Am Sonntagabend trafen sich die Kanzlerkandidaten Armin Laschet und Olaf Scholz mit der Kandidatin Annalena Baerbock zu einer weiteren Fernsehdiskussion. Behandelt wurden diverse Themen, in einigen Punkten gingen die Argumente etwas heftiger hin und her. Neben Klimaschutz, Corona, Gesundheitspolitik und Krankenversicherung sowie Wohnungspolitik wurde das Thema Digitalisierung nur kurz angeschnitten. Alle drei stufen es als dringliche Aufgabe ein, wie sie umgesetzt werden soll, blieb offen. Große Konzeptvorschläge kamen keine. Laschet will ein Digitalministerium einführen, Baerbock das Thema zur Chefinnensache erklären. Sie will den Glasfaseranbau forcieren, Laschet sieht Defizite bei der Mobilabdeckung. Scholz stellt nur fest, dass es nicht am Geld liege. Was dann aber oben auf der Dringlichkeitsliste steht, sagte keiner.

///// HANDEL NATIONAL

Rewe erreicht höchste Kundenzufriedenheit
Rewe ist bei den Kunden in Deutschland immer noch auf Platz eins in Bezug auf die Kundenzufriedenheit bei den Lieferungen der Lebensmittel. Nach den Ergebnissen des neuen Kundenmonitor des Servicebarometers hat der Handelskonzern die Note von 1,88 zwar halten können, der Vorsprung ist aber gegenüber Amazon (1,89) gesunken, meldet die Lebensmittelzeitung. In den vergangenen drei Monaten hätten 13 Prozent der Verbraucher mindestens einmal bestellt, auch da liege Rewe mit 28 Prozent vorne, habe aber gegenüber dem vergangenen Jahr zwei Punkte verloren. Auf den nächsten Plätzen folgten Amazon mit 26 Prozent (plus eins) und Hello Fresh mit unverändert 24 Prozent. Bei Rewe seien die Kunden besonders in Bezug auf das Auftreten der Fahrer, der Verpackung und der Frische der Lebensmittel zufrieden, bei Amazon schlagen die Liefergebühren und -zeiten sowie der niedrigere Mindestbestellwert positiv zu Buche.

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Mit der GründerInnenstadt-Initiative unterstützen Facebook und Instagram Unternehmerinnen beim Aufbau krisenfester Geschäftskonzepte

Laut Facebooks Wirtschaftsstudie zur Lage von Kleinunternehmen aus dem Jahr 2020 beklagten 53 Prozent der von Frauen geleiteten Unternehmen während der Pandemie Umsatzeinbußen, während es bei von Männern geführten Unternehmen 37 Prozent waren. Grund genug für Facebook, die Mittelstandsinitiative GründerInnenstadt ins Leben zu rufen. Mehr zur GründerInnenstadt-Initiative.


Engie findet über Tiktok kaum Käufer
Rund vier Wochen nach dem Start der Vermarktung des Energydrinks Engie über Tiktok zeigt sich, dass der Versuch gescheitert ist. Nach einem Bericht der Lebensmittelzeitung hätten die Nutzer der Plattform nicht zu Aldi und Kaufland gelockt werden können, das Getränk, das das Start-up Engieventures über soziale Medien vermarkten wolle, werde nun in den Geschäften zu gesenkten Preisen ausverkauft. Dabei sei die Zahl der Verbraucher von Energydrinks 2020 angestiegen und Tiktok habe sich stärker als Marketingmedium für eine junge Zielgruppe etabliert. Eine Rolle für das schlechte Ergebnis hätten wohl Geschmack, Preis und Inhaltsstoffe gespielt.


///// HANDEL INTERNATIONAL


Paypal erhöht Gebühren zwischen Großbritannien und Europa
Bei Paypal steht eine Erhöhung der Gebühren für Zahlungen zwischen Großbritannien und den anderen europäischen Ländern an. Der Schritt beruht auf höheren Gebühren für Paypal seit dem Brexit, schreibt Tamebay. Darüber hinaus seien in der neuen Aufstellung, die am 10. November in Kraft treten soll, auch die prozentualen Anteile für internationale Zahlungen enthalten. Die Erhöhungen sind nicht unbedeutend, denn bislang habe der Satz für die meisten Unternehmen bei 0,5 Prozent gelegen, in Zukunft dann bei 1,29 Prozent. Eine Erhöhung werde es im Oktober auch bei Visa und Mastercard geben.

Lieferdienste klagen gegen den US-Bundesstaat New York
In den USA werden die Essens-Lieferdienste Uber Eats, Doordash und Grubhub juristisch gegen den Staat New York aktiv. Grundlage für die Klage ist ein Gesetzentwurf, nach dem die Provisionen auf einem bestimmten Niveau festgeschrieben und gekappt werden sollen, schreibt das Handelsblatt. Darüber hinaus müssten die Anbieter eine staatliche Lizenz beantragen.

Ebay kooperiert in den USA mit Bidadoo
Ebay startet in den USA eine neue Partnerschaft mit der Online-Plattform Bidadoo, die sich auf das Versteigern von schwerem Gerät, Lkw und Kapitalanlagen spezialisiert hat. Zu dem Schritt gehört nach Angaben von Tamebay auch eine Investition in den neuen Partner. Ebay wolle damit sein eigenes Produktangebot ausbauen und die Marktexpertise von Bidadoo einbringen. Ein nicht unwesentlicher Schritt für Ebay. Denn in den USA wird das Volumen des Marktes gebrauchter schwerer Industriegeräte zwischen 50 und 60 Milliarden US-Dollar eingestuft. Durch die Pandemie sei der Anteil der Online-Transaktionen stark angestiegen. In der Folge könne Ebay sein System eines branchenübergreifenden Verkaufs, in dem kapitalstarke Kunden in mehr als einer Branche kaufen würden, weiter stärken.

Chronext will an die Börse
Der Schweizer Online-Uhrenhändler plant seinen Schritt an die Börse, schreibt das Manager Magazin. Ziel der Platzierung an der Schweizer SIX sei eine Kapitalspritze, mit der der weitere Ausbau finanziert werden solle. Angepeilt werde der Verkauf neuer Aktien in Höhe von 250 Millionen Schweizer Franken, zusätzlich könnten bestehende Anteilseigner Aktien auf den Markt bringen. Chronext hat sich auf den Online-Handel mit neuen und gebrauchten Uhren spezialisiert, zum Angebot gehören unter anderem Rolex, Omega oder Patek Philippe. Eine wesentliche Käufergruppe bildeten die Millenials, so die Einschätzung. Nach einem Wachstum von 18 Prozent auf ein Umsatzvolumen von 101,3 Millionen Euro im vergangenen Jahr sei das Ziel für dieses Jahr ein Wachstum um 40 Prozent. Nach der Präsenz in Europa sei nun der Start in den USA und in Asien geplant.



///// TRENDS & TECH

Marc Ruberg erläutert den Cyber War
Marc Ruberg gilt als White Hacker, ein Hacker, der sich gesetzeskonform in andere Netze einschleicht, um die Vorgehensweise und die Tricks der kriminellen Hacker aufzudecken. Nun präsentiert der Verantwortliche für das Hochschulnetz des Landes Baden-Württemberg und Mitglied im Chaos Computer Club seine Recherchen in seinem neuen Buch "Cyber War – Die digitale Bedrohung". Ruberg ist überzeugt, dass die digitale Welt noch nie so unsicher gewesen sei, die Hacker hätten beste Chancen in andere Netzwerke und Endgeräte einzudringen. Der Krieg im Internet sei in vollem Gange. Besonders gefährdet seien heutzutage die Smartphones, in denen die Nutzer praktisch alle wesentlichen Informationen über sie speicherten. Die Risiken würden durch Clouddienste oder Smart City und Smart Homes weiter erhöht. Am 12. Oktober stellt Ruberg sein Buch in Frankfurt vor.

Kosten für Messen weitgehend unbekannt
Die Präsenzmessen finden sich auch nach einer Lockerung der Beschränkungen und einer vermeintlichen Entspannung der Pandemie noch nicht wieder auf der Rückkehr ins Wirtschaftsgeschehen. Nach einer Studie im Auftrag von Visable, dem Betreiber der Online-B2B-Plattformen Europages und wlw, könnten 48,8 Prozent der Befragten in kleinen und mittelständischen Unternehmen die Kosten für einen Messestand nicht beziffern. Dabei habe das Umsatzvolumen der Messeveranstalter 2019 bei rund vier Milliarden Euro gelegen, sei aber im vergangenen Jahr um drei Viertel gesunken. In 20 Prozent der Unternehmen mit zehn bis 499 Mitarbeitern lägen die Investitionen für Präsenzmessen pro Jahr bei bis zu 10.000 Euro, bei rund zehn Prozent bei mehr als 50.000 Euro. Trotz der geringeren Kosten und der besser messbaren Ergebnisse stiegen Unternehmen nur langsam auf Online-Veranstaltungen um. Bis zu 50.000 Euro investierten nur zwei Prozent, 22,1 Prozent kämen auf Summen bis zu 10.000 Euro. Hier seien die Kosten und die Nutzung der erforderlichen Technologien überschaubarer. Der Wechsel auf die virtuellen Varianten sei aber von 44,5 Prozent als negativ bewertet worden. Eine Rolle spielten die fehlenden Kontakte und das Fehlen digitaler Marketingstrategien.

///// NACHHALTIGKEIT

Umwelthilfe fordert Umstellung von Papier- auf Online-Werbung
Die Deutsche Umwelthilfe sieht in der gedruckten Werbepost eine große Umweltbelastung und fordert einen schnellen Umstieg der Handelsketten auf Online-Werbung. Pro Jahr würden 28 Milliarden Werbeprospekte gedruckt, der CO2-Verbrauch könne bei der Einstellung dieser Werbeform um 535.000 Tonnen gesenkt werden. Neben der Möglichkeit für die Verbraucher, dass sie die nicht-adressierte Werbung ausdrücklich akzeptieren könnten, sollten die Unternehmen auf die gedruckten Prospekte verzichten. Diese sollten über Kunden- oder Prospektportale zur Verfügung gestellt oder per E-Mail zugesandt werden. Als positive Beispiele nennt der Umweltschutzverband Ikea und Kik, denn der Möbelkonzern habe seinen Katalog eingestellt, die Bekleidungskette verzichte auf gedruckte Werbebroschüren.

Maersk will keine Schiffe mit fossilen Brennstoffen mehr
Der Chef der Containerreederei Maersk, Sören Skou, fordert ein Verbot von Schiffen, die von fossilen Brennstoffen angetrieben werden. Wegen der hohen Preise der umweltfreundlichen Treibstoffe wünscht sich Skou eine globale CO2-Steuer, heißt es in der Wirtschaftswoche. Diese solle bei 150 US-Dollar pro Tonne liegen, damit die CO2-neutrale Schifffahrt das gleiche Niveau erreiche wie diejenige mit fossilen Antriebsstoffen. Neue Schiffe, deren Motoren so betrieben würden, sollten verboten werden. Eine Abkehr solle es auch von den Lieferungen nach dem "Just-in-Time"-Modus geben. Dieses Format sei überholt und die Zeit, in der große Lagerbestände für hohe Kosten sorgten, sei vorbei. Doch bei der Frage der passenden Treibstoffe sei sich die Branche uneinig, meldet ebenfalls die Wirtschaftswoche. Einige Reedereien tendierten zur Nutzung von LNG, Maersk habe sich bei einigen neuen Schiffen für Methanol entschieden, die aber zu deutlich höheren Anschaffungskosten führten.