Der nächste harte Lockdown steht an: Ab Montag wird in Sachsen das öffentliche Leben weitgehend auf Null gefahren, andere Länder werden folgen. Steht zu hoffen, dass der stationäre Handel vorbereitet ist und die Möglichkeiten des E-Commerce nutzt - oder andere innovative Ideen hat.

///// HANDEL NATIONAL
Sachsen schließt Geschäfte - bis auf den LHE
Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen und Diskussionen um eine Schließung aller Nicht-Lebensmittelgeschäfte betont der Handelsverband Deutschland (HDE), dass der Einzelhandel kein Hotspot sei. Eine eventuelle Schließung der Geschäfte sei deshalb für eine effektive Pandemiebekämpfung nicht notwendig und würde im Weihnachtsgeschäft für enormen wirtschaftlichen Schaden sorgen. Doch im Bemühen, die Infektionszahlen zu senken, werden jetzt als erstes in Sachsen alle Geschäfte mit Ausnahme des LEH geschlossen. Dass, wie der HDE betont, die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr neben der Woche vor Heiligabend die umsatzstärkste Zeit des Weihnachtsgeschäfts ist, wird daran nichts ändern. Händler wie Roses Bike und BabyOne bereiten sich andernorts auf einen zweiten harten Lockdown vor.

Corona Consumer Check: Lockdown Light beflügelt Online-Handel
Laut Corona Consumer Check Vol. 7 des IFH Köln hat der Lockdown Light der Zuwendung der Konsument*innen zum Online-Kanal noch einmal einen deutlichen Push gegeben: 47% wollten bei ihren Weihnachtseinkäufen auf den Online-Kanal ausweichen, was noch einmal zu einem deutlichen Online-Push zum Ende des Jahres führen werde.

17,5% Umsatzsteigerung: Weihnachtsgeschäft im Online-Handel deutlich über Vorjahr
Vom 1. Oktober bis 29. November haben die Verbraucher für insgesamt 17,3 Mrd. Euro (inkl. Mwst.) Waren im E-Commerce bestellt, berichtet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh). Dies seien 17,5% mehr als im Vergleichszeitraum 2019 (14,8 Mrd. Euro). Das durchschnittliche Wachstum in den vergangenen Jahren habe in den ersten neun Wochen des Weihnachtsquartals stets bei gut 11% gelegen. Insbesondere Bekleidung sei  online in diesem Jahr deutlich mehr bestellt worden. Auffällig sei zudem der große Zuspruch für Hersteller gewesen, die direkt an Kunden verkaufen.

Warum Mondelez jetzt einen digitalen Laden für Oreo-Kekse eröffnet
Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wertvoll es für Hersteller sein kann, einen direkten Draht zum Kunden zu haben. Jetzt will Mondelez mit seinem Oreo-Onlineshop die digitale Präsenz der Marke schärfen. Vor wenigen Jahren wäre das noch ein echtes Politikum gewesen, da der Einzelhandel jede potenzielle Retail-Konkurrenz aus den Reihen der Industrie misstrauisch beobachtet. Kai Thornagel, Manager Digital Sales & E-Commerce bei Mondelez, erkärt im Interview mit HORIZONT, warum er trotzdem keine Probleme mit den Händlern erwartet.

Ergänzung zur EHI-Studie ‚‚Connected Retail 2020‘‘: KI steht an erster Stelle der Trends der Zukunft
Covid-19 hat die Handelstrends im Connected Retail verstärkt und beschleunigt, lautet eine der Erkenntnisse aus der Ergänzung zur EHI-Studie „Connected Retail 2020“. An erster Stelle bei den Trends der Zukunft stehe das Thema künstliche Intelligenz, die Erwartungen beziehen sich auf automatisierte Produktempfehlungen sowie Personalisierung und Individualisierung. Auf Platz 2 der wichtigen Themen stehe Voice Commerce gefolgt von Mobile sowie Digitaler Store.

Lidl bietet Click & Collect beim Verkauf von Feuerwerk zu Silvester an – über die App „Lidl-Plus“
Lidl hat angekündigt, so der Westfälische Anzeiger, dass Kunden in diesem Jahr Feuerwerk bis 27. Dezember online aussuchen und reservieren können. Am 30. Dezember könne das bestellte Sortiment dann in einer vorher definierten Filiale abgeholt werden. In den Genuss des für Lidl neuen Click & Collect-Services können Kunden allerdings nur kommen, die die App Lidl-Plus heruntergeladen haben.

Globus erzielt Durchbruch bei Real-Verhandlungen
Globus macht Nägel mit Köpfen, schreibt die Lebensmittel Zeitung: Die Saarländer haben demnach den Durchbruch in den Verhandlungen mit dem Immobilieninvestor SCP um die Übernahme von Real-Standorten geschafft. Der Erwerb von bis zu 24 Märkten wurde jetzt beim Bundeskartellamt angemeldet. Eine Globus-Sprecherin bestätigte auf LZ-Anfrage den Vorgang.


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Der Handel sollte jetzt handeln
Corona hat das Leben verändert – privat als auch geschäftlich: Restriktionen in den Geschäften und die Verlagerung von Umsätzen in Online-Shops stellen den Handel vor besondere Herausforderungen. Doch mit speziellen Cloud-Lösungen kann er schnell und flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Mehr.

///// HANDEL INTERNATIONAL

Verkauf von US-Retailer JC Penney abgeschlossen – Insolvenzverfahren beendet
Nun ist es amtlich, meldet die TextilWirtschaft: Der US-Retailer JC Penney ist vorerst gerettet. Simon Property Group und Brookfield Asset Management hätten demnach im Wesentlichen die  Einzelhandels- und Betriebsvermögen von JC Penney erworben. Laut Vertrag von September habe das Konsortium um Simon und Brookfield etwa 1,75 Mrd. US-Dollar (1,48 Mrd. Euro) für den Retailer geboten, der nunmehr nicht mehr unter US-Gläubigerschutz (Chapter 11) steht.


///// TRENDS & TECH

Neue Markenwelten: Herausforderung und Chance für den Handel
Zu den klassischen Hersteller- und Handelsmarken gesellen sich immer mehr Start-up- und Influencer-Marken: Je bunter die Markenlandschaft wird, umso stärker sind Händler in ihrer Sortimentsfunktion gefordert. Warum Händler dies als Chance sehen und ihre Aufgabe als Kuratoren wieder ernster nehmen sollten, erklärt Gastautorin Hanna Schramm-Klein in einer neuen Folge der HandelsMonitor Mega-Trends 2030+.

Corona-Folgen: Mehr Anfragen, höhere Kundenerwartungen, geringere Kundenbindung
Mehr Anfragen, höhere Kundenerwartungen, geringere Kundenbindung seien weltweit die wesentlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Kundenservice. Das zeige laut iBusiness die Studie „The new CX-Mandate“ des SaaS-Unternehmens Freshworks. Demnach sehe in Deutschland die Hälfte der 200 befragten Führungskräfte (57%) seit Februar einen Anstieg der Kundenerwartungen im Customer Support. Rund 62% nehmen auch eine wachsende Empathie der Kunden wahr. Doch gleichzeitig nehme die Kundenbindung ab: So hätten 56% der Befragten berichtet, dass sich die Abwanderung von Kunden bei nicht erfüllten Erwartungen erhöht habe. Dies habe die Belastung der im Service tätigen Mitarbeiter*innen erhöht.

Britische Paysafe Group plant Milliarden-IPO in New York
Die britische Paysafe Group plant nach Informationen von Bloomberg den Börsengang in New York über einen Zusammenschluss mit einer Special Purpose Acquisition Company (SPAC). Das Unternehmen wolle sich zu diesem Zweck von der Foley Trasimene Acquisition Corp II als Mantelgesellschaft übernehmen lassen, schreibt Der Aktionär. Paysafe solle dabei einschließlich Schulden mit rund 9 Mrd. Dollar bewertet werden, ein deutlicher Wertzuwachs seit der Übernahme 2017 durch die Finanzinvestoren Blackstone und CVC, die rund 4 Mrd. Dollar gezahlt hatten. 

Vertrauen beim Self-Scanning ist gut, Kontrolle mittels Supersmart vielleicht besser
Ein selbstständiger Kaufmann der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen setzt in seinem Edeka-Center als erster Händler die Technologie der Bizerba-Beteiligung Supersmart in Deutschland ein, berichtet Retail Optimiser. Demnach können Kunden von Edeka Popp in Würzburg ihre Einkäufe mit ihrem Smartphone selbst scannen. Anschließend validiere die Technologie von Supersmart in wenigen Sekunden, ob alles korrekt erfasst wurde. Zum Einsatz komme dabei ein selbstlernendes System, basierend auf Input einer Kombination von Gewichtssensoren und Bilderkennung.