Das ist der E-Commerce in Deutschland nicht gewohnt - seit Jahren geht es bergauf - im Februar nun ging es bergab. Der Shopping-Index von Salesforce ermittelt ein Minus von 21,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Weltweit sind es lediglich halb so viel. Dabei stiegen die Preise im Online-Handel in Deutschland nur um 0,1 Prozent, gegenüber 4,4 Prozent weltweit. Die Inflation sei schuld, heißt es bei Salesforce. Panikstimmung und Schwarzmalerei in den Medien könnten ebenfalls dazu beigetragen haben. Ein Realitätsabgleich ist jetzt wichtig.

///// HANDEL NATIONAL
Schuhverkäufer Görtz öffnet sich online für Bekleidungsmode 
Die Fachzeitschrift Textilwirtschaft berichtet über die Ambitionen des Schuhhändlers Görtz, künftig auf seiner eigene Plattform Connected die Kategorie Bekleidung auf Goertz.de zu starten. Den Anfang sollen demnach 60 Marken mit über 5.000 Artikeln von Womenswear und Menswear machen, darunter Marc O’Polo, Brax sowie Rich & Royal, aber auch Sportswear-Marken wie Nike und Hummel. Außerdem wolle man das Sortiment für Kinder um Kleidung erweitern.

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DIHK-Blitzbefragung: 60 Prozent der Unternehmen melden zusätzliche Störungen in der Lieferkette durch den Krieg
Der Rückhalt für die Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Konflikt sei zwar weiterhin groß, doch nehmen die Probleme vor allem bei mittelständigen Betrieben in Deutschland dramatisch zu. Dies berichtet DIHK-Vizepräsident Stoffels und sieht die Unternehmen gleich von zwei Seiten unter Druck: Weniger Vorprodukte und höhere Energiepreise. Kostensteigerungen könnten nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Auch komme es zu Verzögerungen in der eigenen Lieferkette. Stoffels sieht durch Pandemie und Krieg die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung in Gefahr und fordert die EU auf, bei Handelsabkommen im Indopazifik und in Südamerika spürbar voranzukommen. 

Ebay zieht Bilanz der Pandemie-Hilfen
Am 22. März 2020 begann der erste Lockdown in der Covid-19-Pandemie in Deutschland für den Einzelhandel. Ebay erinnert an diesen Tag mit einem Bericht zu den eigenen Hilfen für stationäre Händler. Immerhin 11.200 Unternehmen haben sich seitdem beim Online-Marktplatz gemeldet und den Schritt in den Online-Handel gewagt, davon seien mehr als 2.500 mit einem Umsatz von über 96 Mio. Euro seit Pandemiebeginn sehr erfolgreich. Ebay sieht außerdem die mit dem Handelsverband (HDE) im Frühjahr 2021 gestartete Initiative “eBay Deine Stadt” zur Stärkung des lokalen Handels als Erfolg. 25 Städte und Regionen machen derzeit mit. 

Aldi erhöht Preise für über 400 Artikel
Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd geben die Preisanhebungen der Hersteller infolge der Covid-19-Krise und des Krieges in der Ukraine ab sofort an ihre Kund:innen weiter. Rund 400 Artikel seien betroffen, berichtet die Lebensmittelzeitung. Sie würden um Centbeträge oder bis zu einem Euro teurer. Aldi habe die Preiserhöhungen grundsätzlich bestätigt. Man müsse die Preise an die derzeitige Marktsituation anpassen, sagte ein Unternehmenssprecher im Namen von Aldi Nord und Aldi Süd. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Rivian meldet Verluste
Der Elektro-Transporter-Hersteller Rivian Automotive Inc. (RIVN.O) warnt derzeit, dass Probleme in der Lieferkette die geplante Produktion im Jahr 2022 auf 25.000 Fahrzeuge halbieren könnten, was die Aktien des Elektroautoherstellers im erweiterten Handel um mehr als 12 Prozent fallen ließ. Amazon ist an dem Spezialisten für Lieferwagen und Pickups mit Elektromotor mit rund 19 Prozent beteiligt. Der Kursverlust schlägt bei Amazon mit 2,5 Mrd. US-Dollar zu Buche. 

Wiederverwendbare Versandpackungen in Österreich im Test
Interessante länderübergreifende wiederverwertbare Ergebnisse könnte ein aktuelles Projekt der Österreichischen Post mit den Unternehmen dm, Tchibo, Thalia, Intersport und Interspar Weinwelt für den E-Commerce hervorbringen: Die Beteiligten testen derzeit wiederverwendbare und nachhaltige Versandverpackungen. Das Projekt wird wissenschaftlich durch die FH Oberösterreich wissenschaftlich begleitet. Die Verpackungen werden von den Kund:innen gefaltet und je nach Größe über Briefkästen, Post-Geschäftsstellen oder Kunden-Selbstbedienungszonen (SB-Zonen) der Österreichischen Post retourniert oder in Filialen der Beteiligten abgegeben. Eine Kundenbefragung erfasst online das Feedback. 

Payrails erobert Europa
Das cloudbasierte Betriebssystem "Payrails OS" will auf den europäischen Markt Fuß fassen. Es handelt sich dabei um ein End-to-end-Betriebssystem, das Unternehmen aus dem E- und Quick-Commerce sowie Marktplätze bei der Verwaltung von Zahlungen und der Entwicklung von Finanzdienstleistungen für ihre Kunden unterstützt. Außerdem soll die Abwicklung des gesamten Zahlungsverkehrs sowie Finanzdienstleistungen über Ländergrenzen, Währungen und Zahlungsmethoden hinweg über eine einzige API möglich sein. Zum Gründungsteam gehören ehemalige Zahlungs- und Marktplatzspezialisten von Delivery Hero. 

///// TRENDS & TECH

Fulfillment: So erhöhen flexible Lieferoptionen die Kundenbindung
Um Kunden zufriedenzustellen, sollten Händler ihnen nicht nur das (Online-)Shoppen so komfortabel wie möglich machen, sondern auch die Lieferung. Wenn es um kundenzentrierte Fulfillment-Optionen geht, sind Lieferung nach Hause und Click & Collect noch lange nicht das Ende der Möglichkeiten. Etailment-Experte Steven Bailey zeigt auf, wie smarte Digitalisierung von Prozessen und skalierbare Technologien dabei helfen, komplexe Bestellungen und Fulfillment-Optionen zu orchestrieren. 
 
Gute Bilder und Produktinformationen erhöhen Kaufbereitschaft
Die Content-Plattform Salsify hat die Bereitschaft der Kund:innen in Deutschland zum Online-Kauf untersucht und festgestellt, dass 44 Prozent ein Produkt nur dann erwerben, wenn detaillierte Informationen und qualitative gute Produktbilder zu finden sind. 30 Prozent der Befragten sind außerdem bereit, für ein Produkt einer geschätzten Marke mehr zu bezahlen. Damit die Produkt- und Bildqualität steigt, hat Salsify nun seine Plattform um neue Content-Funktionen erweitert. Die Einrichtung sei für Einzelhändler kostenfrei. 

Amazon Marketplace: Deutschland holt auf
17.000 Verkäufer tummeln sich in Deutschland auf dem Amazon Marketplace, das sind so viele wie in Italien, Spanien und Frankreich zusammen. Auch im Monatsumsatz liegen deutsche Händler weit vorn und zwar bei 55.000 Euro - mehr als das Dreifache der gerade genannten Länder. Spitzenreiter ist Deutschland damit aber nicht. Großbritannien führt laut der Studie des Konsumgüterunternehmen Thrasio die Liste an. Dort gäbe es traditionell eine große Online-Affinität, die sich in 21.000 Verkäufern und durchschnittlichen Monatsumsätzen von 122.000 Euro spiegelten. Im Vergleich zu den Vorjahren hole Deutschland auf, heißt es in der Vergleichsstudie. Zahlen dafür nennt Thrasio nicht. 

///// NACHHALTIGKEIT

Versandbox aus Graspapier getestet
Auf der Suche nach einer nachhaltigen Versandbox ist der Münchner Alpinsportausstatter Schuster bei Graspapier fündig geworden. Die getesteten Versandboxen bestehen in einem hohen Anteil aus Gras und seien baugleich zu den bisherigen. Über 100.000 Online-Bestellungen verzeichnet das Traditionsunternehmen aus München jährlich, davon gehen bis zu 40 Prozent zurück. Per QR-Code auf einem Flyer wurden die Kund:innen um ihr Feedback gebeten. 96,8 Prozent der Testteilnehmer finden die Box gut, einige bemängelten, dass Graspapier bei Regen zu viel Wasser ziehe. Die Materialzusammensetzung werde angepasst, teilte Schuster mit. 

Boohoo startet Textil- und Bekleidungslabor mit TÜV Rheinland
Der Fast-Fashion-Konzern Boohoo mit Hauptsitz in Manchester hat sein erstes eigenes Textil- und Bekleidungslabor eröffnet. Nach Angaben von Boohoo wurde es in Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland eröffnet und ermöglicht schnelle, effiziente und kostengünstige interne Bekleidungsprüfungen für die Marken des Unternehmens. Ziel sei es, die Produktleistung der Zulieferer zu überprüfen und die Einhaltung der gesetzlich geforderten Leistungsstandards zu erfüllen. Damit unterstütze das Labor Boohoo, die Nachhaltigkeitsziele der Gruppe zu erfüllen.