Zehn Monate Haft, so lautet ein Urteil gegen einen ehemaligen Amazon-Mitarbeiter. Nach Auffassung des Gerichts hat er mit seinem Wissen über die Abläufe bei Amazon die Suchergebnisse auf dem Marktplatz manipuliert, dazu kommt die Bestechung anderer Mitarbeiter. Neben ihm saßen noch weitere Angeklagte auf der Bank, die Urteile stehen noch aus. Beim Blick auf den Wettbewerbsvorteil, den das US-Justizministerium auf 100 Millionen US-Dollar einschätzt, könnte das Urteil kaum milder ausfallen. Auch wenn noch eine Strafzahlung von 50.000 US-Dollar und drei Jahre Haft auf Bewährung dazu gehören, ist es fraglich, ob er sich wirklich bestraft fühlt und wie das Urteil eine Wirkung nach außen haben soll.

///// HANDEL NATIONAL
Die perfekte Futterbox für Hund und Katze
Mars Petcare will Tierbesitzern die Suche nach dem passenden Futter für ihre Tiere erleichtern. Die Kunden können die individuell zusammengestellten Pakete innerhalb eines Abo-Modells online bestellen, die Lieferung erfolgt nach Hause, berichtet die Lebensmittelzeitung. Für die Zusammenstellung nutze der Konzern die Ergebnisse der Untersuchungen des Waltham Petcare Science Institute, das ebenfalls zur Unternehmensgruppe gehöre. Für die Erstellung des Pakets sollten die Kunden Rasse, Alter, Gewicht und Aktivitätslevel des Tiers angeben, der Mix beruhe auf zwölf unterschiedlichen Faktoren. Das Consumer-Care-Team helfe auch mit einer Beratung über die Ernährung.

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Zertifizierung "Omni-Channel-Manager"
An der Universität St.Gallen (Schweiz) startet am 23. Mai das vierte Omni-Channel-Management-Seminar. Absolventen werden zu zertifizierten (CAS) Omni-Channel-Managern. Zusammen mit Dozierenden (Universität St.Gallen, Universität Groningen, HEC Paris, Henley Business School) und namenhaften Praxisreferenten lernen Omni-Channel-Manager in sechs dreitätigen Modulen verteilt über zwölf Monate für Ihr Unternehmen die neusten Entwicklungen und Trends und profitieren von etablierten Tools zum Omni-Channel-Management in der Praxis. Profitieren Sie von diesem etablierten Praxisseminar und lösen Sie die Omni-Channel-Herausforderungen für Ihr Unternehmen.

Uneinheitliche Bewertung des EU-E-Commerce-Pakets in Deutschland
Die Reaktionen des deutschen Online-Handels auf das EU-E-Commerce-Paket, das im vergangenen Juli in Kraft getreten ist und zu einer Mehrwertsteuerreform geführt hat, sind gespalten. Nach einer Untersuchung von Ibi Research an der Universität Regensburg und dem Logistic-Natives e. V. erkennt die Mehrheit der Befragten nach Angaben von Ibi keine Vor- oder Nachteile. Ansonsten werden höhere Komplexität und Verwaltungsaufwand als Nachteile genannt, positiv ins Gewicht fällt eine einfachere Compliance. Im Mittelpunkt des Pakets stehen die Entwicklung des One-Stop-Shop (OSS) zur zentralen Abwicklung aller umsatzsteuerlichen Melde- und Zahlungsverpflichtungen, die sich aus dem Warenhandel mit Konsumenten in den 27 EU-Staaten ergeben. Daneben wurde für eine Erklärung zur Meldung der Mehrwertsteuer bei Lieferungen in oder aus Drittstaaten der Import-One-Stop-Shop (IOSS) aufgebaut. Nur ein Drittel der Befragten kennt die neuen Bestimmungen, 40 Prozent nutzen die neue Mehrwertsteuererklärung, nur zehn Prozent den IOSS.


A.B.S. bietet BNPL-Service "Quickpaid" jetzt auch für das B2B-Geschäft
"Buy Now, Pay Later" (BNPL), also ein Kreditkauf, gewinnt im E-Commerce an Bedeutung. Der Wiesbadener Finanzdienstleister A.B.S. Global Factoring weitet seinen BNPL-Dienst "Quickpaid" jetzt auf das B2B-Geschäft aus, wie er in seinem Blog schreibt. Größere Einkaufssummen könnten so besser verteilt werden, erklärt das Unternehmen. Die Unternehmen könnten den Kunden dadurch flexible Zahlungsoptionen anbieten. "Ein Teil der Einkäufe wird aus dem Cash Flow bestritten, der Rest wird auf verschiedene Zahlungsziele verteilt – abhängig von den Zahlungseingängen durch die eigenen Kunden." Auch könnte so die Risikominimierung zu einem strategischen Ziel werden. Neuer Großkunde ist laut Pressemitteilung Heidelberger Beton.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Just Eat Takeaway.com will Grubhub nicht verkaufen
Die Entscheidung von Just Eat Takeway.com aus dem Aktienhandel in New York auszusteigen, könne nicht als Signal für mögliche Pläne für einen Verkauf des Tochterunternehmens Gubhub gedeutet werden, hat CEO Jitse Groen nach einer Reuters-Meldung mitgeteilt. Die Aktien des Konzerns verblieben an den Börsen in London und Amsterdam unverändert im Handel. Es gehe hier um eine Maßnahme zur Kostensenkung, für die Zukunft von Grubhub würden unterschiedliche Optionen geprüft. Das Tochterunternehmen sei in den USA nicht die Nummer eins, Chancen hätten in diesem Markt aber nur hochprofitable Unternehmen. Das Ziel sei eine Marktposition wie in den Niederlanden. Takeway hatte Grubhub erst im vergangenen Juni für rund 7,3 Milliarden US-Dollar übernommen.

Ärger für BNPL-Anbieter in Großbritannien
Die britische Finanzaufsichtsbehörde hat vier "Buy now, pay later" (BNPL)-Anbieter aufgefordert, ihre Verträge zu ändern. Nach den Angaben der Behörde handele es sich um Clearpay, Klarna, Laybuy und Openpay, die alle vollständig kooperiert hätten, meldet Reuters. Durch die Änderungen seien die Verträge für die Verbraucher besser verständlich und es würde klarer, wie sie umgesezt würden. Klarna hätte die Änderungen bereits vorgenommen. Von Unternehmensseite hieß es, dass es keine Beschwerden von Kunden gegeben habe.

Die Olympischen Spiele schieben das Neujahrsgeschäft in China an
Die Olympischen Winterspiele waren nach den Zahlen von Alibaba einer der Wachstumsmotoren für den E-Commerce rund um die Feiertage des chinesischen Neujahrsfests zwischen dem 31. Januar und dem 4. Februar. Viele der Merchandisingprodukte wie das Maskottchen seien innerhalb eines Tages ausverkauft gewesen, die Nachfrage nach Skiausrüstung sei um 180 Prozent gegenüber 2021 angestiegen, für Eislaufausrüstung sei es um 300 Prozent nach oben gegangen. Auch andere Winterbekleidung mit Olympialogos und -symbolen sei stark nachgefragt gewesen. Weitere starke Wachstumsschübe habe es dieses Jahr bei der Bestellung von Fertiggerichten gegeben, dieser Trend habe sich von Südchina in den Norden des Landes ausgebreitet. Einen Schub konnten die Online-Portale des Konzerns auch für Produkte feststellen, die mit "Tiger" in Verbindung stehen, denn das neue Jahr ist das "Jahr des Tigers".


///// TRENDS & TECH

Omnichannel wird nur wenig genutzt
Nur wenige Unternehmen packen die Entwicklung einer Omnichannel-Strategie und ihren Einsatz an. Nach der Studie "The State of Content Management" von Storyblok, über die Ibusiness berichtet, sind die Unternehmen hier im Rückstand. Befragt wurden Unternehmen aus Deutschland, Großbritannien, den USA und Schweden. Nur sieben Prozent nutzten Audio-Geräte mit Sprachassistenten, ebenfalls sieben Prozent setzten Endgeräte zur Wiedergabe von Augmented und Virtual Reality ein, Smartwatches seien nur für vier Prozent ein passender Kommunikationskanal. Es sei nur mit geringen Verbesserungen auf zehn Prozent (Audio), sieben Prozent (AR und VR) und fünf Prozent (Smartwatches) zu rechnen. Für digitale Transformationsprojekte gebe es noch viel Potenzial.

Amazon startet in Europa den A/B-Test
Verkäufer auf der Amazon-Plattform in Europa können nun das Verfahren des A/B-Tests, mit dem die Originalversion und eine leicht veränderte Versionen eines Produkts nebeneinander gecheckt werden, einsetzen. Variiert werden können Fotos und Bezeichnungen der Produkte, sowie der A+-Content, der die Möglichkeit für detaillierte Infos bietet, berichtet Tamebay. Die Kunden würden hierfür in zwei Gruppen aufgeteilt, die Informationen würden nicht getauscht oder vermischt, sie blieben durchgehend bei der jeweiligen Gruppe. Am Ende eines Testvorgangs könnten die Anbieter die Ergebnisse der beiden Version überprüfen und dann die Passende auswählen.

Fraugster kooperiert mit Payaut
Der Anbieter für Sicherheitslösungen in Zahlungssystemen Fraugster hat einen Kooperationsvertrag mit dem Spezialisten für Bezahlsysteme Payaut abgeschlossen. Die beiden Unternehmen wollen den Betreibern von Online-Marktplätzen Programme für Betrugsschutz und bessere Compliance-Lösungen anbieten. Damit könnten die Betreiber der Online-Plattformen nun die erforderlichen Systeme von einem Anbieter erhalten, zitiert Tamebay den Payaut-CEO Ernst van Niekerk. Fraugster‘s Managed Services biete unter anderem Sicherheit bei Betrug mit Rücküberweisungen, dazu Künstliche Intelligenz für Datenanreicherung und Schutz gegen Geldwäsche.