Liebe Leserin, lieber Leser, "Es gibt kein besseres Modell als das inhabergeführte Vollsortimentsgeschäft auf genossenschaftlicher Basis". Das sagte Edeka-Boss Markus Mosa vor wenigen Jahren. Ob er immer noch so denkt? Die ebenfalls genossenschaftliche Rewe, etwas zentraler aufgestellt, scheint digital deutlich schneller voran zu kommen. Vor allem die Edeka kämpft mit einem Gen-Defekt an dem auch schon Verbundgruppen schmerzhaft laborieren: Das langsamste Glied in der Kette bestimmt das Tempo.

Rewe bietet Lieferflat:

Rewe bietet seine zunächst in Köln getestete Lieferflat nun bundesweit in allen Lieferregionen an. Der Kunde kann zwischen mehreren Zeitfenster- und Preismodellen wählen. Los gehts ab 6,99 pro Monat. Die Flat verlangt aber einen Getränkezuschlag bei Vielbestellern von Getränkekisten. Das muss man wissen, denn Rewe selbst schreibt, mit der Flat seien "alle Liefergebühren im gewünschten Zeitraum von ein, drei oder sechs Monaten ohne zusätzliche Kosten abgedeckt". Aber: Der Getränkezuschlag, sagt Rewe an anderer Stelle etwas versteckter, kein Bestandteil der Liefergebühr. Tja.

Edeka macht 122 Millionen Euro online:

Während Rewe mit seinem Lieferservice inzwischen nach eigenen Angaben ein Prozent vom Rewe-Umsatz (Vollsortiment national 21,2 Milliarden Euro) erwirtschaftet und damit je nach Rechenweise deutlich über 200 Millionen Euro liegt, kommen die digitalen Erlöse bei Edeka (Bringmeister, Netto-Online-Shop, Plus.de und GartenXXL) mit rund 122 Millionen Euro etwas schmaler (aber über Plan) daher. Zum Vergleich: Die selbstständigen Kaufleute der Edeka, deren manchmal kaum auffindbares gelbes Onlineshop-Konglomerat in der E-Commerce-Summe nicht eingerechnet scheint, bringen es auf 26,3 Milliarden Euro. Genau die aber, findet das "Handelsblatt", bremsten notwendige Innovationen aus, weil zu zögerlich. Kein Wunder: So manch ein "Regionalfürst" bewegt sich mit seinen Märkten in ähnlichen Umsatzgrößen wie das Online-Geschäft der Edeka. Diesen Kaufleuten ist im Zweifel die Parkplatzbeleuchtung viel wichtiger als jede Internet-Offensive - und die Beteiligung am jüngst gestarteten Lieferdienst "Picnic" ein Hobby für den Vorstand.  

Baur erzielt Rekordumsatz:

Die Baur-Gruppe ist gerade so etwas wie der Musterknabe im Klassenverband der Otto Gruppe. Die Tochter der Otto Group steigerte den Netto-Umsatz schließlich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 90 Millionen Euro beziehungsweise um knapp 14 Prozent auf 757 Millionen Euro. Ein neuer Rekord. Dazu liefert Baur eine Umsatzrendite von rund 5 Prozent. Zu Baur gehört neben BFS Baur Fulfillment Solutions außerdem die österreichischen Tochter Unito (Otto Österreich und Quelle). Der verdankt man einen guten Teil des Erfolgs. Baur selbst steigerte den Umsatz mit dem Online-Shop baur.de um 6 Prozent. Wichtige Zahl am Rande: baur.de erreicht mehr als die Hälfte der Kunden mobil über App, Smartphone oder Tablet.

Keller Sports verknüpft Fitness-Tracker:

Keller Sports bietet sein Bonus-Programm auch für Nutzer von Fitness-Trackern. Diverse Fitness-Tracker lassen sich dabei mit der hauseigenen Bonus-App KELLER sMiles verbinden. Nutzer von Apps wie Fitbit, Google Fit, Apple Health, Runkeeper, Jawbone, Strava können dann mit ihren sportlichen Aktivitäten Punkte sammeln und die gegen Deals eintauschen. "Die Herausforderung für Keller Sports wird sein herauszufinden, was Sportler besonders motiviert, Keller sMiles zu nutzen. Shoppen alleine wird es nicht sein", schreibt Exciting Commerce.

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INTERNATIONAL

Walmart baut Webshop um:

Walmart will im Mai seinen optisch komplett überarbeiteten Webshop vorzeigen. Aufgeräumter soll er werden, schicker und weniger Walmart-Blau zeigen. Erste Änderungen sind bereits sichtbar. Die neue Website soll auch mehr Optionen zur Personalisierung bieten, lokale Bestseller zeigen und je nach Produktkategorie ein unterschiedliches Layout nutzen. Zuletzt hatte sich Walmart 2014 ein digitales Lifting gegönnt. In einem Walmart-Beitrag gibt es bereits einen hübschen Slider für einen Alt/Neu-Vergleich.

Amazon-App wird internationaler:

Die US-App von Amazon wird internationaler. Mehr Sprachen, Preise in 25 Währungen und bessere lokale Filter und klarere Lieferkosten sollen das Cross-Border-Shopping handlicher machen. Die Erweiterung zielt vor allem wohl auf jene Kunden, die im Ausland keinen heimischen Amazon-Shop haben oder die gerne über Grenzen hinweg shoppen. 
 

TRENDS & FAKTEN


Studie zeigt Marktmacht von Amazon:

Eine neue IFH-Studie malt das Schreckgespenst der „Amazonisierung des Konsums" an die Wand. Mit gutem Grund: Amazon-Kunden bestellten 2017 im Schnitt 41 Mal Artikel bei dem Onlinegiganten – und damit doppelt so häufig wie vor fünf Jahren. Noch stärker stieg die Bestellhäufigkeit bei Prime-Mitgliedern: Von durchschnittlich 27 Bestellungen in 2013 auf 61 im vergangenen Jahr. Auffallend auch: Immer öfter werden kleinpreisigere Produkte bestellt. Der durchnittliche Warenkorb sinkt. Der Marktanteil von Amazon, über Eigenhandel und den Marketplace zusammengenommen, betrage derzeit 46 Prozent, heißt es in der Studie.

Beliebtester Beitrag am Vortag:

Amazon Fresh – das klingt nach Frische. Doch die lassen die Kunden beim Kauf von Lebensmitteln eher links liegen. Eine aktuelle Studie weiß, was stattdessen im Warenkorb landet. 

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