Die Befürworter des Lieferkettengesetzes sehen in einer von Infratest dimap durchgeführten repräsentativen Umfrage einen klaren Handlungsauftrag für den Gesetzgeber: Demnach befürworten selbst CDU-Anhänger weit überwiegend das Gesetz, das Unternehmen zur Einhaltung der Menschenrechte zwingen soll. Der Wirtschaftsminister jedoch geht nach wie vor gegen entsprechende Regelungen vor. Heute könnte es zur Abstimmung ins Kabinett gehen.

///// HANDEL NATIONAL

Repräsentative Umfrage: Drei Viertel der Bevölkerung für ein Lieferkettengesetz
Drei von vier Menschen in Deutschland wollen ein Lieferkettengesetz. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage hervor, die Infratest dimap im Auftrag von German Watch durchgeführt hat. Darin sprechen sich 75 Prozent der Befragten für ein Gesetz aus, mit dem deutsche Unternehmen künftig dafür sorgen müssten, dass ihre Produkte nicht unter Verletzung von Menschenrechten im Ausland hergestellt werden. 91 Prozent der Befragten geben an, dass es Aufgabe der Politik sei, dafür zu sorgen, dass deutsche Unternehmen auch bei ihren Auslandsgeschäften Menschenrechte und Sozialstandards achten. Der Widerstand der Wirtschaftsverbände gegen ein derartiges Gesetz ist jedoch groß.

Schwarz-Gruppe veröffentlicht ihrern ersten Nachhaltigkeitsbericht
Erstmals veröffentlicht die Schwarz-Gruppe, die im Kern aus den Handelssparten Kaufland und Lidl, dem Abfall- und Recyclingmanagement GreenCycle/PreZero und der Schwarz Produktion besteht, einen Nachhaltigkeitsbericht. Er umfasst die Geschäftsjahre 2018 und 2019 und soll zukünftig regelmäßig erscheinen. Die Schwarz-Gruppe ist in diesem Jahr dem Global Compact der Vereinten Nationen (UNGC) beigetreten und verpflichtet sich damit zur Einhaltung von zehn Prinzipien der Nachhaltigkeit in den Bereichen Menschenrechte, Sozialstandards, Umwelt und Korruptionsbekämpfung. Kaufland zählt zu den wenigen Unternehmen, die die Einhaltung sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit mit dem Label "Grüner Knopf" dokumentieren. Dessen Prinzipien könnten Grundlage für das Lieferkettengesetz sein (siehe Morning Briefing vom 10. September). 

Versteckte und zu hohe Versandkosten führen zu Kaufabbrüchen
In Deutschland erwarten Verbraucher stets möglichst niedrige Versandkosten. Laut einer Online-Umfrage des Versanddienstleisters Sendcloud sind zu hohe Versandkosten für 62 Prozent der Bestellabbrüche verantwortlich. Danach folge eine zu lange Lieferzeit (41 Prozent). Über ein Drittel der Online-Käufer habe den Onlineshop während des Checkouts verlassen, wenn der Versand ab einem Bestellwert von 150 Euro nicht kostenlos ist. Wie so oftist Transparenz der Schlüssel zum Erfolg: Sendcloud rät, Versand- und Lieferkonditionen von Anfang an klar und deutlich auf der Website zu kommunizieren, und nicht erst beim Checkout. Insbesondere seien versteckte Versandkosten zu vermeiden.

Flaconi baut neues Logistikzentrum in Halle
Der Online-Händler für Beauty-Produkte Flaconi wird seine Logistik ab 2021 von Halle aus steuern. Dort entsteht gerade ein hochmodernes Logistikzentrum, berichtet Internet World. Der neue Standort biete unter anderem eine Lagerfläche von 28.000 Quadratmetern

Neues Wörterbuch des DIHK hilft, Sprachbarrieren im Handel zu überwinden
Das neue "Kleine Wörterbuch für Mitarbeiter/-innen im Handel" des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) richtet sich speziell an Zuwanderer, die für den Beruf wichtiges Sprachwissen erwerben wollen. In dem Flyer werden zu deutschen Fachbegriffen jeweils die Übersetzungen auf Englisch, Farsi, Tigrinya und Arabisch gelistet. In verschiedenen Kategorien können die Nutzer beispielsweise Begriffe wie Leergutannahme, Salattheke, Kassenbon oder Quengelzone nachlesen. Das "Wörterbuch" ist Ergebnis der Arbeit des beim DIHK angesiedelte Netzwerks "Unternehmen integrieren Flüchtlinge".

///// HANDEL INTERNATIONAL

Coop.ch als Digital Commerce Champion 2020 in der Schweiz ausgezeichnet
Die erst dieses Jahr lancierte Omni-Channel-Plattform der Coop Genossenschaft ist in der Schweiz als neunter Digital Commerce Champion ausgezeichnet worden. Die gelungene Verschmelzung der Online-Auftritte von Coop@home, Coop.ch und Mondovino hat die Jury aus aus 22 E-Commerce-Expert*innen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich überzeugt. Gewürdigt wurde auch die einzigartige Verknüpfung zum Offline-Geschäft: So sei die Produkt-Verfügbarkeit in Echtzeit und in den eigenen favorisierten Filialen abrufbar – eine meisterliche Leistung und ein gelungenes Omni-Channel-Erlebnis gerade im Supermarktbereich, befand die Jury.

Everli baut Liefergeschäft in Polen aus und gewinnt Kaufland als Kunden
Nachdem der italienische Lieferdienst Supermercato24 seine europäischen Expansionspläne durch die Übernahme der polnischen Szopi-Plattform, der Einführung des Dienstes in 12 polnischen Städten und der Umbenennung in Everli untermauert hat (Morning Briefing vom 8. Juli), baut er seine Basis in Polen weiter aus. Die polnische Kaufland Tochter der Schwarz-Gruppe arbeite nunmehr mit Everli zusammen, Kaufland-Kunden in 16 Städten, darunter Wroclaw, Krakau und Danzig, können aus 4.000 Lebensmittel- und Drogerieartikeln online auswählen und sich die Einkäufe von Everli liefern lassen. Kaufland selbst hatte seit Mai in 14 Filialen einen Click-and-Collect-Service für frische Lebensmittel angeboten; durch die Zusammenarbeit mit Everli müssen Kaufland-Kunden zum Einkaufen nunmehr nicht mehr aus dem Haus

Online-Verkauf von Luxusmode im Trend: Amazon UK eröffnet digitale Boutique
In Deutschland hat gerade erst Stylebop wieder seine virtuellen Pforten geöffnet, da kommt aus dem Vereinigten Königreich der nächste Launch eines Online-Shops für Luxusmode: Amazon Fashion hat zusammen mit dem British Fashion Council (BFC) einen Online-Shop entwickelt, der am 18. September, dem ersten Tag der London Fashion Week (LFW), freigeschaltet wird. Der Online-Gigant will sein modisches Profil mit Luxusmarken schärfen, die sich bisher eher reserviert gegenüber Amazon gezeigt haben, schreibt die TextilWirtschaft. Der Online-Shop steht Kunden in Europa auf den Amazon-Websites in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zur Verfügung.
In den USA geht das Angebot unter dem Label Luxury Stores auf den Markt und steht zunächst nur Prime-Kunden offen. CNBC kommentiert den Launch als "neuen Schlag für die US-Kaufhäuser, die von der Corona-Virus-Pandemie besonders hart getroffen" worden seien. Zur digitalen Ausstattung gehören auch interaktive Funktionen wie eine 360-Grad-Betrachtungsoption. 

Ex-Amazon-Manager übernimmt Verantwortung als COO bei britischem Luxus-Modehändler Matchesfashion
Unterdessen hat der Luxus-Modehändler Matchesfashion einen ehemaligen Amazon-Mann zum Chief Operating Officer berufen. Der weltweit größten Anbieter im Online-Luxusgeschäft für Männer und Frauen mit über 450 etablierten und jungen Designern wird in dieser Position künftig von Jason Weston geführt, der 15 Jahre in verschiedenen Führungspositionen bei Amazon tätig war, zuletzt als Amazon Director Europe, Special Projects. 

Fokus auf Mobile, Social und Gamificiation-Elemente: Rassantes Wachstum von Pinduoduo
Als Colin Huang 2015 die Social-Commerce-Plattform Pinduoduo gründet, ist der Ecommerce-Markt in China zwischen den beiden dominanten Playern JD.com und Ali Baba aufgeteilt. Heute verzeichnet Pinduoduo ein Marktplatzvolumen von 185 Milliarden US-Dollar. In einem Gastbeitrag für OMR analysiert Shopping24-CEO und Ecommerce-Experte Dennis Kallerhoff, wie es Huang mit dem Fokus auf Mobile, Social und Gamificiation-Elementen gelungen ist, Pinduoduo schneller wachsen zu lassen, als bisher jedes andere Digitalunternehmen.

Favorit der Leser
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