Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will eine Verstärkung der internationalen Standards für Menschenrechte in Lieferketten erreichen. Diese sollten von den Staaten, den Entscheidungsträgern in Wirtschaft, Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft akzeptiert werden, außerdem sei international mehr Verbindlichkeit notwendig. Hoffentlich kann Deutschland dies im Rahmen der G7-Präsidentschaft in diesem Jahr forcieren. Das Lieferkettengesetz, das vergangenes Jahr verabschiedet wurde und 2023 in Kraft treten soll, überlässt die Überprüfung der Lieferketten den Unternehmen. Funktionieren kann dies aber nur, wenn alle an einem Strang ziehen und die Staaten ihre Verantwortung nicht zu den Unternehmen abschieben.

///// HANDEL NATIONAL
Sievert Logistik investiert in die Lagerlogistik
Im Zuge einer Neustrukturierung der Geschäftsfelder will Sievert Logistik sich verstärkt auf das Segment Lagerlogistik mit den dazu gehörenden Mehrwertdienstleistungen konzentrieren. Das Umsatzziel legt das Unternehmen mit Sitz in Lengerich bei 25 Millionen Euro bis 2025 fest, erster Schritt sei der Bau eines neuen Lagers im niederländischen Hardenberg mit einer zusätzlichen Lagerfläche von 5.000 Quadratmetenr und einer vollautomatischen Debagging-Maschine, erklärt der Logistikspezialist. Die Kunden sollten in Zukunft eine geschlossene Logistikkette mit Beschaffungs-, Distributions- und Absatzlogistik sowie dem Transport nutzen können. Diese Umstellung innerhalb des Unternehmens werde aber keinen Einfluss auf das Transportwesen haben.

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Zufriedene Kunden: Hybride Konzepte entzerren die Kassenzone im stationären Handel
Nicht erst seit der Corona-Pandemie stehen Händler:innen vor der Herausforderung, die Menschen wieder in die Einkaufszentren und Shoppingmeilen zu locken und eine Alternative zum Online-Handel zu bieten. Hybride Checkout-Modelle bieten einen wichtigen Mehrwert, indem sie die Kassenzone entlasten und das Einkaufserlebnis verbessern. Automatisierungslösungen für den Scan- und Bezahlvorgang erlauben dabei maximale Flexibilität und treffen Verbraucherwünsche optimal. Mehr


Deutsche Post mit Rekordergebnissen
Die Deutsche Post hat ihren Aktionären auf der Hauptversammlung durchweg positive Zahlen präsentiert. Der Chef des Konzerns, Frank Appel, vermeldet Rekordergebnisse in allen Unternehmenssparten, schreibt die Tagesschau. Durch den Online-Handel sei der Paketversand kontinuierlich gestiegen, es komme nun aber zu einer Normalisierung. Im Frachtbereich habe sich das Ergebnis auf über eine Milliarde Euro verdoppelt, in den ersten drei Monaten 2022 habe hier einer der Wachstumsmotoren gestanden. Das angestrebte Gewinnziel von acht Milliarden Euro gilt unverändert, keinen Einfluss habe wegen des geringen Umsatzanteils in Russland und der Ukraine der Krieg in der Ukraine. Für dieses Jahr habe Appel ein Investitionsvolumen von vier Milliarden Euro genannt, ein Schwerpunkt liege bei der Nachhaltigkeit.

Anbieter müssen unter Umständen über die Herstellergarantie informieren
Händler, die Produkte, die sie nicht selbst produzieren, auf Plattformen wie Amazon anbieten, müssen nach einem Urteil des Gerichtshof der Europäischen Union über die Garantie des Herstellers informieren. Das Gericht entschied über einen Fall, in dem auf der Produktseite des Anbieters auf Amazon keine Informationen über die Garantie vorlagen. Die Kunden konnten sie über einen Link auf einem Informationsblatt des Schweizer Herstellers nachlesen. Der Gerichtshof hat nun entschieden, dass die Informationen über die Garantie vorliegen müssen, wenn sie für die Kaufentscheidung eine entscheidende Rolle spielen. Die Pflicht umfasst die mit der Ware verbundenen Garantien. Für die vom Hersteller angebotene gewerbliche Garantie besteht keine unbedingte Verpflichtung, hier stuft das Gericht eine Pflicht als unverhältnismäßig ein.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon entlässt Manager am Standort mit Gewerkschaft
Wenige Tage nach der Gründung einer Gewerkschaft an einem Standort in Staten Island, New York, hat Amazon mehrere Manager entlassen, schreibt die New York Times. Nach Angaben des Unternehmens handele es sich um eine Maßnahme im Zuge einer Umstrukturierung. Zur Unternehmenskultur gehöre eine kontinuierliche Untersuchung und Verbesserung, habe Amazon mitgeteilt. Die Manager stuften die Entlassung als Reaktion auf die Gewerkschaftsgründung ein, die zu ihrem Aufgabenbereich gehört habe. Zu den Streitpunkten zwischen Amazon und Gewerkschaft gehörten unter anderem Gehaltsfragen sowie Punkte der Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen. Mitglieder der neu gegründeten Gewerkschaft Amazon Labor Union machten in der vergangenen Woche Aussagen vor einem Komitee des US-Senats und hatten ein Treffen mit US-Präsident Joe Biden.

Shopify übernimmt Deliverr
Shopify plant einen Ausbau der eigenen Logistikleistungen, dazu gehört nach einem Bericht von Channel X die Übernahme des Transportunternehmens Deliverr. Als Preis für den Kauf werde eine Summe von 2,1 Milliarden US-Dollar angegeben. Deliverr konzentriere sich auf Angebot und Bildung der erforderlichen Infrastruktur, Technologie und Datenbanken. Zu den Logistikangeboten gehörten Transport, Lagerung und Prep Service sowie die Verknüpfung mit den Vertriebsangeboten des Kunden.

Schweiz plant eine Verschärfung des Mehrwertsteuergesetzes im Online-Handel
In der Schweiz gibt es Überlegungen, bei einigen der großen Online-Portale die Mehrwertsteuer durch eine Gesetzesänderung einziehen zu können. Das seit 2018 bestehende Gesetz, nach dem ausländische Online-Händler solche Steuern zahlen müssen, soll nun verschärft werden, da einige Portale die Zahlungen umgehen würden, meldet die Handelszeitung. Es gebe beim Verkauf teilweise deutliche Preisunterschiede zwischen internationalen und nationalen Anbietern. Es handele sich oft um kleinere Händler, da diese aber nur schwer zu finden seien, müssten die Marktplätze besteuert werden. Nach Berechnungen der Schweizer Steuerverwaltung fehlten so pro Jahr rund 100 Millionen Schweizer Franken. Diese Woche sei nun eine Abstimmung um eine Gesetzesänderung im Parlament angesetzt.


///// TRENDS & TECH

Amazon mit Erfolgen gegen falsche Bewertungen
Der Kampf der Online-Portale gegen Anbieter von falschen Bewertungen ist eine unendliche Geschichte. Nun hat Amazon Erfolge gegen drei solche Unternehmen erreicht. Von den drei international tätigen Bewertungshändlern Fivestar Marketing, Matronex und App Sally wird es ab sofort keine möglicherweise gefälschten Produktrezensionen auf den Seiten von Amazon mehr geben, erklärt Amazon-Manager Dharmesh Mehta in seinem Blog. Ihre Kommentare haben die drei Agenturen in USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien verkauft. In einem weiteren Schritt wolle Amazon nun juristisch gegen Extreme Rebate mit Sitz in Hongkong vorgehen, die Anklagen seien in den USA und in Deutschland eingereicht. Innerhalb des Online-Konzerns seien rund 10.000 Mitarbeiter mit der Sicherung gegen solche Anbieter und ihre Produkte im Einsatz.

Die digitale Girocard kommt im zweiten Halbjahr
Für die Einbindung der Girocard in das Online-Bezahlverfahren Giropay gibt die Deutsche Kreditwirtschaft die zweite Jahreshälfte als Zeitfenster an, berichtet die dpa. In einem ersten Schritt sei dies für die Kunden der genossenschaftlichen Finanzgruppe verfügbar, dann folgten bis Jahresende die Sparkassenkunden. Das komplette Verfahren solle im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden. Zu Giropay gehören die Bezahlverfahren Paydirekt, Giropay und Kwitt, die Zahl der Kunden liege bei rund 7,5 Millionen.



///// NACHHALTIGKEIT

Shein startet eine nachhaltige Produktlinie
Der chinesische Online-Modehändler Shein will mit der neuen Linie Evolushein eine nachhaltige Produktreihe ins Angebot nehmen. Nach einer Meldung von Fashion United ist sie als "Testprojekt für neue, zweckorientierte Innovationen" angelegt. Mit der neuen Linie unterstütze Shein Vital Voices, die Frauen in Führungspositionen von verschiedenen sozialen Projekten fördere. Bei den Produkten werde unter anderem recyceltes Polyester genutzt, dazu gehöre auch Abfallvermeidung und der Einsatz weiterer recycelter Materialien. Das Material komme von Unternehmen, die GRS-zertifiziert (Global Recycled Standard) seien. Das Angebot von Evolushein solle bis Jahresende rund 1.500 Produkte umfassen. Es gebe aber keine Zielvorgaben. Die Organisation Good on You, die Modeunternehmen beobachtet und bewertet, habe Shein in den drei Kategorien "Umweltauswirkungen", "Arbeitsbedingungen" und "Tierwohl" mit den schlechtesten Noten versehen.

Generation Z ist der Motor für den Second-Hand-Verkauf
Der Wiederverkauf gebrauchter Ware erhält im weltweiten Handel ein ständig wachsende Bedeutung, ein wesentlicher Faktor dafür ist das Einkaufsverhalten der Generation Z. Dies ist eines der Ergebnisse des neuen Recommerce Report von Ebay. Das Online-Portal untersuchte dafür Verkäufe zwischen Verbrauchern im Oktober 2021 in den USA, Großbritannien, Kanada, Deutschland, Frankreich, Italien und Australien. Der Anteil der Personen, die genutzte Ware wieder verkauften oder kauften, liege in der Generation Z bei 80 Prozent, rund ein Drittel startete den Verkauf im vergangenen Jahr. In allen Altersgruppen seien 2021 zwölf Prozent eingestiegen, sie rechneten mit einer wachsenden Popularität des Second-Hand-Handels. 64 Prozent hätten angegeben, dass die Umsetzung dieser Verkaufsart im vergangenen Jahr einfacher geworden sei. Die wachsende Popularität baue nicht nur auf günstigeren Preisen auf, auch das verstärkte Umwelt- und Nachhaltigkeitsbewusstsein spiele eine wichtige Rolle.