 bis 25% mehr als ursprünglich als Preisspanne vom Unternehmen angegeben. Die Bewertung liege jenseits von Gut und Böse, urteilt der Analyst Mikey Fritz von den Züricher Börsenbriefen.

Alibaba will grenzüberschreitendes E-Commerce-Geschäft beschleunigen
In einer globalen offenen Ausschreibung sucht Alibaba über seinen Logistikzweig Cainiao Smart Logistics Network nach Logistikpartnern in Nord- und Südostasien, Europa, dem Nahen Osten, Australien, Neuseeland und den USA. Die Ausschreibung für das Jahr 2021 hat einen Wert von 500 Mio. Yuan (76,4 Mio. US-Dollar).


///// TRENDS & TECH

Newsletter, Gewinnspiele & Co: Beim Datenschutz auf Nummer sicher gehen
Je umfangreicher und individueller ein Marketingkonzept ausgestaltet ist, desto persönlicher sind in der Regel die verwendeten Kundendaten - und damit die datenschutzrechtlichen Anforderungen. Etailment-Expertin und Rechtsanwältin Kathrin Schürmann erklärt, was Händler beachten müssen.

Sparhandy – Deinhandy – Pricezilla
Wer kauft heute ein Smartphone ohne Mobilfunkvertrag? Offenbar mehr Menschen, als man denkt, sonst würde die Mobilezone-Deutschland-Tochter Powwow nicht einen eigenen Online-Shop für die bloße Hardware aufmachen. Nach Angaben des Unternehmens ist man bereits mit den Marken Sparhandy und Deinhandy die Nummer eins im indirekten Online-Geschäft für vertragsgebundene Mobilfunkangebote in Deutschland. Die neue Marke Pricezilla sei die Alternative für Kunden, die diese gekoppelten Angebote nicht wollen.

Instagram bringt Weihnachtskatalog in die App
Um den Social-Commerce auf der eigenen Plattform voranzubringen, hat Instagram mit von britischen Influencern ausgewählten Unternehmen einen Weihnachtskatalog produziert. Jeder Influencer füllt eine Seite des Katalogs mit seinen Lieblingsprodukten, die direkt aus der App heraus auf die Webseiten der Anbieter verlinkt sind. Der Katalog ist derzeit nur in Großbritannien sichtbar. 

Nachhaltige Weihnachten: Tipp für den Gabentisch
Ein richtig nachhaltiges Weihnachtsgeschenk könnte ein Rucksack aus Meeresplastik von der Got Bag GmbH aus Berlin sein. Das im Jahr 2018 gegründete Start-up arbeitet weltweit mit 1.500 Fischern zusammen, die das Plastik aus den Weltmeeren fischen.