In den USA hat es für die Telekommunikationsbranche und alles und alle, die hintendran hängen, wieder einen kräftigen Rückschlag gegeben. Der neue 5G-Standard wird in der Nähe von großen Flughäfen in den USA vorerst nicht in Betrieb genommen, da es durch mögliche Interferenzen mit der Flugzeugelektronik zu schweren Störungen des Flugbetriebs kommen könnte. Bei den damit verbundenen hohen Risiken müssen sie unbedingt verhindert werden. Insgesamt sollen 90 Prozent der Funkmasten in Betrieb genommen werden, doch die Technologieunternehmen müssen sich schnell etwas einfallen lassen. Auch wenn in Europa keine Gefahren drohen, wird ein längerer Ausfall in den USA wegen der globalen Rolle des Landes deutliche Auswirkungen haben.

///// HANDEL NATIONAL
Obi startet digitale Vermietung von Werkzeugen
Obi steigt mit der jungen Unternehmenseinheit Squared in einen neuen Bereich ein. In Zukunft will die Baumarktkette den Prozess für die Vermietung von Werkzeugen digitalisieren. Den Zugriff erhielten die Heimwerker über eine digitale Sharing-Plattform, nach Angaben des Unternehmens könnten die Kunden dort über eine App rund um die Uhr bestellen. Dort könne auch die Verfügbarkeit geprüft werden, die Reservierung sei zwei Tage im Voraus möglich. Die Werkzeuge würden dann in Schließfächern in einem Container auf dem Parkplatz der Filiale hinterlegt. Die Mietkosten würden minutengenau berechnet. Der erste Baumarkt, in dem es angeboten werden soll, steht in Köln-Marsdorf. Partner für die Umsetzung des neuen Service sei Kurts Toolbox.

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Das Ifo Institut rechnet mit langsamem Inflationsrückgang
Die deutsche Wirtschaft und die Verbraucher mussten im vergangenen Jahr mit der höchsten Inflationsrate seit knapp 30 Jahren leben. 2021 lag der Preisindex nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts bei 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, besonders hoch waren die Werte in der zweiten Jahreshälfte. Einen höheren Wert hatte es 1993 mit 4,5 Prozent gegeben. 2020 lag der Wert bei 0,5 Prozent. Nach der Einschätzung der Wirtschaftsforscher des Ifo Instituts wird die Inflation in diesem Jahr nur langsam sinken. Sie rechnen erst gegen Jahresende mit einer Annäherung an die Zwei-Prozent-Marke, für das Gesamtjahr gehen sie von 3,5 Prozent aus. Viele Unternehmen wollten ihre Preise erhöhen, sehr hohe Preiserwartungen gebe es im Handel.


Leitlinien für das Auskunftsrecht
Der Europäische Datenschutzausschuss will das Auskunftsrecht klarer definieren, so dass Bürger genau wissen, über welche Daten Behörden und Unternehmen verfügen. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Professor Ulrich Kelber, erwartet nun mehr Klarheit und Einheitlichkeit, denn bislang biete der entsprechende Artikel der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einen großen Interpretationsspielraum. Mit den Leitlinien werde klar, welche Daten das Auskunftsrecht erfasse. Die Betroffenen müssten im Regelfall ein Kopie der Daten erhalten, durch die Identifikation der Personen, die Anfragen hätten, müsse ein unberechtigter Zugriff verhindert werden.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Instabox übernimmt Porterbuddy
Der nordeuropäische Logistikmarkt steht vor einer Veränderung. Der in Schweden beheimatete und in Nordeuropa aktive Paketzustelldienstleister Instabox übernimmt den norwegischen E-Commerce-Lieferdienst Porterbuddy. Im Rahmen der Transaktion gibt die Beteiligungsgesellschaft Verdane, die sich auf Investitionen auf dem E-Commerce-Markt spezialisiert hat, ihren Anteil an Porterbuddy an Instabox ab, beteiligt sich aber gleichzeitig selbst an Instabox und wird damit nach eigenen Angaben einer der größten Anteilseigner. Mit Hilfe der damit verbundenen Kapitalspritze wolle Instabox nun seine internationale Expansion verstärken, als weitere Märkte stünden Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie die Beneluxstaaten auf der Liste. Genaue Zahlen zu den Transaktionen nennen die Unternehmen nicht.

Einkauf ohne Kasse bei Aldi in London
Amazon hat in London den Schritt zu Supermärkten ohne Kassen bereits unternommen, nun folgt Aldi UK mit einem Geschäft in der britischen Hauptstadt. Im vergangenen Herbst hatte das britische Tochterunternehmen des deutschen Discounters angekündigt, dann folgte die Testphase durch die Mitarbeiter. Nun können die Kunden bei "Aldi Shop&Go" einkaufen, meldet die Lebensmittelzeitung. Produkte, die die Kunden aus dem Regal nähmen, würden über die Shop&Go-App eingelesen, auf der sich die Kunden zuvor anmelden müssen, der Betrag werde dann automatisch abgebucht. Als technische Hilfsmittel würden Sensoren und Kameras eingesetzt, technischer Partner sei das US-amerikanische Unternehmen AiFi. Die Zahl der Mitarbeiter entspreche der in konventionellen Geschäften. Bislang sei außer bei Amazon auch bei Tesco ein kassenloser Einkauf möglich.

Rainforest plant Investitionen im Handel
Ein Investitionsvolumen von 100 Millionen US-Dollar setzt Rainforest, eine E-Commerce-Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Singapur, in diesem Jahr für die weitere Akquise im Online-Handel an. Das genaue Volumen sei noch nicht absehbar, aber bei den ins Auge gefassten Marken könne es auch über 100 Millionen US-Dollar betragen, zitiert Tech in Asia den CEO JJ Chai. Bislang sei Rainforest an zwölf Marken beteiligt, in diesem Jahr solle diese Zahl verdreifacht werden. Primär gehe es um Marken mit Produkten für junge Mütter, ein Markt, in dem Rainforest bereits aktiv sei. Das im vergangenen Jahr gegründete Unternehmen habe 2021 einen Umsatz von 30 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Rainforest konzentriere sich auf Unternehmen aus dem asiatisch-pazifischen Raum, die international tätig seien.

Farmy will in weiteren Schweizer Städten liefern
Für Farmy spielen kurze Lieferzeiten der online bestellten Waren eine wichtige Rolle in der Geschäftspolitik. Bislang hat der Online-Supermarkt aber nur seine Kunden in Zürich innerhalb von drei Stunden beliefert, nun sollen die kurzen Lieferzeiten laut Handelszeitung auch in anderen Städten der Eidgenossenschaft zum Angebot gehören. Zuerst werde das Konzept in der Region des Genfersees angeboten, im Anschluss stünden Städte wie Basel, Bern, Winterthur, Zug und Luzern auf der Liste, zitiert die Zeitung den CEO Roman Hartmann. Geplant sei auch der Umzug des Unternehmens von Zürich nach Spreitenbach, wo dann auch ein neues Logistikzentrum entstehe und die Produktion von Eigenmarken geplant sei.


///// TRENDS & TECH

Autoretouch wandert zu Meero
Das Stuttgarter Technologie-Sart-up Autoretouch wechselt den Besitzer und wandert vom Modekonzern Breuninger zur französischen Plattform Meero. Das 2019 als Unternehmenseinheit von Breuninger gebildete Autoretouch hat sich auf die Bearbeitung von Produktfotos für Online-Shops unter dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz spezialisiert. Im Januar erfolgte dann der Start als eigenes Unternehmen, nun folgte die Übernahme durch das französische Unicorn. Meero erstellt Dienstleistungen rund um die Fotografie, die jeweils individuell für den einzelnen Kunden entwickelt werden.

Potenzial für den Handel im Sound Branding
Der Handel hinkt im Bereich der akustischen Vermarktung und dem Einsatz von Elementen wie Podcasts, Voice Commerce oder Clubhouse hinterher. Dies gehört zu den Ergebnissen des "Sonic Readiness Index", für den die Sound-Branding-Agentur Tro das auditive Branding der Unternehmen geprüft hat. Im Rahmen einer branchenübergreifenden Analyse von 60 Marken untersuchten 1.200 Konsumenten und ein Experten-Panel mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz den Einsatz der akustischen Kommunikationsmittel. Zu diesen gehörten nach Einstufung von Tro unter anderem die Markenstimme oder das Sound Logo. Am Besten aus dem Handelsbereich schnitt Trivago mit 58,5 von 100 möglichen Punkten ab, Ikea erreichte 57,4 Punkte, Mercedes 57,1. Das einzige Handelsunternehmen, das die 50 Punkte nicht übertraf, war Hugendubel mit 49,8 Punkten. Kein Händler habe die volle Punktzahl aber auch nur annähernd erreicht, dies stelle das Problem für diese Branche dar, stellen die Analysten fest. Dabei gehöre aber ein strategisches Sonic Branding zu einem vollständigen Marken-Betriebssystem. Wichtig sei Konsistenz im auditiven Markenbild.

KMU setzen zielgerichtete Werbung ein
Nach einer neuen Studie der Mitgliederorganisation 3C spielt zielgerichtete Werbung für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) eine wichtige Rolle. So habe eine Umfrage in Europa gezeigt, dass 93 Prozent der Unternehmen Targeted Ads einsetzten und damit versuchten, die Kunden direkt mit Produkten und Dienstleistungen anzusprechen, die für sie interessant seien. 76 Prozent der Betriebe stuften die datengesteuerte Werbung als wertvoll ein, für 34 Prozent spiele sie für das Unternehmen eine entscheidende Bedeutung. Mit diesen Werbemethoden könnten auch kleinste Unternehmen ein Nischenpublikum erreichen und es sei während der Pandemie eine große Hilfe gewesen, so die Einschätzung von 3C. Die Betriebe versicherten, dass sie diese Art der Werbung nur einsetzten, wenn ihr die Verbraucher im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung zugestimmt hätten.


///// NACHHALTIGKEIT

Coop verstärkt das Fairtrade-Programm
Der Schweizer Handelskonzern Coop will sich stärker im Fairtrade-Handel positionieren. Das Angebot werde um 1.333 Fairtrade-Produkte ausgebaut, teilt das Unternehmen mit, Partner sei dabei Fairtrade Max Havelaar, mit dem Coop seit 30 Jahren zusammenarbeite. Dessen Label werde in Zukunft auch für Einzelzutaten von Produkten angezeigt. Im Zuge des Jubiläums erfolge nun der Schritt einer stärkeren Positionierung in diesem Bereich, einige Eigenmarken seien bereits auf Fairtrade Max Havelaar umgestellt. Die Handelskette kündigt bereits einen weiteren Ausbau des Fairtrade-Sortiments an.