Gestern hat das Statistische Bundesamt Zahlen zum Online-Markt herausgegeben. Klar wird: Internet-Käufe sind inzwischen ganz normal. 80 Prozent der Deutschen von 16 bis 74 Jahren haben schon einmal online bestellt, vor allem Kleidung, Schuhe, Accessoires und Sportartikel. Den höchsten Wert (91 Prozent) erreichen Leute von 25 bis 44, aber auch der niedrigste Wert der 65- bis 74-Jährigen ist mit 55 Prozent noch ordentlich. Gute Nachrichten zum Jahresende.

///// HANDEL NATIONAL
Zalando erweitert den Vorstand um einen COO
Online-Modehändler Zalando gibt dem operativen Betrieb im Vorstand mehr Gewicht: Zum 1. März 2022 wird der jetzige Finanzvorstand David Schröder in die neue Position des Chief Operating Officer (COO) wechseln. Neue CFO wird dann Dr. Sandra Dembeck, bisher Corporate Finance Director bei der Compass Group. Wie das Unternehmen ankündigt, soll Schröder sich künftig um den Ausbau des europäischen Logistiknetzes, die eigenen Bezahlsysteme sowie um das Direct-to-Consumer-Geschäft von Partnern kümmern -- also um die "Transformation zu einem Plattformgeschäft", die Zalando als ein strategisches Ziel nennt.

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Fressnapf will Online mit Omnichannel "in Schach halten"
Der Tierbedarfs-Händler Fressnapf plant Zukäufe in Deutschland wie im Ausland, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Dabei gehe es vor allem um stationäre Wettbewerber, aber auch um die Investition in Marktplätze. Unter anderem durch die Verzahnung von On- und Offline-Geschäft wolle Fressnapf "jeden anderen Pure-Player wie Amazon oder Zooplus in Schach halten". Das funktioniere bereits: Man wachse 2021 sowohl prozentual als auch absolut stärker als Zooplus.

Signa Sports United ist samt Fahrrad.de jetzt an der Börse
Am 15. Dezember hat der Handel mit Aktien von Signa Sports United (SSU) an der New Yorker Börse begonnen. Wie das Unternehmen mitteilt, seien am 13. die letzten Entscheidungen für die Fusion mit der Mantelgesellschaft Yucaipa Acquisition Corporation gefallen. Signa sieht sich selbst als "die weltweit führende E-Commerce- und Technologieplattform für den Sport" und zähle mehr als sieben Millionen aktive Kunden. Zu SSU gehört unter anderem die Internetstores GmbH in Stuttgart mit Fahrrad.de und Bruegelmann.de.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Gesetz über digitale Märkte kommt näher
Das Europäische Parlament hat dafür gestimmt, mit den Mitgliedstaaten über Regeln für große Online-Plattformen in der EU zu verhandeln. Das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act) richtet sich "gegen unfaire Geschäftspraktiken der größten Digitalunternehmen", so das Parlament. Die Europäische Kommission werde ermächtigt, Verstöße zu ahnden. Geplant sind Geldbußen in Höhe von vier bis 20 Prozent des im vorhergehenden Geschäftsjahr weltweit erzielten Gesamtumsatzes. Wie ernst es den Parlamentariern ist, zeigt das deutliche Votum: Es fiel mit 642 zu 8 Stimmen bei 46 Enthaltungen aus.

Amsterdam will Dark Stores in Wohngebieten einschränken
Die Amsterdamer Lokalpolitikerin Melanie van der Horst will gegen die Dark Stores von Lebensmittel-Lieferdiensten in Wohngebieten vorgehen. Der Tageszeitung "Het Parool" zufolge habe es Klagen über Lärmbelästigung und die Einschüchterung von Anwohnern durch Fahrer ("flitsbezorgers") gegeben. Anlass ist offenbar ein Store des Lieferdienstes Zapp im Bezirk West, wo es mindestens neun Dark Stores gebe, amsterdamweit seien es 28. Der Politikerin zufolge lassen die Bebauungspläne des Bezirks keine Dark Stores zu. Sie plädiere für eine Verlegung in Gewerbegebiete.

Amazon plant offenbar Lebensmittel-Lieferdienst
Es gebe "eine auffallende Ähnlichkeit mit Instacart" aus den USA, schreibt Theinformation.com: Unter dem Namen "Amazon Fresh Marketplace" soll der Konzern an einem Lebensmittel-Lieferdienst arbeiten, der 2022 in ganz Europa und den USA loslegen soll. In Großbritannien sei es Prime-Abonnenten bereits möglich, über Amazon-App oder -Website Lebensmittel der britischen Supermarktketten Morrisons und Co-op zu bestellen. Geliefert werde am selben Tag via Amazon Flex. Lebensmittelzeitung.net weist auf die vergleichbare Kooperation von Amazon und Tegut in Deutschland hin.


///// TRENDS & TECH

Ebay ändert die Definition des Bruttowarenvolumens
Das Bruttowarenvolumen oder Gross Merchandise Volume (GMV) bezeichnet den bezahlten Wert der verkauften Waren. Ebay hat seine Definition angepasst: Das GMV umfasse jetzt "alle bezahlten Transaktionen auf seinen Plattformen einschließlich Versandgebühren und Steuern". Zuvor sei das GMV ausgewiesen worden, egal, "ob der Käufer und der Verkäufer die Transaktion tatsächlich abgeschlossen hatten". Die Umstellung auf ein weltweit einheitliches Zahlungs-Management mache die präzisere Erfassung möglich. Auf bisherige GMV-Angaben und die aktuelle Prognose habe die Änderung "nur unwesentliche Auswirkungen".

Rückgabefristen: Lob für Zalando, Galeria, Esprit und Bonprix
Superchat, Anbieter einer Kunden-Messaging-Plattform, findet lobende Worte für die Online-Shops von Zalando, Galeria, Esprit und Bonprix: Sie seien unter den 54 umsatzstärksten deutschen Online-Händlern, die Superchat kritisch beäugt hat, die mit der kulantesten Rückgabefrist, nämlich 100 Tagen. 54 Prozent der Shops gingen über die gesetzliche Frist von 14 Tagen hinaus. Im Segment Mode sei die Frist mit durchschnittlich 43 Tagen fast doppelt so lang wie im Bereich Unterhaltungselektronik (23 Tage).

///// NACHHALTIGKEIT

Digitec Galaxus will 2022 klimaneutral arbeiten
Der Schweizer Online-Händler Digitec Galaxus hat das Ziel ausgerufen, "in Anlehnung an das Pariser Klimaabkommen die Hälfte aller Klimagasemissionen bis 2030 einzusparen". Erneuerbare Energien, optimierte Kartonagen und eine verpackungsfreie Versandoption seien bereits umgesetzt. Schon 2022 will das Unternehmen klimaneutral arbeiten, indem es seine Emissionen auf klassische Weise kompensiert. 2019 seien an allen operativen Standorten in der Schweiz und in Deutschland 1406 Tonnen CO2 angefallen. Laut Atmosfair-Rechner schlüge die Kompensation mit 32.338 Euro zu Buche.