Jedesmal, wenn ich jetzt durch einen Laden gehe, und die mit Blick auf Weihnachten besonders gut sichtbar platzierten Geschenkgutscheine sehe, muss ich daran denken, dass die Vorverkaufserlöse im Grunde ein zinsloses Darlehen für das Unternehmen sind. Das man später, mich eingeschlossen, oft genug nie zurückverlangt. Manch einer kann solche Spenden ja ganz gut gebrauchen.

///// HANDEL NATIONAL
Otto - TikTok statt Weihnachts-Spot
Der große und emotionale Weihnachts-Spot mit Taschentuch-Alarm hat im Handel inzwischen Tradition. Otto verweigert sich in diesem Jahr dem Wettlauf der Gefühle und wirbt ohne den einen großen Weihnachts-Spot.

Stattdessen rücken neue Kanäle wie TikTok, Twitch und Tinder in den Fokus. Im Mittelpunkt steht dabei die Kunstfigur Ricky Anchorman. Bei Tinder gibt es mit ihm ein Single-Quiz, bei Twitch gibt es ein Gewinnspiel im Livestream und bei TikTok gibt es eine Hashtag Challenge mit einem eigenen Otto-Filter. Bei Instagram kooperiert der Versender mit acht Influencerinnen.

Ganz ohne TV geht’s natürlich nicht: TV-Werbung gibt es mit fünf Mini-Spots in denen Ricky Anchorman Lebenshilfe für Weihnachten bietet und beispielsweise die richtige Umarmung erklärt

Karstadt-Boss träumt von Markplatz Warenhaus
Kongressbühnen haben dicke Bretter, die können auch einiges aushalten. Da kann man sich die Welt schon mal ein wenig zurecht zimmern. Auf diesen Brettern kann dann auch beim wirtschaftspolitischen Frühstück der IHK Berlin Karstadt-Ober-Boss René Benko erklären, dass man an den Standort Innenstadt in Kombination mit Online glaube, und dass das Kauf- & Warenhaus zum modernen Marktplatz der Innenstadt werde, wie man bei Twitter lesen kann. Die Filialen sollen dabei mehr und mehr auch für "Shipment-from-store" dienen. Und da sieht ja mancher eher deren Zukunft: Als Warenlager. 
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Bei Media-Markt und Saturn texten die Roboter
Bei Media-Markt und Saturn schreibt nun Künstliche Intelligenz die Produktbeschreibungen in den Onlineshops. Die Software für die automatische Produktbeschreibung liefert das Berliner Unternehmen Retresco. Deren KI verwandelt strukturierte Daten in lesbaren Text um. Bislang wurden bereits über 210.000 Produktbeschreibungen für Artikel aus mehr als 400 Warengruppen generiert. Passendweise liest man dazu gerade in IEEE-Spectrum, dass über eine derartige Maschine einst schon der deutsche Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibniz sinnierte.

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///// INTERNATIONAL

China bereitet sich auf den Singles Day vor
In China, so ist aus dem Freundeskreis zu hören, packen sich die Kunden jetzt schon die Warenkörbe voll, um am 11.11. dem Singles Day, einfach nur noch auf "Kaufen" klicken zu müssen. Der Singles Day ist der verkaufsstärkte Tag im chinesischen Handel und das größte Shopping-Event der Welt. Neue Rekordzahlen, unter anderem von Alibaba und JD, darf man erwarten.


///// TRENDS & TECH

Facebook ganz groß
Facebook gönnt sich ein neues Logo, um sein Image aufzupolieren und um das Unternehmen von den Apps zu differenzieren. Wichtigste Neuerung. Das Netzwerk schreibt sich jetzt in Großbuchstaben FACEBOOK. Außerdem gibt man sich bei Instagram und WhatsApp als Konzernmutter zu erkennen.

Start-ups optimistisch
Deutsche Gründer sind Optimisten. Zwei Drittel der von PwC befragten Start-ups rechnen damit, dass sich ihre Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verbessern wird. Obwohl das Umfeld schwieriger wird und es zunehmend mühsamer wird, an Geld zu kommen. Für 38% der Befragten ist die Kapitalbeschaffung eine große Hürde. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Für den Start-up Monitor befragte PwC rund 2.000 deutsche Start-ups. 

Umfrage des Tages
Was erwarten Händler von Finanzdienstleistern? Welche Finanzdienstleistungen nutzen Händler und Hersteller? Fragen wie diese will einmal mehr die ECC-Payment-Studie klären. Es ist vielleicht die wichtigste Standardstudie im deutschsprachigen Payment-Sektor. Hier können Sie sich an der Umfrage beteiligen.

Favorit der Leser
Konsumenten werden auf Snapchat gewonnen, informieren sich auf Vergleichsseiten, kaufen alles bei Amazon, und der Newsletter ist ohnehin schon seit Jahren tot. Das glauben zumindest viele Vertriebs- und Marketingmanager. Es könnte sich allerdings lohnen, diese Thesen infrage zu stellen. Denn Marken verschenken reichlich Potenzial, wenn sie ihre eigenen Kanäle vernachlässigen. Welche Gefahr es birgt, wenn Marken nur auf Instagram setzen, lesen Sie hier.

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