Ob Brexit oder Handelskrieg mit China, allmählich glaub ich ja, dass diese Probleme besser mit Elfmeterschießen oder mit Ping-Pong gelöst werden können. Aber eigentlich ist das alles nicht witzig. Es schlägt aufs Gemüt und die Konjunktur der Händler.

///// HANDEL NATIONAL
Düstere Konjunkturerwartungen
29% der deutschen Handelsunternehmen fühlen sich von internationalen Handelskonflikten verunsichert. Jedes zweite Unternehmen sieht sein Geschäft durch die aktuelle Wirtschaftslage beeinträchtigt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom bei 504 stationär und online tätigen Groß- und Einzelhändlern in Deutschland. 56% sehen durch internationale Handelskonflikte, Brexit-Sorgen und die schwache Konjunktur wenn nicht schwarz, dann wenigstens grau. 26% sagen zudem, dass die aktuelle Nachfrage aus dem Ausland ihr eigenes Geschäft bremst. 30% meinen, die aktuelle Nachfrage im Inland bremse ihr Geschäft.

Precht fordert Steuer auf Onlineshopping
Philosoph, Gastredner, Buchautor und Schlaukopf Richard David Precht fordert im Interview mit dem Handelsblatt eine Steuer von 25% auf Online-Shopping. Also "auf all den Kram, den wir tagein, tagaus online bestellen." Das Geld sollen dann die Kommunen bekommen. Wieso 25%? Keine Ahnung. Klingt halt gut. Besser und schlauer wären 23% oder 26,6%. Weil krumme Zahlen nicht so ausgedacht klingen. Gut wäre übrigens auch eine Steuer, sagen wir 47,11%, auf all den Quatsch, der täglich so mal eben dahergesagt wird. Zahle auch freiwillig mit. Muss ja. Zwinkersmiley.

dm testet Express-Abholung
Bei der Drogeriemarktkette dm können Online-Kunden bestellte Ware binnen vier Stunden in einem von zunächst 56 dm-Märkten im Raum München abholen. Bei einem Erfolg könnte die Marktabholung Express bundesweit umgesetzt werden, meint die LZ.

Gericht erlaubt Extragebühr für Paypal und Sofortüberweisungen
Das OLG München kippt eine vorinstanzliche Entscheidung und lässt Gebühren für Zahlungen mit PayPal und Sofortüberweisung zu. Bei dem Fall ging es um eine Klage der Wettbewerbszentrale gegen Flixbus, dem Ryan Air der Straße, das Extragebühren für Paypal-Zahlungen und Sofortüberweisungen erhob.

H&M kauft sich Second Hand
Getragene Mode ist gerade schwer en vogue. Beispielsweise machen ja nun auch die Influencer-Superstars der Kardashians ihre Second-Hand-Ware aus dem Kleiderschrank auf eigene Rechnung im Webshop zu Geld. Wer keine 3000 Dollar für eine getragene Bluse ausgeben will, der wird vielleicht beim schwedischen Mode-Flohmarkt Sellpy fündig. Bei dem hat vor dem geplanten Deutschlandstart H&M die Mehrheit übernommen. Exciting Commerce hat die Einkaufsliste.

///// INTERNATIONAL


Walmart will mehr KI bauen
1500 Daten-Experten arbeiten für Walmart. Es sollen noch mehr werden, um den Handelsriesen für die Einführung künstlicher Intelligenz fit zu machen, schreibt Business Insider.

///// TRENDS & TECH

Lilium will mehr Geld
Lilium, Flugtaxi-Bauer in Oberpfaffenhofen, will weiter abheben und bei Investoren eine halbe Milliarde Dollar für sein futuristisches Fliewatüt einsammeln. Techchrunch schätzt die Chancen ("one of more promising startups in the field") dafür als gar nicht einmal so schlecht ein. 

Jobsuchende wollen Amazon
Amazon und Zalando ziehen Jobsuchende mehr an als anderen deutschen Unternehmen. Das zeigt eine neue Studie des Job- und Bewertungsportals Glassdoor. Mehr zur Studie und zum Ranking bei etailment.

Favorit der Leser
Stellen wir uns vor, Uli Hoeneß würde die USA kritisieren - und Amazon entfernt daraufhin alle FC-Bayern-Trikots aus seinem Shop. Undenkbar. Nicht nur denkbar, sondern möglich ist derlei, wenn es um Alibaba und China geht. Dort wird gerade ein Club der National Basketball League (NBA) abgestraft. Der Fall ist eine warnende Lehre auch für deutsche Marken und Händler. Er zeigt, wie Alibaba in den Fesseln der kommunistischen Partei ist.

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