Im "Morning Briefing" geht es heute wieder einmal um expandierende Lieferdienste -- und dazu kommt das hier: Wie Internetworld.de berichtet, stellt die Rewe Group den "Rewe Marktplatz" ein. Er bietet unter Shop.Rewe.de "haltbare Lebensmittel und alles rund um Küche und Haushalt", versendet wird per Paket. Bestellungen seien jetzt nur noch bis zum 31. Dezember 2021 möglich. Wie die Website schreibt, habe dieser Kanal "die internen Erwartungen und Ziele stets mehr als erfüllt", sei aber Gegenstand "einer aktualisierten Gewichtung innerhalb der eigenen Digitalisierungsstrategie". Ein Online-Kanal weniger, das passiert zurzeit eher selten.

///// HANDEL NATIONAL
Essens-Lieferdienste I: Hellofresh investiert in Russland
Kochboxen-Anbieter Hellofresh streckt sich Richtung Osten: Das Unternehmen hat über eine Kapitalerhöhung "einen Anteil von nahezu zehn Prozent" am russischen Wettbewerber Chefmarket gekauft. Das sei "ein strategischer Schritt zur Erschließung eines Schwellenmarktes mit erheblichem Wachstumspotenzial", so die Pressemitteilung. Der Anteil habe einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag gekostet. Chefmarket zähle mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

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Mit der GründerInnenstadt-Initiative unterstützen Facebook und Instagram Unternehmerinnen beim Aufbau krisenfester Geschäftskonzepte

Laut Facebooks Wirtschaftsstudie zur Lage von Kleinunternehmen aus dem Jahr 2020 beklagten 53 Prozent der von Frauen geleiteten Unternehmen während der Pandemie Umsatzeinbußen, während es bei von Männern geführten Unternehmen 37 Prozent waren. Grund genug für Facebook, die Mittelstandsinitiative GründerInnenstadt ins Leben zu rufen. Mehr zur GründerInnenstadt-Initiative.


Essens-Lieferdienste II: Wolt expandiert im Rheinland
Während die Deutschen in Russland expandieren, expandieren die Finnen in Deutschland: Wolt ist in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf an den Start gegangen. Das ist nach Unternehmensangaben der sechste Standort neben Berlin, Köln, München, Hannover und Frankfurt am Main. Zu den kooperierenden Restaurants gehören "Takezo", "Bob & Marry" und "Henri's Café". Noch sei das Liefergebiet auf Carlstadt bis Flingern Süd und Unterbilk bis Pempelfort begrenzt, eine Ausweitung geplant.

Kaufland meldet zufriedene Händler auf Kaufland.de
Am 14. April ist der Marktplatz Real.de in Kaufland.de aufgegangen (das "Morning Briefing" berichtete). Das ist 154 Tage her, Kaufland feierte gestern dennoch "100 Tage Kaufland.de": "36 Prozent der deutschen und 48 Prozent der Händler aus dem Ausland, die aufgrund des Relaunchs ein Umsatzwachstum voraussagen, konnte[n] bereits erste Umsatzsteigerungen verbuchen", meldet das Unternehmen und nennt zwei Werte: "Umsatzsteigerungen von zum Teil 30 Prozent" und "im Schnitt um rund 30 Prozent". 60 Prozent der deutschen Händler (80 Prozent derer aus dem Ausland) stimmten der Aussage zu, die Seite sei ein "unverzichtbarer Vertriebskanal". Die Aussagen basieren auf einer Umfrage unter 670 Händlern der Plattform (davon 550 aus Deutschland), die Kaufland "100 Tage nach dem Relaunch" befragt hat (das wäre am 23. Juli gewesen) bzw. nach anderer Aussage im selben Text "im August".


///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon plant für Oktober dreiwöchiges Kosmetik-Event
Schon vor einigen Tagen gab es Gerüchte, Amazon wolle noch vor dem "Black Friday" ein neues Verkaufsevent auflegen (das "Morning Briefing" berichtete) -- nun kommen konkrete Hinweise aus den USA: Laut CNBC.com werde für den Zeitraum 4. bis 25. Oktober der "Holiday Beauty Haul" vorbereitet, was in etwa "Kosmetik-Fang zur Weihnachtszeit" bedeutet. Das gehe aus Unterlagen hervor, die Amazon an Kosmetikunternehmen versandt habe, und sei offiziell bestätigt worden. Das Unternehmen wolle "Kunden zur Black-Friday-Woche zurück zu Amazon holen, aber auch langfristig durch zusätzliche Marketing-Hebel". Unter anderem solle Traffic für Werbeaktionen in der Weihnachtszeit generiert werden.

Essens-Lieferdienste III: Amazon kooperiert mit Deliveroo
In Großbritannien und Irland können "Amazon-Prime"-Kunden künftig Essen von Deliveroo ("Deliveroo Plus") ohne Lieferentgelte bestellen, wenn die Rechnungssumme 25 Pfund übersteigt. "Deliveroo Plus" kostet normalerweise 3,49 Pfund im Monat, so TheVerge.com. Amazon hält 16 Prozent an Deliveroo.

Fedex schreibt Förderung für kleine Unternehmen aus
Onliner mit nicht mehr als 50 Beschäftigten können sich um den "Small Business Grant" bewerben, den Logistiker Fedex erstmals in Europa ausschreibt. Insgesamt 250.000 Euro werden vergeben (Hauptpreis: 50.000 Euro), die Teilnahme erfolgt über einen Fragebogen, der bis zum 20. Oktober online ist. Der Wettbewerb, für den es kein Fedex-Kundenkonto braucht, dürfte allerdings hart sein: Er ist in 16 europäischen Ländern ausgeschrieben

///// TRENDS & TECH

Shopping über Social Media: Pinterest erweitert Länderportfolio
Auch die Bilder-Plattform Pinterest baut Shopping-Funktionen aus: Der Verkauf über Pins, Pinnwände und Suchfunktion ist ab sofort auch in Spanien, Italien, Österreich, Schweiz, Niederlande, Brasilien und Mexiko möglich, berichtet Internetworld.de. Zu den Funktionen gehören das Verifizierte-Händler-Programm, der Shop-Tab im Profil und das Produkt-Tagging. In Deutschland gibt es das bereits.

Walmart will selbstfahrende Autos losschicken
Länger nichts über Lieferroboter geschrieben, daher ein Blick in die USA: Dort will Walmart gleich mit ganzen selbstfahrenden Autos ausliefern. Die Kooperation mit Ford über das Hybridmodell "Ford Escape" und mit Argo AI, einem zu Ford gehörenden Spezialisten für Methoden der Künstlichen Intelligenz, ist noch für dieses Jahr für die Regionen Miami (Florida), Austin (Texas) und District of Columbia (die Hauptstadt Washington) geplant. Im Zentrum stehe das Lebensmittelangebot im Online-Wettbewerb mit "Amazon Prime", so Mashable.com.

///// NACHHALTIGKEIT

Zalando: Verzehnfachung des Gebrauchtkleidungs-Angebots
Der Handel mit gebrauchter Kleidung ist zurzeit ein Hype im E-Commerce, und Zalando steht mit seinen "Pre-owned"-Sachen mittendrin: Seit dem Start dieser Kategorie im September 2020 sei das Angebot von 20.000 auf mehr als 200.000 Artikel gewachsen und inzwischen in 13 der 23 europäischen Zalando-Märkte verfügbar, so eine Pressemitteilung. Zur Feier des Jahres startet in zwölf Märkten die Marketingkampagne "Drama-Free" aus Presse-, Social-Media- und Influencer-Arbeit sowie Werbespots. Außerdem wird Zalando erneut physisch: Von September bis März gibt es "Pre-owned"-Verkaufsevents, die nächsten in Essen (17.  September), Stuttgart, Dortmund und Karlsruhe (18. September).

Lieferdienste IV: Lieferando testet Pfandbehälter
Essensbestellungen sind oft Verpackungsorgien. Daher testet Lieferando zusammen mit 30 Berliner Restaurants die Mehrwegschüsseln "Rebowl" des Münchner Unternehmens Recup, schreibt Wiwo.de. Wer das nutzen will, wählt während der Bestellung einfach die Pfand-Schüsseln, braucht allerdings die Recup-App, um eine PIN für die Bestellung zu erhalten. Werde die Schüssel binnen zwei Wochen an eine von 1.750 Rückgabestellen gegeben, erstatte die App das Pfand, ansonsten fielen fünf Euro für den Kauf an. Die Fahrerinnen und Fahrer nehmen keine Schüsseln zurück, schon allein, weil sie damit zum Restaurant zurückfahren müssten.