Wenn Sie in den nächsten Tagen Rekordzahlen von Amazon rund um Black Friday und Cyber Week lesen, dann denken Sie bitte folgende Zahl mit: Null Dollar. So viel Bundeseinkommenssteuer hatte Amazon 2018 in den USA für seine Gewinne bezahlt. Da kann Amazon ein paar aktuelle Rückschläge verkraften.

///// HANDEL NATIONAL
Amazon könnte Markenstreit verlieren
Im Markenstreit zwischen Amazon und Coty gab es jetzt eine Art Vorentscheidung. Nach Meinung des Generalanwaltes am Europäischen Gerichtshof muss Amazon beim Vertrieb von Waren von Drittanbietern überprüfen, ob diese nicht gegen Markenrechte verstoßen. Zwar könnten Händler, die keine Kenntnis von Markenverletzungen hätten, nicht direkt für die Lagerung solcher Produkte von Drittanbietern verantwortlich gemacht werden.
Kontrolle sei aber nötig und Haftung möglich, wenn die Waren, wie im Falle Amazon, im Rahmen des Programmes "Versand durch Amazon" ausgeliefert werden. Coty hat auf Unterlassung und Schadenersatz geklagt, weil Dritte via amazon.de ohne Genehmigung das Parfüm "Davidoff Hot Water" verkaufen. Eine Erlaubnis wäre aber eigentlich notwendig, da Coty Germany eine Lizenz an der für Parfüm eingetragenen Marke "Davidoff" hält.

Picnic macht 300 Mio Euro Umsatz
Picnic, das in Deutschland 2019 wohl einen Umsatz von 40 Mio. Euro erreichen wird, meldet für 2019 einen Umsatz von 300 Mio. Euro. "Mittlerweile haben wir 300.000 Kunden in den Niederlanden und Deutschland. Wir haben rund 50% des Marktes für Online-Shopping in unseren Händen und das Wachstum ist noch lange nicht abgeschlossen", zitieren niederländische Medien Picnic-Boss Michiel Muller.

P&C kriselt
Peek & Cloppenburg Düsseldorf bleibt weiter im Absteiger-Modus. Der Umsatz in Deutschland sank im vergangenen Jahr um rund 2,6% auf 1,45 Mrd. Euro. Das Ergebnis (Ebitda) verschlechterte sich von 86 Mio. auf 78 Mio. Euro, bei einer Ebitda-Marge von 5,4% (Vorjahr 5,8%). Online hofft man auf Besserung. Ob der Kauf der insolventen Plattform da mehr bringt als Kundendaten und einen Klotz am Bein, muss die Zeit zeigen.

Influencer machen Möbel für Otto
Influencer als Modemacher haben wir zuletzt unter anderem bei About You erlebt. Den Erfolg möchte Otto nun wiederholen. Aber im vielfach unterschätzen Möbel-Segment des Versenders. Gemeinsam mit der Hamburger Bloggerin Jenny Feldmann von „elbgestoeber“ sollen mehr als 20 Möbel- und Einrichtungsartikel in deutsche Wohnungen gelangen. Eine zweite Living-Kollektion ist bereits in Planung. Spätestens im Frühling 2020 launcht auch Anne Dirfard, Interior-Bloggerin und Living-Influencerin, mit Otto eine eigene Kollektion. Auf Instagram hat Otto im Bereich Interior schon jetzt das sagen. 

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///// INTERNATIONAL


Amazon-Pröbchen gefloppt
Die lange Liste der Amazon-Flops ist um ein Beispiel reicher. Produktproben, die Amazon in den USA auf Basis von Einkaufsdaten und gegen Werbegeld in die Pakete packte, wird es nicht mehr geben. Grund soll sein, dass Kunden sich auf diese Weise zu sehr bei ihren Gewohnheiten und Einkaufswünschen ertappt fühlten.


Ahold Delhaize will E-Food profitabel machen
Spannende Details verrät CEO Frans Muller über die Digitalstrategie des Handelsriesen Ahold Delhaize in der Lebensmittel Zeitung (Print). Ein Angebotsmix zwischen Click & Collect und der Heimlieferung sowie höhere Effizienz bei der Kommissionierung durch Roboter sollen E-Food profitabler machen.
Zudem testet man noch mit einigen Geburtswehen eine „Micro-Fulfilment Center Technology“, mit der in nur einer Stunde mit hoher Schlagkraft Produkte in den Filialen kommissioniert werden können. Omnichannel-Angebote seien jedenfalls Pflicht: "Die Alternative, keinen Online-Service anzubieten, besteht nicht, denn dadurch laufen wir Gefahr, auch den stationären Kunden zu verlieren." Sortimente, die vorzugsweise online gekauft werden, sollen außerdem auf der Fläche reduziert werden. Das schaffe dann Platz für attraktive Frischwaren- und Gastronomie-Angebote. Auch sonst ein lesenswertes Interview.


Preisvergleichsseiten fordern mehr EU-Hilfe gegen Google
In einem gemeinsamen Brief an die EU-Kartellbehörden fordern 41 europäische Preisvergleichs-Shopping-Dienste entschiedener gegen Google vorzugehen. Der Vorwurf: Google missbrauche unverändert seine marktbeherrschende Stellung als Suchmaschinenbetreiber, benachteilige andere Anbieter bei den Suchergebnissen und verschaffe seinen eigenen Produkt- und Preisvergleichsdiensten weiter wettbewerbswidrige Vorteile. Die Kommission hatte Google bereits wegen Bevorzugung von Google Shopping zu 2,4 Milliarden Euro Bußgeld verdonnert und eine Verhaltensänderung angemahnt. Die Rivalen finden nun, da sei noch nicht genug passiert. Die Google-Mutter Alphabet erzielt 2018 übrigens über 30 Milliarden Dollar Reingewinn.


///// TRENDS & TECH


Onlineshops für Weihnachtseinkäufe gefragt
Weihnachtsshopping passiert online. Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand. Falls Sie das mit Studienzahlen untermauern möchten, hier ist eine von Capgemini. Die sagt, dass 48% der deutschen Befragten planen, ihre Weihnachtseinkäufe online zu tätigen, wobei Marktplätze mit mehreren Marken  favorisiert werden. Insgesamt zieht ein Drittel der Befragten den Einkauf im stationären Handel vor, 15% sind noch unentschlossen und der Rest bevorzugt den Onlinehandel, verteilt auf Markenshops (11%), Marktplätze wie ebay (9%) und Shops wie Amazon mit unterschiedlichen Marken im Angebot (28%). Dabei zeigen die Generationen deutliche Unterschiede: Während jeder Zweite über 55 (48%) vorzugsweise in ein stationäres Geschäft geht, geben die Jüngeren ihr Geld lieber online aus.

Mega-Ausfall der Plattformen
Ausgerechnet am US-Feiertag Thanksgiving. Instagram, Facebook und Messenger waren gestern down. Störungen gab es aber auch in Europa. Ursache: unklar.

Payment - Wie geht es weiter?
Was erwarten Händler von Finanzdienstleistern? Welche Finanzdienstleistungen nutzen Händler und Hersteller? Fragen wie diese will einmal mehr die ECC-Payment-Studie klären. Es ist vielleicht die wichtigste Standardstudie im deutschsprachigen Payment-Sektor. Hier können Sie sich an der Umfrage beteiligen.

Favorit der Leser
Kein Platz mehr. In Zukunft werden Logistikcenter wohl zu Wolkenkratzern. Erste Beispiele gibt es bereits.