Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie einmal etwas sehr gruseliges  - aber auch phänomenales - sehen wollen, dann schauen Sie auf "This Person Does Not Exist". Die Seite zeigt wechselnd (aktualisieren per F5-Taste) lebensechte Porträtfotos von Menschen, die eine Künstliche Intelligenz erzeugt hat. Alle Fotos und Gesichter sind einzigartig. Künftig werden wir also falsche Kundenfotos in einem Webshop und andernorts nicht mal mehr als Produkt einer Bilddatenbank enttarnen können. Vielleicht kaufen wir in der Zukunft dann doch lieber im Laden ein. Falls es dort noch echte Menschen gibt. Jetzt aber erst einmal die Nachrichten aus der Gegenwart.

Rewe hängt Amazon ab
Die Lebensmittel Zeitung sieht die Rewe an der Spitze der deutschen Lebensmittel-Onlinehändler. Mit einem Umsatz von 195 Millionen Euro liegen die Kölner vor dm mit 103 Millionen Euro und Edeka mit 95 Millionen Euro. Amazon taxieren die Experten von LZRetailytics abgehängt auf 46 (Fresh) und 35 (Prime Now) Millionen Euro. Die Top 10 und einen lesenswerten Beitrag zum Thema gibt es hinter der Zahlschranke.


Ikea verkauft aus Automaten
Im Zürcher Hauptbahnhof steht ein jetzt ein Verkaufsautomat von Ikea, weiß Blick. Der verkauft Glühbirnen, Krimskrams und allerlei andere Artikel des täglichen Bedarfs. Die blaue Kiste, kaum größer als ein Getränkeautomat, soll auf Tour durch die Schweiz gehen. Es ist also keine neue Vertriebsstrategie für Teelichter (jedenfalls noch nicht), sondern eher ein bisschen Promotion. Wenn eines Tages aus so einem Automaten ein Pax-Kleiderschrank aus dem 3D-Drucker kommt, dann schauen wir wieder mal in Zürich am Bahnhof vorbei.

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INTERNATIONAL

Walmart zeigt Stärke
Walmart zeigt mit seiner Quartalsbilanz (pdf) in den USA, dass sich der Handelsriese von Amazon nicht klein kriegen lässt und macht mit einem Umsatzplus von 43 Prozent im E-Commerce deutlich Boden gut. Auch auf der Fläche. Da lag das Wachstum auf vergleichbarer Fläche in den USA bei 4,2 Prozent. Der Nettogewinn kletterte zudem um 69,5 Prozent auf 3,69 Milliarden Dollar. Gesamtumsatz: 138,8 Milliarden Dollar. Hier beschreibt etailment die digitalen Maßnahmen bei Walmart. Der Riese will seine Gewinne sogar weiter steigern. Helfen sollen dabei margenträchtige Segmente wie Möbel und Jet.com. Die Tochter soll Hersteller ins Haus holen, die Walmart sonst nicht so attraktiv finden. 

Coop wächst online auf über 2 Milliarden Franken
Auch wenn die Bilanz (pdf) ordentlich ist, würde man bei Coop 2018 vermutlich gerne vergessen. Einen dreistelligen Millionenbetrag haben die gescheiterten Plattform-Pläne mit Siroop verbrannt, die nun auch den Gewinn schmälern. So bleiben beim Reingewinn 2,6 Prozent weniger und damit 473 Millionen Franken in der Kasse. Besser sieht es beim Umsatz aus. Der stieg um 5 Prozent auf 30,7 Milliarden Franken. Online wuchs Coop um um 20,6 Prozent auf über 2,3 Milliarden Franken.


TRENDS & FAKTEN

Augmented Reality per Link
Augmented Reality, vor allem wenn man Möbel in der eigenen Bude virtuell hin und herschieben will, braucht in der Regel ein App. appear2media bietet da eine Abkürzung und ermöglicht AR mittels Link oder QR-Code. Das könnte helfen, die Hürde des App-Downloads zu umgehen und bietet auch bei Kampagnen (Printanzeigen) interessante Optionen. Dann kann man das Sofa aus der Werbung oder dem Mailing nämlich gleich mal probeplatzieren. Das ist so simpel, dass es bislang völlig an mir vorbeigegangen ist. 

bevh beklagt Steuernachforderungen bei Onlinehändlern
Eine veränderte Vollzugspraxis einzelner Finanzämter und unberechtigte Steuernachforderungen bei Onlinehändlern, kritisiert der Branchenverband bevh und fordert, dass der Finanzminister einschreitet. Falls Sie was von Steuern verstehen, dann lohnt sich für Sie vielleicht dieser Hinweis des bevh.

Zahl des Tages
Fast ein Drittel der Deutschen, so eine Bitkom-Umfrage, würden den Chef durch eine Künstliche Intelligenz ersetzen. Ich glaube, das Ergebnis sagt weniger über das Vertrauen in KI als über Chefs aus.

Start-up des Tages
Wer bringt eigentlich Künstlicher Intelligenz das Gucken bei? Beispielsweise das Münchner Start-up Blickfeld. Das schauen wir uns genauer an.

Favorit der Leser am Vortag
Marge, Marke, Multichannel, Mistdreck. Klingt nach einer schönen Alliteration. Wenn da nicht auch noch Marktplatz Amazon wäre. Gewohnt markig geht Christian Otto Kelm in "Kelms Kanzel" zur Sache.

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