Liebe Leserin, lieber Leser, lachen Sie jetzt nicht. In Deutschland tobt der Brötchen-Streit. Der eine Aufreger bei Twitter: Bäcker, die nur Bargeld wollen und Kartenzahlung ablehnen. Der andere Aufreger. Die Sonntagsöffnungszeit. Nachdem ein Oberlandesgericht entschied, eine Bäckerei dürfe den ganzen Sonntag Brötchen verkaufen, landet das Sonntagsbrötchen nun wohl vor dem Bundesgerichtshof. Mehr als diese zwei Dinge muss man über den Zustand von Deutschland nicht wissen. Außer vielleicht, dass Otto gerade keine kleinen Brötchen backt.

Otto-Bilanz bombig
Die Schlagzeilen sind ja heute voll mit der Otto Bilanz. Wir machen es kurz, aber mit Sprengstoff. 8 Prozent Umsatzwachstum. 3,2 Milliarden Euro Umsatz. Mehr Neukunden. Schon 400 Partner auf der Otto-Plattform. Doppelt so viele sollen es bis Ende 2019 sein. 100 Millionen Euro will man in Technologie und neue Arbeitsplätze investieren.
Gebremst werden solche Pläne vor allem durch rund 400 bis 500 offene Stellen. Oder vielleicht durch Funde wie in der vergangenen Woche. Da tauchte bei Baggerarbeiten in der Nähe der Otto-Zentrale in Bramfeld eine 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf. In Bramfeld baut Otto ein neues Hauptquartier. Der Clou: Die Vorstände von Otto haben dort keine Einzelbüros mehr, sitzen stattdessen bei den Mitarbeitern ‚auf der Fläche‘.

Getnow macht Schero zum CEO
Die "privaten Gründe", so die damalige verschwurbelte Pressemeldung, aus denen Torsten Schero beim Re-Commerce-Anbieter Rebuy ausmusterte, heißen Getnow. Der ehemalige Amazon-Manager heuert bei dem Essens-Lieferdienst als CEO an.

Globetrotter will online angreifen
Mehr kleine Läden, die dann auch besser an Click & Collect angebunden sind. Das ist ein Rezept, das den Outdoor-Ausrüster Globetrotter wieder aus dem Tal holen soll. Über den Umbau berichtet das Handelsblatt.

Otto liefert automatisch
Wenn die Spülmaschine demnächst Tabs selbst bestellt, die Kaffeemaschine neue Filter ordert, dann vermutlich bei Otto. Denn Otto übernimmt ab März das Start-up OrderThis. Das baut eine Software, die zwischen Onlineshop und internetfähigen Haushaltsgeräten vermittelt. Im ersten Pilotprojekt für den Service "Otto ready", der smarte Geräte mit dem Otto-Konto verbindet,  können Geschirrspüler bereits mit Home Connect – beispielsweise von Bosch – Tabs bei Otto bestellen (Demo-Video). Allerdings nicht völlig ohne Kontrolle des Kunden. Das Smartphone sagt per Push-Nachricht, dass der Vorrat knapp wird, und der Kunde kann dann mit nur einem Klick sein Haushaltsprodukt nachbestellen. Übrigens ohne Versandkosten.

Kofferraumlieferung per Chark.me weitet Test aus
Mercedes-Dienst Chark.me, eines der vielen Experimente mit Kofferraumlieferung, geht in die nächste Testphase. In Stuttgart und Umgebung können sich zum ersten Mal auch Nicht-Daimler-Mitarbeiter mit einem Mercedes ab Baujahr 2015 am Beta-Test beteiligen und per App den Paketboten Richtung Kofferraum steuern. Mit dabei sind in der Beta-Phase lokale Partner wie Edeka Gebauer und auch Breuninger. Bei dem kostenlosen Service des Corporate Start-up von Daimler (Demo-Video) bestimmt der Nutzer den Zusteller und den Zeitslot für den Zugriff auf das Fahrzeug. 

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INTERNATIONAL

Target startet Marktplatz
Die US-Kette Target startete jetzt mit Target+ einen Online-Marktplatz für Drittanbieter und greift damit Amazon an. Die Partner sollen vor allem das Sortiment in Kategorien wie Wohnen, Spielzeug, Elektronik und Sportartikel erweitern. Die aktuellen Zahlen von Target werden am 5. März veröffentlicht. Dann wird man sehen, ob die bisherigen digitalen Anstrengungen - ähnlich wie bei Walmart - gefruchtet haben.


TRENDS & FAKTEN

Sparkassen verhandeln mit Apple
Nun also doch. Die Sparkassen prüfen die Einführung von ApplePay, weiß das Handelsblatt. Noch Ende des Jahres hatten die Roten gemauert.

Spielzeughandel: Online-Anteil verdoppelt
Der Anteil der Spielzeugkäufe im Internet hat sich seit 2011 auf 40 Prozent verdoppelt. Das sagt eine Studie der Handelsmarketing-Agentur Offerista.  Der stationäre Fachhandel hat im gleichen Zeitraum seinen Anteil von 38 auf 30 Prozent verringert.  Verbrauchermärkte sinken von 15 auf 12 Prozent, Lebensmitteldiscounter von 5 auf 4 Prozent, Warenhäuser von 12 auf 8 Prozent und andere Händler von 9 auf 6 Prozent.

Zahl des Tages
In welcher Filterblase in Sachen Mobile Payment man selbst lebt, zeigt eine Umfrage von YouGov. Demnach würden 25 Prozent der Deutschen gerne per Smartphone und App bei einem Einkauf bezahlen. 67 Prozent der Befragten würden diese Art des Bezahlens ungerne nutzen. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen ist das Interesse für Mobile Payment mit 38 Prozent deutlich ausgeprägter als in der Gesamtbevölkerung. Umso eigenartiger muss man ein aktuelles Umfrage-Ergebnis des Branchenverbands Bitkom finden: Da liest man, dass 86 Prozent zur Autorisierung beim Bezahlen den Fingerabdruck nutzen würden. Fast jeder Zweite würde seine Iris scannen lassen.

Start-up des Tages
Das Online-Portal Mapudo macht den Angebotsvergleich für Einkäufer in der metallverarbeitenden Branche schneller und einfacher.

Favorit der Leser am Vortag
Auf dem Amazon-Marktplatz wird mit immer härteren Bandagen gekämpft. Seller kopieren, täuschen, sabotieren, bedrohen und erpressen Konkurrenten - und bestechen sogar Konzernmitarbeiter. Im Krieg auf dem Marktplatz sind Amazons eigene Regeln zur ultimativen Waffe geworden. etailment zeigt die schmutzigen Tricks. 

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