Liebe Leserin, lieber Leser, Amazon kommt im Online-Handel mit Lebensmitteln in Deutschland nicht vom Fleck, muss Rückschläge in Serie in Kauf nehmen. Einst erwies sich der Angriff von "Walmart" in Deutschland als "Mission impossible". Vergleiche schienen verboten. Denn die Zeiten ändern sich. Womöglich aber im LEH doch nicht so sehr. Gegenwärtig sieht es eher nach "Mission impossible - Teil 2" aus.

Rossmann trennt sich von Amazon
Rund zwei Jahre nach dem Start wird Rossmann seine Zusammenarbeit mit Amazons Schnell-Lieferdienst Prime Now in Berlin wieder beenden, meldet die Lebensmittel Zeitung. Die Kooperation läuft Mitte 2019 aus. Zuletzt hatte der süddeutsche Regionalfürst Feneberg seine Zusammenarbeit mit Amazon zusammengestrichen, kleinere Händler verabschiedeten sich ebenfalls. Amazon gilt in der Branche als schwieriger Partner - bei eher homöopathischen Bestellmengen via Prime Now. Der erwartete Ausbau des Lieferdienstes stockt denn auch.

Amazon inspiriert mit AR
In der deutschen Amazon-App lassen sich ausgewählte Produkte nun über eine 3D-animierte Shopping-Funktion betrachten. Tische, Stühle, Lampen und Elektrogeräte können mit Augmented Reality (AR) in der Wohnung platziert werden. Außerdem hat Amazon seinen inspirierenderen Shopping-Modus "Scout" nun offiziell in Deutschland gestartet. Bei Scout sollen die Nutzer Produktvorschläge auf Basis von Likes zu einzelnen Artikeln erhalten. Vorerst haben die Kunden dabei die Wahl bei Möbeln und Home Accessoires. Scout bittet die Kunden, ein Produkt per Daumen hoch oder Daumen runter zu bewerten und reagiert, indem es andere Produkte auf der Grundlage der Auswahl anzeigt.

Verdi will bei Amazon streiken
An zwei Amazon-Standorten (Werne, Leipzig) ruft Verdi dieser Tage wieder zum Streik auf. Wie immer geht es um den Tarifvertrag. Wie immer wird das ganz bestenfalls ein wenig PR in eigener Sache sein und ansonsten ohne Effekt bleiben. Ich werde nie verstehen, warum Verdi immer wieder auf "Und täglich grüßt das Murmeltier "macht, anstatt es einmal mit Guerilla-Aktionen, viralen Kampagnen oder Influencern zu versuchen, die die Verbraucher für die eigene Sache solidarisieren. Weniger Bestellungen hinter dem Komma würde auch Amazon bemerken.

INTERNATIONAL

Amazon will unprofitable Produkte rauswerfen
Crap, kurz für "Can't realize a profit", will Amazon aus dem eigenen Sortiment werfen. Unproftitable Kleinprodukte wie Wasser oder Snacks sollen stattdessen Drittanbieter auf der Plattform anbieten. Außerdem arbeitet Amazon mit Herstellern wie Coca-Cola an sparsameren Verpackungen und Direktlieferung vom Hersteller.


TRENDS & FAKTEN


Digitale Entscheider im Handel
Experten mit Mut zur Meinung und Mut zum Machen stehen bei der LZ Open auf der Agenda. Mit dabei beim Kongress am 23. und 24. Januar 2019 in Berlin sind unter anderem: Carsten Keller von Zalando, Investor Frank Thelen, Verena Hubertz von Kitchen Stories, Udo Kießlich von Kollex, Sonja Moosburger von Media Saturn N3XT. Picnic, Edeka Feneberg und Gebauer’s fresh geben zudem Einblicke in Food Delivery.

Start-up des Tages
Für viele Menschen ist der Onlineauftritt ihres Lieblingsgeschäfts selbstverständlich. Viele Händler aber, kleine Fachgeschäfte und Co, tun sich bei der Eroberung der Onlinesphäre schwer. Ein weiterer Player, der hier Abhilfe verschafft: Schuhe24. Der Name ist hier Programm.

Favorit der Leser am Vortag
Der deutsche Einzelhandel ist voller Mythen. An einen speziellen Mythos glaubt Karstadt-Chef Stephan Fanderl, und das ist die epische Strahlkraft seiner Warenhäuser. Aber das sorgt zumindest regelmäßig für Vergnügen. Humorlos hingegen reagieren wir, wenn wir mit vermeintlichen Fachbegriffen konfrontiert werden, die eine einzige Schaumschlägerei sind. Daher ist dieser Text auch als Weiterbildungsangebot zu verstehen.

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