Zufriedene Gesichter in Hamburg: Otto bilanziert mehr als 5 % Wachstum im auslaufenden Geschäftsjahr. Dieses gehe auf Technologie (wahrscheinlich Daten & Analyse) und erfolgreiche Online-Töchter oder -Beteiligungen zurück. Wieder eine Bestätigung, dass sich Veränderung und Erneuerung auf Dauer lohnen.

///// HANDEL NATIONAL
Otto freut sich
Gute Technik und erfolgreiche Online-Unternehmen: Auf diese Erfolgsrezepte führt Otto sein Wachstum im letzten Geschäftsjahr zurück, das mit dem Februar endet. Nach ersten Schätzungen stehen 8,1 Milliarden Euro Umsatz in den Büchern, das wäre ein Plus von mehr als 5 %. Auf Deutschland entfallen dabei 5,5 Milliarden Euro. Otto arbeitet zunehmend datengetrieben – und wo die neue Technik und Daten bereits Strategie, Einkauf und Service treiben, bei Töchtern und Beteiligungen wie Crate & Barrel, Bonprix, Witt, AboutYou oder MyToys, wuchs der Umsatz sogar um 11 %. Exciting Commerce sieht die Freude bei Otto deutlich kritischer und bescheinigt den Hamburgern Verspätung bei vielen notwendigen Entwicklungen.

Kundenwünsche verpennt
Ein Drittel unseres Leben verbringen wir im Bett: Doch trotz neuer Schlaf- und Bettkonzepte müssen die Spezialisten fürs Bett mit einem Umsatzminus von mindestens 5 % rechnen. Absatzwirtschaft beschäftigt sich mit dem Matratzen-Markt, der wenn nicht verschnarcht so doch unfreundlich erscheint. Start-ups wie Bett1, Emma oder Casper – die US-Amerikaner haben gerade ihren Börsengang versemmelt – wirbeln ihn gerade durcheinander, weil sie viele Ansatzpunkte für besseren Service finden: "Der Kauf im Matratzengeschäft oder im Möbelhandel steckt aus Kundensicht voller Unannehmlichkeiten”, stellt etwa Kai Hudetz, Geschäftsführer der Handelsberatung IFH. fest. Die Vielfalt an Matratzen verwirre, alle sähen gleich aus und Vorteile wären kaum erkennbar. "Man legt sich kurz drauf – in voller Bekleidung – und soll sich dann entscheiden. Das ist kein tolles Einkaufserlebnis."

Nix geht mehr bei Amazon
Der zweitgrößte Amazon-Händler in Deutschland, Rebuy, wurde vom Amazon-Marktplatz ausgesperrt, berichtet Wortfilter. Die Hintergründe sind unklar, Kenner spekulieren über fehlerhafte Algorithmen oder eine illegale DVD-Veröffentlichung im Ausland. Seit Januar kann Rebuy nichts mehr listen bei Amazon – Insider sprechen von 60.000 Euro Schaden pro Tag, andere wiederum über eine höhere Reichweite der eigenen Plattform.

Digitale Banken und Policen
Nicht nur der Matratzenmarkt verändert sich, auch im Finanzdienst-Bereich wird's immer digitaler: Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften wollen mithalten und investieren in FinTechs – 2019 rund 1,7 Milliarden Euro oder 44 % mehr als im Vorjahr. Mobilbranche erläutert die Veränderungen auf dem Geldmarkt.

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Digitalisierung in der Praxis
Wie sieht die Digitalisierung des Handels in der Praxis aus? Fragen Sie sich auch, mit welchen Lösungen Sie Ihre Unternehmensziele am besten erreichen? Wir stellen Ihnen ganz konkrete Digitalisierungsstrategien für den Handel vor und zeigen, welche Vorteile diese für die Unternehmen bringen. Von 360°-Omnichannel-Handel in Echtzeit bis hin zu Direct-to-Customer-Vertrieb - hier finden Sie alle Szenarios im Überblick.

///// INTERNATIONAL


Virus bremst Messen und Geschäfte
Das war zu erwarten, kommt jetzt aber geballt: Nach Sony, LG sagt nun auch Amazon seine Teilnahme bei der Mobil-Messe Mobile World in Barcelona ab. Wegen der Ansteckungsgefahr mit Corona (dabei wütet die Erkrankung doch vor allem in Asien). Airbnb stoppt derweil aus demselben Grund alle Buchungen in China und Peking und Mode- und Markenhersteller wie Adidas, Timberland, Uniqlo schließen dort einen großen Teil ihrer Filialen. Deutsche Unternehmen wie Otto erlassen Reiseverbote nach China. Nichts geht mehr wegen des Virus. Oder doch? Chinesische Lieferdienste und Online-Händler stellen massenhaft Zeitarbeiter von kleineren Firmen ein, die Probleme haben, um den kurzfristigen Boom ihres Geschäfts abzufedern.

Alibaba trennt sich von Europa-Chef
Terry von Bibra, Europa-Chef des chinesischen Handelsriesen Alibaba, hat den Konzern verlassen. Das Manager Magazin berichtet davon, Exciting Commerce beschäftigt sich damit, wen Alibaba braucht, um in Europa besser vertreten zu sein. Alibaba benötige Leute, die nicht nur Vertrieb und den chinesischen Händler vertreten können, sondern die die Geschäfte des Unternehmens vorantreiben können.


///// TRENDS & TECH


Kaufen – ein Erlebnis
eBay schwächelt und so manch Pure Player des Online-Handels auch: Selbst junge Kunden gehen gerne bummeln und einkaufen. Und die Läden hübschen sich auf – nicht nur mit Lounge-Ecken, sondern mit digitaler Technik. Die FAZ hat sich auf Einkaufsmeilen umgeschaut und beschreibt zukunftsfähige Konzepte.

Achtung Datenpanne
Knapp zwei Jahre ist sie in Kraft: Die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat sich ähnlich wie die deutschen Regeln sogar in den USA einen Namen gemacht. Doch die Aufsichtsbehörden ziehen jetzt die Kontrollen an, die Strafen werden schärfer, Entschuldigungen gelten nicht mehr. Datenschutz-Beauftragter online rekapituliert die Entwicklung: wichtiges Hörstück.

Neues, sicheres Smartphone
Das sollten sich Händler mal anschauen: Die Hello Welt-Gesellschaft aus Remscheid bietet auf Kickstarter ihr neues Volla-Phone an, ein Smartphone, das die Privatsphäre besser schützen und einfacher zu bedienen sein soll. Die Ausschreibung nennt viele interessante technische Details – wichtig zu wissen, wie die direkte Ansprache von Kunden durch Messenger oder Geolocation trotzdem funktioniert.

Favorit der Leser: Das Smartphone oder bargeldloses Bezahlen verändert das Payment. Händler überarbeiten gerade ihre Systeme, und siehe da: Mit mobile Payment-Funktionen lassen sich Service und Datenlage pushen, denn sie verbinden Online mit Offline, helfen bei der Realisierung von  Omnichannel-Konzepten und liefern Daten übers Kaufverhalten aus allen Kanälen.