Nicht jeder Online-Händler feiert in Corona-Zeiten große Erfolge. So tut sich der französische Online-Baumarkt Manomano auch nach vier Jahren auf dem deutschen Markt schwer. Sollte mit dem Lockdown auch für Baumärkte nun gerade jetzt der Durchbruch gelingen? Vom Markterfolg träumen auch die Newcomer Wolt und Wildberries, die Lieferando, Zalando & Co. die Stirn bieten. Derweil stellt Otto seine Mietplattform Now endgültig ein.

///// HANDEL NATIONAL
Weniger Retouren in der Corona-Krise
Wissen die Kunden in Corona-Zeiten mehr was sie wollen? Einer Umfrage der Universität Bamberg unter 103 Online-Händlern in Deutschland zufolge stieg die Zahl der Sendungen von März bis August 2020 um 17,4%, während im gleichen Zeitraum die Retourenquote von 17,8 auf 15,9% sank. Trotzdem liegt die Zahl der Retouren im Jahresvergleich 2019/2020 auf Rekordhöhe: 315 Mio. Pakete wurden wieder zurückgesandt (301 Mio. in 2019). Eine signifikant niedrigere Retourenquote verzeichneten Produkte aus den Bereichen Einrichtung und Mode. Oliver Prothmann, Präsident des Bundesverbands Onlinehandel, sieht darin eine Entwicklung von "Möchte-ich-haben"- zu "Brauche-ich-jetzt"-Käufen. Vielen Kunden würden sich besser informieren und gezielter nach Bedarf einkaufen. 

Manomano will in Deutschland durchstarten
In einem Baumarkt gibt es durchschnittlich 50.000 Produkte. In den virtuellen Regalen des französischen Online-Baumarkts Manomano, der bereits seit vier Jahren in Deutschland am Start ist, sind es 1,8 Mio. Wie dem Unternehmen nun endlich der Durchbruch bei deutschen Kunden gelingen soll, erläutert Mitgründer Philippe del Chanville in einem Gespräch mit der Wirtschaftswoche. 

Wolt fährt in Deutschland hohe Verluste ein
Der finnische Essenslieferant Wolt expandiert in Deutschland. Neben Berlin ist er nun auch in München und Frankfurt am Main vertreten. Trotz hoher Verluste geht das Unternehmen in die Offensive und will neben Essen auch Lebensmittel binnen weniger Minuten zu den Kunden bringen. Im Gespräch mit Business Insider erläutert Firmengründer Miki Kuusi wie er es mit dem Platzhirschen Lieferando aufnehmen will.  

Aus für Otto Now
Die Idee, Produkte wie Kaffeemaschinen, Kameras oder Drohnen nicht zu kaufen, sondern einfach zu mieten, sollte in Zeiten der Sharing-Economy überaus beliebt sein. Aber ist sie auch wirtschaftlich? Für die Mietplattform Otto Now scheint sich das Angebot langfristig nicht zu lohnen. Wie Otto-Bereichsvorstand Marc Opelt mitteilte, konzentriere man sich wieder auf seine Kernkompetenz. Die Produktvermietung sei in Deutschland weiterhin ein Nischenmarkt. Etwa 1.700 Produkte umfasste das Mietangebot zuletzt auf Otto Now. 

Konkurrenz für Zalando & Co. Wildberries startet in Deutschland
Mit mehr als 40.000 Produkten im Angebot will der russische Online-Riese Wildberries ab sofort auch bei deutschen Kunden punkten. Die Webseite ist unter de.wildberries.eu registriert. Das Unternehmen verspricht erschwingliche Preise und ein Premiumsegment. Im Angebot sind Damen-, Herren- und Kinderbekleidung, Schuhe und Accessoires, sowie Produkte aus anderen Bereichen.

Apple Stores öffnen für Click&Collect
Ab kommenden Montag, 18. Januar, wollen auch die Apple Stores in Deutschland - mit Ausnahme von Sachsen - ihren Kunden Click&Collect anbieten. Allerdings gibt es Widerstand aus 15 Filialen, deren Mitarbeiter darin einen Verstoß gegen die Kontaktbeschränkungen sehen. Die Öffnungszeiten sind eingeschränkt und nur nach obligatorischer Online-Terminabsprache möglich. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Schenker liefert vorerst nicht nach Großbritannien
Es ruckelt weiterhin im Lieferverkehr auf die britische Insel: Wie die Logistiktochter der Deutschen Bahn, DB Schenker mitteilte, kommt es zur Überlastung wegen fehlender oder falsch ausgefüllter Dokumente, die seit dem Ende der Brexit-Übergangsfrist am 1. Januar notwendig sind. 90% der aufgegebenen Sendungen seien mit falschen oder unvollständigen Papieren unterwegs. Aktuell werden keine Sendungen mehr angenommen. Lieferungen in der EU sind davon nicht betroffen.

Durchstarten auf Tmall 
Um mehr als 2.000 Marken soll der B2C-Online-Marktplatz von Tmall aus dem Hause Alibaba in diesem Jahr wachsen und mehr als 10.000 neue Produkte aufnehmen. Dafür präsentierte Alibaba-Vizepräsident Liu Bo eine Roadmap für sein Heybox-Produkteinführungstool. Im Jahr 2017 als Marketing-Tool Tmall Heybox gestartet, stellen darin Marken aus aller Welt ihre neuesten Produkte chinesischen Verbrauchern vor. Bereits 180 Mio. Nutzer haben die App auf ihrem Smartphone und entpacken damit personalisierte Empfehlungen für neue Produkte.

///// TRENDS & TECH

Online-Lebensmittel: Erst bei Einkäufen von 80 Euro oder mehr profitabel
Der Online-Einkauf von Lebensmitteln boomt in der Corona-Krise. Experten gehen davon aus, dass sich die Nachfrage bis zum Jahr 2025 verdoppelt. Gleichzeitig stellen sie fest: In Deutschland verdient niemand Geld mit dem Online-Lebensmittelhandel, zitiert internetworld.de Michael Gerling, Geschäftsführer des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI. Lediglich in Nischenmärkten wie dem Weinhandel würden gute Geschäfte gemacht. Marktführer sei derzeit die REWE-Gruppe. 

Trendbuch Handelkraft 2021 - Digitale Freiheit - erschienen
Wie wird man dem Ruf von Kunden, Mitarbeitern und Partnern nach digitaler Freiheit gerecht? Die Antwort im Trendbuch Handelskraft 2021 der Dotsource-Agentur lautet: Immer zuerst digital denken, datengetrieben handeln und innovativ bleiben. Das Trendbuch kann kostenfrei hier bestellt werden. 

Messeersatz: Schöffel startet Digital Brand Space
Um seinen Handelspartner trotz weiterhin nicht möglicher Messeauftritte aktuelle Kollektionen präsentieren zu können, startet der Outdoor- und Skiausstatter Schöffel einen Digital Brand Space, in dem künftig auch Avatare genutzt werden. In Zeiten der physischen Distanz müsse man Wege finden, die Markenwelt digital zugänglich zu machen, erläutert Marketingchef Reiner Gerstner das Konzept.