Am Wochenende hat die Bundesregierung durch den Ausschluss Russlands aus dem Swift-System deutlich gegen den Krieg in der Ukraine reagiert. Eine Maßnahme, die unter Ökonomen nicht unumstritten ist. Ein möglicher Gas-Lieferstopp durch Russland würde dem Westen kurzfristig mehr schaden, heißt es aus dem Institut für Weltwirtschaft. Die Wirkungen auf die russische Wirtschaft zeigten sich mittel- bis langfristig, hilfreicher wären jetzt sekundäre Sanktionen, die "Geschäfte mit Russland toxisch machen". Nach Auffassung von Wissenschaftlern der Bayes Business School und der City University of London könne der Ausschluss aus Swift dazu führen, dass China und Russland ihre Bemühungen um ein alternatives Zahlungssystem verstärkten. In der Folge könne dies zu einer geringeren globalen Abhängigkeit vom US-zentrierten internationalen Währungssystem führen.

///// HANDEL NATIONAL
Netto stellt den Verkauf russischer Waren ein
Der Netto-Mutterkonzern Salling Group hat den Verkauf in Russland hergestellter Waren in Dänemark, Polen und Deutschland eingestellt. Das Unternehmen sei nah am Alltag seiner Kunden und damit sei dies eine Verpflichtung, teilt der Konzern mit. Die Salling Group trage damit ihren Teil dazu bei, "den Menschen zu helfen, die sich derzeit in dieser schrecklichen Situation befinden". In Dänemark unterstütze die Unternehmensgruppe die Hilfssammlung der dänischen Nationalkirche, in Polen die Organisation Caritas. Auch würden in Läden an der Grenze zur Ukraine die Preise für Basisartikel gesenkt.

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Der BVDW gründet die Hilfsaktion "Digital hilft"
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat zur Unterstützung der Menschen in der Ukraine die Hilfsaktion "Digital hilft" gegründet. Eines der Ziele ist es, den Menschen einen freien Zugang zu unabhängigen Medien zu ermöglichen. Der Zugriff solle für Nutzer aus Russland und der Ukraine ohne Paywall möglich werden, deutsche Medien sollten ihre Informationen auch in den Landessprachen anbieten. Für Aufrufe und Hilfsaktionen solle es freie Werbeplätze geben. Darüber hinaus sollten russische Technologiedienstleister in Europa gesperrt werden.


Logistikbranche vor großen Problemen
Auch die Spediteure und Logistikunternehmen sehen ihre Branche in Folge des Ukraine-Krieges vor massiven Problemen. Der Fahrermangel könne sich deutlich verschärfen, befürchten der Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure AG (Elvis) und der Mittelstandsverband Mittelstand BVMW. Dies werde sich auf die komplette Wirtschaft auswirken, alle sollten sich auf die Kapazitätsengpässe vorbereiten. Es sei nicht bekannt, wie viele Fahrer aus der Ukraine in Deutschland tätig seien, aber auch viele in Polen beschäftigte Fahrer, die dann in Deutschland unterwegs seien, stammten aus der Ukraine. Im BVMW gehen die Verantwortlichen von rund 100.000 ukrainischen Fahrern aus. Die Unternehmen sollten die Kontakte zu ihren Auftraggebern intensivieren, aber auch die Politik solle mit der Branche Lösungsansätze entwickeln.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Absturz des russischen Rubels
Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben erste direkte Auswirkungen gehabt. Die Landeswährung Rubel ist stark abgestürzt. Wie die Tagesschau meldet, betrug der Kursverlust am Montagmorgen 30 Prozent, ein Rekordtief. Die Zentralbank des Landes reagierte mit einer Anhebung des Leitzinses auf 20 Prozent, ein Plus von 10,5 Prozentpunkten. Dieser Schritt solle die finanzielle Stabilität und die Preisstabilität sichern, heißt es von Bankenseite. Dazu seien die ausländischen Verkäufe russischer Wertpapiere verboten. Der Aktienhandel an der Börse in Moskau wurde am Montag ausgesetzt. Die EU hat aber auf ihrer Seite alle Vermögenswerte der Zentralbank eingefroren, Transaktionen sind verboten.

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Zertifizierung "Omni-Channel-Manager"
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Zalando mit stärkerem Wachstum als erwartet
Zalando hat das Bruttowarenvolumen (GMV) im vergangenen Jahr um 34,1 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro gesteigert, davon werden nach Unternehmensangaben 30 Prozent durch Partner erzielt. Der Umsatz wuchs um 29,7 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Der Online-Modehändler konnte 2021 einen Ebitda von 468,4 Millionen Euro erzielen. Die Zahl der Neukunden steig nach Unternehmensangaben um mehr als zehn Millionen. Für 2022 rechnet die Unternehmensleitung von Zalando mit einem weiteren Wachstum des GMV um 16 bis 23 Prozent. Das bereinigte Ebit soll ein Volumen von 430 bis 510 Millionen Euro erreichen. Damit läge Zalando auf dem Weg das Ziel eines GMV von 30 Milliarden Euro bis 2025 zu erreichen.


Lebensmittelhändler Weee! Erhält Kapitalspritze
Der US-amerikanische Online-Lebensmittelhändler Weee! hat neue Kapitalgeber gefunden. Unter der Leitung des Softbank Vision Fund 2 fließen insgesamt 425 Millionen US-Dollar in das Start-up, meldet Reuters. Dazu gehörten auch bestehende Anteilseigner wie Greyhound Capital, insgesamt habe die finanzielle Basis nun ein Volumen von 800 Millionen US-Dollar. Weee! habe sich auf die Lieferung schwer verfügbarer Produkte spezialisiert, das Portfolio liege bei mehr als 10.000 Produkten. Mit dem Kapitalzufluss wolle das Unternehmen die Kundenbasis verbreitern und in weitere Länder expandieren. Im vergangenen Oktober hatte Weee! den asiatischen Lieferdienst Ricepo übernommen.

Airlines rechnen mit Schwierigkeiten
Auch die Fluggesellschaften müssen in Folge des Krieges mit größeren Problemen rechnen. Zahlreiche Airlines haben die Flüge über russisches Staatsgebiet eingestellt und müssen nun teilweise erhebliche Umleitungsstrecken fliegen. Die Flugzeiten in andere Regionen verlängerten sich, die Kerosinkosten stiegen an und die Frachtkapazitäten nähmen ab, meldet Reuters. Die Fluggesellschaften der Lufthansa Gruppe hätten in dieser Woche 30 Flüge gestrichen. Aber auch Aeroflot könne die europäischen Ziele nicht mehr anfliegen, da die EU ihren Luftraum gesperrt habe. Auswirkungen habe dies auch auf den Frachtverkehr. Lufthansa Cargo habe den Frachtverkehr nach Russland eingestellt, UPS und Fed Ex bedienten ebenfalls keine Ziele mehr in Russland. Leasingunternehmen müssten die Verträge mit russischen Fluggesellschaften in Folge der EU-Sanktionen bis 28. März beenden.


///// TRENDS & TECH

Online-Kunden freuen sich über Geschenke
Kleine Einkaufsgeschenke können sich für Online-Shops positiv in Richtung Image und Kundenfrequenz auswirken. Dies sind Ergebnisse einer Umfrage von Userwerk unter 1.600 Online-Shoppern. Dabei gehe es um Produktgeschenke, aber auch um exklusive Serviceangebote. So würden 75,3 Prozent den entsprechenden Anbieter als den Versender identifizieren, auch wenn die Abwicklung und der Kundenservice nach dem Einkauf über externe Firmen stattfinde. 55,2 Prozent nähmen den Händler positiv wahr, für 11,8 Prozent spielten die Geschenke für die Einstufung des Verkäufers keine Rolle. Bei 34,9 Prozent hätten die Extras dazu geführt, dass sie in höherer Frequenz in dem jeweiligen Shop einkaufen, bei 34 Prozent käme dies teilweise vor. Eine Mehrheit von 35,5 Prozent hätte gerne eine größere Auswahl, für 35,3 Prozent spiele diese in einigen Fällen eine Rolle.

Der E-Commerce wird das Normale
Der Online-Handel hat im zweiten Jahr der Pandemie die hohen Umsatzzahlen gehalten, meldet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh) auf Grundlage der Verbraucherbefragung "Interaktiver Handel in Deutschland". Der Brutto-Umsatz der Branche habe 2021 bei 99,1 Milliarden Euro gelegen, ein Plus von 19 Prozent gegenüber 2020. Unter Einbeziehung der digitalen Dienstleistungen habe das Volumen 108 Milliarden Euro betragen. Nach Einschätzung von Verbandspräsident Gero Furchheim werde der E-Commerce "immer mehr als das Normale und Übliche empfunden". Das Wachstum stabilisiere sich auf hohem Niveau. Die Zufriedenheitswerte erreichten mit 96,3 Prozent einen neuen Rekord, die Probleme in den Lieferketten hätten sich kaum ausgewirkt. Rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes werde mittlerweile über mobile Endgeräte erreicht, ein Plus von 56,5 Prozent.

Alexa ruft den Arzt
Amazon versieht Alexa in den USA mit einer neuen Funktion, mit deren Hilfe die Nutzer einen Arzt rufen können. Durch eine Zusammenarbeit mit dem Anbieter Teladoc Health könnten die Kunden nun bei Alexa nach einem Arzt anfragen, meldet AP, dann erfolge der Rückruf eines mit Teladoc kooperierenden Mediziners. Der Service sei 24 Stunden verfügbar, Notrufe seien ausgenommen. Der neue Service sei der nächste Schritt des Online-Konzerns für Auf- und Ausbau des Gesundheitsdienstes Amazon Care und eine Reaktion auf die Maßnahmen von Walmart, CVS und Walgreens. Zum Start gebe es eine reine Audio-Version, Video sei geplant.


///// NACHHALTIGKEIT

Alibabas Clouds Datencenter sollen 2030 emissionsfrei werden
Alibaba sieht sich mit den Plänen für einen emissionsfreien Betrieb von Alibaba Cloud auf dem angepeilten Weg. Die weltweiten Datencenter für die Clouddienste sollen 2030 ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Der Start für die Umstellung erfolge in den fünf Zentren in China, hier werde in Zukunft eine flüssige Kühlung eingesetzt, dazu komme die Speicherung erneuerbarer Energie. Nach Einschätzung des Konzerns wird eine Flüssigkühlung der neue Standard werden. Es würde auch der Einsatz anderer Technologien geprüft, aber auch die Standorte der Datencenter spielten wegen der klimatischen Bedingungen eine Rolle.