Liebe Leserin, lieber Leser, das erstaunt dann doch: 24 Pakete im Schnitt erhält Otto Normalverbraucher im Jahr, mehr als die Käufer in Großbritannien und USA. Obwohl der E-Commerce dort deutlich weiter ist. 24 Pakete klingt nicht nach viel: Zwei Pakete pro Monat für einen Haushalt bedeuten eben auch "nur" zwei Bestellungen. Oder ist das falsch gezählt? Kaum zu glauben, dass der E-Commerce damit schneller als der Einzelhandel wächst. Zukunftsmusik? Die Pekinger und Shanghaier erhalten bis zu 70 Sendungen pro Jahr. Doch auch diese Zahl erstaunt: Man sollte meinen, dass die Menschen in diesen Metropolen sich gut vor Ort versorgen könnten. Und eigentlich die Leute auf dem Land ... Dort aber fehlt's noch an Infrastruktur. Interessant, worüber man nachdenken kann, wenn man Pakete zählt. In diesem Sinne: einen guten Wochenstart.

///// HANDEL NATIONAL
Paket-Zählerei
Im Schnitt 24 Pakete erhält Otto Normalverbraucher in Deutschland pro Jahr – so viele wie fast nirgendwo sonst auf der Welt. Nur die Pekinger und Shanghaier toppen die Zahl: Sie bekommen auf bis zu 70 Pakete. So was zählt die Beratung McKinsey, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Mehr Zahlen? In USA bekommen Verbraucher 21 Pakete im Jahr, die aus Großbritannien indes 22, dabei gelten sie deutlich online-affiner als die Deutschen. McKinsey erwartet, dass das Paketaufkommen vor allem durch das Wachstum im E-Commerce steigern wird. Bis 2030 soll der hier Umsatz um 10 % steigen – fünf Mal so schnell wie im Einzelhandel.

Zalando lagert aus
Zalando lässt Retouren an seinen Verteilzentren künftig von externen Dienstleistern managen und überarbeiten. So will der Mode-Händler Kosten senken, schreibt die Lebensmittelzeitung (für Abonnenten).

Wer wird Online-Mode-Marktführer?
"Die Kunden fingen an, Komfort und Preistransparenz beim Internet-Einkauf als Vorteil zu sehen. Das ist der Mega-Trend, auf den Kinnevik damals und heute setzte", begründet Georgi Ganev, der Chef von Kinnevik, gegenüber der Kassenzone die Investition bei Mode-Händler Zalando. Für die schwedische Gesellschaft hat sich diese Geldanlage schon rentiert. Kassenzone-Schreiber Alexander Graf hat sich außerdem mit AboutYou-Mitgründer Tarek Müller unterhalten und analysiert in einem Podcast, wie's mit dem Online-Modehandel weitergeht und wer im Internet das nächste Schwergewicht wird. Spannend zu hören.

Jägermeister investiert
Erst eine Ginmarke, dann einen Kunstveranstalter, jetzt eine Festival-App: Seit 2017 investiert Jägermeister in Start-ups. Jetzt beteiligte sich der Spirituoasen-Spezialist an Woof, eine Festival-App aus den Niederlanden, erzählt Gründerszene.  Mit Woof informieren sich Nutzer über Festivals, kaufen dort Karten und buchen bei Bedarf den Platz für Zelt und Schlafsack oder kommunizieren mit Freunden.

Ritter Sports CEO-Thriller
Was für ein Euphemismus: Social Engeneering so viel wie Sozialtechnik heißt es, wenn Kriminelle Mitarbeitende am Telefon und per Mail unter Druck setzen, um an sensible Passwörter zu kommen. So können Systeme gehackt und Millionenschäden entstehen – auch weil Unternehmen sich schämen, darauf herein gefallen zu sein. Anders Ritter Sport: Der Schokoladenhersteller schaltete die Polizei ein. Schaden gering, mit dem Schreck davongekommen. Das Handelsblatt erzählt den lehrreichen Thriller (für Abonnenten).

///// INTERNATIONAL

Post liefert Medikamente
Die Deutsche Post

Mercadona optimiert Logistik
Mercadona setzt auf Online: Spaniens größter Lebensmittelhändler bietet nach ersten Tests in der Heimatstadt Valencia nun auch in Barcelona schnellste Lieferungen an. Dafür hat Mercadona in ein neues Logistikzentrum und in 50 Fahrzeuge investiert, die Auftragsannahme zentralisiert und zunächst 92 Mitarbeitende aus den umliegenden Filialen in der Zona Franca zusammengezogen. Kunden können, so ein Bericht von Internet-Retailing, ihre Bestellungen jetzt für rund 7 Euro selbst in der Zeit von 19 bis 22 Uhr  innerhalb einer Stunde erhalten. Was morgens bestellt wird, kommt ebenfalls am gleichen Tag an.

Amazon gibt Spark auf
Bilder von aktuellen Einkäufen posten – was bei Instagram absolut hip ist, erweist sich bei Amazon als Niete: Nur wenige ließen sich von den Fotos der Prime-Kunden inspirieren. Der Online-Händler gibt daher sein 2017 gestartetes Programm Spark auf, berichtet Techcrunch. Das neue Social-Media-Projekt heißt #FounditonAmazon und wird wohl nicht mehr auf Prime-Kunden beschränkt.

///// TRENDS & TECH

Das T-Shirt-Barometer
Auch 'ne Art herauszubekommen, welches Unternehmen bei Geeks, Nerds und wie die Tekkies alle heißen beliebt ist: Todd Bishop von Geekwire checkt dafür die Second-Hand-Läden in ausgewiesenen Tech-Städten, also Seattle oder im Silicon Valley. Dort sind gerade die Hemden von Facebook oder Tidal günstig, weil keiner mehr zeigen will, dass er dort arbeitet. Überraschung: Amazon-T-Shirts sind nicht aufzufinden.

Lehrreiche Geschichte
Exciting Commerce erinnert daran, dass die Pleite von Quelle auch schon wieder 10 Jahre her ist. Warum der damals umsatzstärkste Online-Händler und Versender eingehen musste, ist eine lehrreiche Mahnung an die heutigen Händler. Must Have zum Wochenanfang.

Zahl des Tages
Als "erfolgreichstes Produkt aller Zeiten" beschreibt der Marktforscher Asymco das Iphone von Apple: seit dem Start 2007 sind rund 1,6 Milliarden des mobilen Telefons verkauft worden, 2018 allein schon 218 Millionen weltweit. Apple hat damit rund eine Billion US-Dollar eingenommen. Sauber.

Lektüre des Tages
Passt zum Online-Aufbruch bei Mercadona und zum Appell, das Internet nicht zu verdrängen: 10 Thesen, wie sich der Lebensmittelmarkt in Internet entwickeln soll, von etailment.

Favorit der Leser
Mercadona zeigt wie's geht und SportScheck auch: Investitionen in den Online-Handel, die Logistik und nutzerfreundliche Technik zum Verlinken von Offline- und Online-Welt: Wer als Händler überleben will, muss das Internet in seine Strategien miteinbeziehen. Egal ob er dort oder vor Ort verkauft: etailment appelliert an den Geschäftssinn von Händlern.

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