Was Spaß macht, darf auch Geld kosten: So gesehen können Händler viel von der Onlinespiele-Branche lernen. Die nimmt schon in ihren jungen Jahren Milliarden ein und glänzt mit Wachstumsraten von über 20 %. Gerade präsentieren sie in Köln die neuesten Spiele und Trends – für Strategen, Quizzer, Geschickte, Weltverbesserer oder Spaßvögel. Händler sollten spickeln: Spiele halten nicht nur Werbeplatz bereit, sondern auch Strategien zum Verkaufen. Warum den Shop oder Laden oder das Loyality-Programm nicht mal mit Spielelementen aufrüschen? Kunden wollen Spaß, gebt ihnen, was sie wollen.

///// HANDEL NATIONAL
Spielend verdienen
Lustige, bunte Bilder: Längst hat das Online-Spielen die Nachrichtenseiten erobert. Schreibt ja auch gute Schlagzeilen: 4,4 Milliarden Euro setzte die Branche 2018 um, allein die Erlöse aus In-App-Verkäufen stiegen um 28 % auf 1,9 Milliarden Euro, rechnet der Verband Game vor. Das ZDF wiederum beschäftigt sich damit, dass die wenigsten Spiele heute in Deutschland entwickelt werden, von 100 Euro Umsatz, entfallen lediglich gut zwei auf einen deutschen Anbieter. Und die Gamescom in Köln zeigt den neuesten Trend: Cloud-Gaming macht Spielende unabhängig von Konsolen und anderen Geräten und vereinfacht den Einstieg, weil Spiele jetzt mit einer guten Internetverbindung überall erreichbar und genutzt werden können. Cloud-Anbieter wie Amazon, Apple, Goole oder Microsoft reiben sich schon die Hände, weiß das Handelsblatt, auch die Telekom will mitmischen im lukrativen Markt. Der bietet übrigens auch Händlern Einiges: Werbeplatz, Chancen, Kunden in Läden zu locken, Zielgruppen zu erobern, Services mit Spaß zu verbinden.

DHL verliert Amazon
Amazon beendet die Zusammenarbeit mit DHL Food Delivery und fährt Lebensmittel jetzt selbst aus, berichtet die Lebensmittelzeitung (Abo). In Berlin, so beobachtet der Supermarkt-Blog, sind schon heute keine Unterschriften mehr bei Essenslieferungen notwendig. Durchaus möglich, so spekulieren die Medien, dass DHL-Chef Frank Appel jetzt die Reißleine zieht bei den aufwändigen, wenig profitablen Lebensmittellieferungen – auch von der Arbeit für Rewe ist auf der DHL-Website keine Rede mehr.

Namensprobleme bei Xing
"New Work" klingt gut und soll daher der neue Name für Xing werden. Ab Oktober will das Karrierenetzwerk mit Sitz in Hamburg so heißen, weil es mehr als nur ein Netzwerk sein will. Doch deutlich früher als Xing ließ ein Software-Unternehmen für sich den Namen NewWork eintragen. Vor der Umbenennung steht also juristischer Streit ins Haus, berichtet Internet World. Und auch der Kurs leidet, obwohl Xing zuletzt wuchs.

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Deutscher Handelskongress 2019
Auf dem Deutschen Handelskongress am 20. und 21. November in Berlin treffen sich die Branchenexperten des Deutschen Einzelhandels. Freuen Sie sich auf einen hochkarätigen Dialog zwischen Spitzenpolitikern und Top-Entscheidern des Handels. Setzen Sie Ihre individuellen Programmschwerpunkte auf die Themen Konsum 2020, Generation Z, Künstliche Intelligenz, Zukunft Personal, und viele mehr.

///// INTERNATIONAL

Tiktok wird Verkaufskanal
War zu erwarten: Kein Online-Medium im Internet für Jugendliche, das nicht für Werbung und E-Commerce geöffnet wird. Anders scheinen Plattformen wie Facebook, Instagram, Pinterest und nun auch Tiktok nicht zu rentieren. Die viel beachtete Plattform, auf der Teenies Karaoke inszenieren, ermöglicht nicht nur Werbung, sondern hat sich jetzt die Hashtag Challenges erdacht, berichtet Techcrunch: Wettbewerbe zu Themen, die Händler und Marken sponsorn und mit Kaufangeboten füllen können. So will Tiktok die Jugend zum Konsum bewegen. Die Onlinehändler-News beschreiben, wie Kroger's die Challenges nutzte.

Estée Lauder hübscht sich online auf
Da dürften einige Magazine und Außenwerber weinen: Estée Lauder setzt auf Social Media und will rund 75 Prozent seines Werbebudgets in entsprechende Kanäle umlenken, hat The Drum bei der Jahresbilanz 2018/2019 erfahren. 2015 investierte der Kosmetikkonzern, zu dem 30 Marken, unter anderen Mac, Clinique oder La Mer gehören, immerhin knapp 3 Milliarden Dollar in Anzeigen und Spots. Das Budget wird seither sicher nicht gekürzt worden sein. Zahlen vermeldet Estée Lauder auch: Knapp 15 Milliarden Dollar Umsatz im Geschäftsjahr, das Mitte August endet, oder ein Plus von 9 %.

Digitalsteuer verteuert E-Commerce
Ganz Europa wollte sich nicht darauf einlassen: Folglich führte Frankreich im Juli allein die Digitalsteuer von 3 % auf Umsätze von Tech-Konzernen ein, die meist aus den USA stammen. Amazon gibt diese offensichtlich an die Händler weiter und hat daher die Verkaufsgbühren entsprechend erhöht, berichtet T3N. Und weiter? Gut möglich, dass Online-Bestellungen in Frankreich jetzt ebenfalls teurer werden, weil die Händler die Gebührenerhöhungen weiterreichen. Und der Kunde? Der klagt über eine gut gemeinte Steuer, die nix bringt?

Walmart gegen Tesla
Sieben Solarpanele fingen Feuer: Walmart verklagt Tesla, das die Solartechnik gebaut und installiert hat. Die Vorwürfe listet CNBC auf: Nichteinhaltung von Standards, Betrug, Fahrlässigkeit. Angeblich haben Arbeiter ohne Spezialwissen die Anlagen geprüft. Walmart rüstete rund 240 Filialen mit Tesla-Modulen aus.

///// TRENDS & TECH

Die Tricks der Influencer
Gekaufte Freunde, automatisierte Likes und gegenseitige Kommentare: 60 Prozent der Influencer arbeiten mit unlauteren Methoden, stellt eine Studie von Hypeauditor fest. 37 Prozent der Konsumpäpste können auf echte Reichweite verweisen. Gründerszene berichtet über die Studie, ohne zu verraten, dass Hypeauditor sein Geld mit "Tiefenanalysen über Instagram" und dafür im Auftrag von Unternehmen Instagram-Accounts überprüft. Lesenswert ist das Stück also nicht wegen der Zahlen, sondern wegen der Tricks der Influencer.

Zahl des Tages
Fast möchte man sich die Hände reiben vor lauter Häme, wenn's nicht so tragisch wäre: Facebook bekommt seine Geschäfte und Plattformen nicht in den Griff un bezahlt 40.000 Dollar externen Sicherheitsberatern, wenn die Apps aufspüren, die Instagram-Daten absaugen und missbrauchen, weiß ZDnet. Datenschutz geht anders.

Start-up des Tages
Folie ums T-Shirt, Papier und Styropor im Paket, sowieso meistens ein Karton oder eine große Plastiktüte: Ohne Verpackung funktioniert der Online-Handel nicht. Start-ups wie Memo oder Kiezbett haben schlaue Ideen entwickelt, wie sich das ändern könnte: etailment beschreibt ihren Kampf gegen den Müll.

Favorit der Leser
Er war einmal der Superstar unter deutschen Managern, führte Bertelsmann und Karstadt, das er in Arcandor umbenannte. Doch Thomas Middelhoff scheiterte. Drei Jahre im Gefängnis hätten aus ihm einen anderen Menschen gemacht, erzählte er etailment im Interview, außerdem rechnet er mit seinen Fehlern ab und nennt Gründe für den Niedergang von Arcandor und Karstadt. Lesenswert.

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