Beginnen wir den Montag mit etwas Rock: Eine der Schlagzeilen gegen Ende der vergangenen Woche lieferte Neil Young: Er hatte Spotify vor die Wahl gestellt, entweder ihn selbst zu behalten oder den Podcaster Joe Rogan (und seine Covid-19-Äußerungen). Spotify entschied sich für Rogan. Am Wochenende nun haben Amazon und Apple Sonderangebote und Playlists für Youngs Musik aufgelegt, und Spotify kündigt an, Podcasts zu markieren, die Covid-19 diskutieren. Die Online-Welt ist vor allem eines: schnell.

///// HANDEL NATIONAL
Zalando verkauft ab Februar auch Apple und Beats
Wenn das kein Sortimentsausbau ist: Zalando verkauft seit Freitag Kopfhörer von Beats und kündigt an, vom 2. Februar an Apple Watch, AirPods, HomePods und Apple-Zubehör dazuzunehmen. Das gelte für Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz, so Zalando. Der Link zur Mode läuft über Wearables: "Wearables und Tech-Accessoires – wie Kopfhörer, Smartwatches oder Handyhüllen – gehören zur Mode von heute und komplettieren den persönlichen Stil." Sie seien daher "Teil unserer Vision, die erste Anlaufstelle für Mode und Lifestyle zu sein". Und sie sind mit Sicherheit Mittel zum geplanten starken Wachstum.

Gorillas ist von Berlin nach Frankfurt umgezogen – irgendwie
Die Gorillas Technologies GmbH, Dachgesellschaft des Schnell-Lieferdienstes, sitzt ab sofort in Frankfurt am Main. Das berichtet Lebensmittelzeitung.net unter Berufung auf Gorillas. Gorillas Operations Germany GmbH & Co KG bleibt samt Belegschaft in Berlin und steht so auch unverändert im Impressum der Website. "Aus dem Umfeld heißt es, dass der Schritt damit zusammenhängen könnte, dass in Frankfurt andere Gerichte für die Dachgesellschaft zuständig sind", so die LZ. Das wiederum habe mit der geplanten Verlegung der Firma nach Amsterdam und der (in Deutschland bereits eingetragenen) Umwandlung in eine BV zu tun. Frankfurt sei daher ein "Zwischenstopp".

Bei Lieferando wurde gestreikt
Fahrer des Lieferdienstes Lieferando haben am vorigen Freitag vor der Berliner Zentrale gestreikt. Die Erhöhung des "Rider"-Lohns auf elf Euro plus Boni sei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, die zum Streik aufgerufen habe, nicht genug, schreibt Morgenpost.de: "Unter anderem soll der Lohn laut NGG auf 15 Euro steigen und ein flächendeckender Tarifvertrag abgeschlossen werden." Lieferando wies dem Blatt gegenüber auf Sozialleistungen, Versicherungen und die Ausstattung der Rider hin, 90 Prozent der Fahrer bezögen Boni.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Zu laut, zu störend: Amsterdam lässt keine neuen Dark Stores zu
Im Dezember kündigte es sich bereits an (das "Morning Briefing" berichtete): Der Stadtrat von Amsterdam hat die Einrichtung neuer Dark Stores für Lieferdienste per sofort und für ein Jahr eingefroren. "Die Lieferungen dieser Firmen und die Abholung der Lebensmittel durch die Kuriere verursachen Menschenansammlungen, Lärm und Verkehrsbehinderungen. Dies führt zu Belästigungen für die Anwohner", schreibt die Stadt auf ihrer Website. Man arbeite an einem neuen Bebauungsplan "mit klaren Regeln für diese Art von Unternehmen".

H&M erwirtschaftet ein Drittel des Umsatzes online
H&M meldet für das abgelaufene Geschäftsjahr, das am 30. November 2021 endete, ein Online-Umsatzplus von 30 Prozent (auf Grundlage lokaler Währungen) und von 24 Prozent (berechnet in Schwedischen Kronen). Der Online-Anteil habe bei 32 Prozent gelegen – da der Konzern 199 Mrd. SEK Gesamtumsatz angibt (ein Plus von sechs Prozent), wären das 63,7 Mrd. SEK, also rund 6,1 Mrd. Euro. Für das Jahr 2022 kündigt H&M die Eröffnung von Online-Shops in Belarus, Kasachstan, Kolumbien, Peru und der Ukraine an, die Marke COS gehe in Australien und Saudi-Arabien online an den Start. Gegenwärtig ist das Unternehmen der Pressemitteilung zufolge in 54 Ländern online zu finden.

Britischer Elektro-Onliner AO erwägt Rückzug aus Deutschland
Der britische Online-Elektrohändler AO kündigt "eine strategische Überprüfung des Deutschland-Geschäfts" an. Als Gründe werden unter anderem der verstärkte Online-Wettbewerb und stark gestiegene Kosten für das digitale Marketing genannt; beide Faktoren seien langfristig. In den neun Monaten bis zum 31. Dezember 2021 sank AO zufolge der Umsatz in Deutschland im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2020 um acht Prozent, im Heimatmarkt lediglich um ein Prozent. Im Neunmonats-Vergleich mit 2019 allerdings steht Deutschland mit einem Plus von 67 Prozent besser da als Großbritannien (plus 58 Prozent).

Marks & Spencer startet Live-Shopping
Der britische Warenhaus-Konzern Marks & Spencer kündigt Live-Shopping für seine Website an. Die Sendungen würden von einem hauseigenen Experten moderiert und erlaubten Fragen, Chats und Sofortkäufe. Aus der Programmübersicht lässt sich folgern, dass die Sendungen wöchentlich mittwochs laufen, die nächsten Themen sind jedenfalls "Blumen und Essensgeschenke zum Valentinstag" am 2. Februar und "Valentinstag-Geschenke" am 9. Februar.

"Washington Post" sucht Amazon-Korrespondenten
Die US-Tageszeitung "Washington Post", die bekanntlich Jeff Bezos gehört, sucht TheGuardian.com zufolge einen Korrespondenten, der sich ausschließlich um die Berichterstattung über Amazon kümmert. Wie unabhängig mag der schreiben können? "Ein Alptraumjob", kommentiert "The Guardian" denn auch, fügt allerdings hinzu: "Aber eigentlich sind wir alle zu genau hinschauenden Amazon-Beobachtern geworden." Der zweiten Aussage schließt sich das "Morning-Briefing"-Team an.


///// TRENDS & TECH

Verkaufsstopps der Bundesnetzagentur betreffen fast ausschließlich den Online-Handel
1936 Produkte mit 21,4 Mio. einzelnen Geräten hat die Bundesnetzagentur im Jahr 2021 aus dem Verkehr des Online-Handels gezogen. Das berichtet Tagesschau.de. Insgesamt seien fast 23 Mio. Produkte gestoppt worden, der E-Commerce trug also ungefähr 93 Prozent zum beanstandeten Volumen bei – und diese Quote resultiert aus der Taktik der Behörde: "Online-Händler, die ihre Produkte in millionenfacher Stückzahl anbieten, stehen bereits seit Jahren besonders im Fokus der Ermittler", heißt es, "da sich bei vielen ihrer Produkte Sicherheitslücken auftun."

Treueprogramme: Warum Punktesammeln nicht mehr reicht
Loyale Kunden sind für Handelsunternehmen unbezahlbar. Doch viele Kundenbindungsprogramme sind zu unpersönlich – und verfehlen ihre Wirkung. Warum Händler ihre Loyalty-Programme gerade jetzt neu aufziehen sollten und was dabei zu beachten ist, erläutert Nadine Wolanke vom Softwareanbieter Salesforce in einem Gastbeitrag.

EU gibt Leitfaden für grenzüberschreitende Beschwerden heraus
Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz in Kehl munitioniert die Kundschaft mit einer von der EU finanzierten Broschüre: „Das darf doch wohl nicht wahr sein!“ legt dar, wer in Europa für welche Verbraucher-Beschwerde zuständig ist. Es geht um grenzüberschreitenden Handel innerhalb der EU, also vor allem um den E-Commerce. "Auch wenn Onlinehändler nicht gerade zur Zielgruppe des Verbraucherzentrums zählen, erscheint es doch sehr sinnvoll, dass sie sich mit den Materialien ,der Gegenseite' auseinandersetzen", rät Internetworld.de.

Facebook Messenger: Keine heimlichen Screenshots mehr
Meta (früher: Facebook) hat eine neue Verschlüsselung für seinen Messenger eingeführt. Zu den Neuerungen gehört auch, darauf weist Onlinemarketing.de hin, dass keine heimlichen Screenshots mehr möglich sind: Der Messenger meldet es, wenn das Gegenüber verschlüsselte Nachrichten fotografiert. "Ob Meta die Funktionen für alle Messenger-Apps unter seinem Dach ausweitet, bleibt abzuwarten", so die Website.

Zeitung: "Der NFT-Markt wird zusammenbrechen"
Non-Fungible Tokens (NFT) sind digitale Originale, deren Handel in jüngster Zeit gehörig an Fahrt aufnimmt – Samsung hat neulich einen digitalen Fernseher vorgestellt, der NFT kaufen und vorführen können soll. Alles Hype!, hält nun Handelzeitung.ch dagegen: "Der NFT-Markt wird irgendwann zusammenbrechen." Unter anderem, weil Kopien optisch nicht von den teuren Originalen zu unterscheiden seien und zur Handelsware werden könnten. Es sei viel zu teuer, das Netz auf unrechtmäßige Nutzung zu überwachen. Außerdem sei nicht ausgemacht, dass der Blockchain-Standard eines NFT sich wirklich dauerhaft hält.

///// NACHHALTIGKEIT

Kinder-Outdoor-Marke Namuk kommt nach Deutschland
Die Schweizer Kinderbekleidungs-Marke Namuk verkauft jetzt auch in Deutschland (und Österreich). Dazu gehören ein Online-Shop und der Vertrieb über Breuninger, Globetrotter, Engelhorn und andere Händler, wie Fashionunited.de schreibt. Namuk setze auf nachhaltige Materialien, unter anderem auf die Faser "Primaloft", die aus recycelten Synthetikfasern hergestellt werde. Um die Weitergabe der Jacken zu erleichtern, seien drei Etiketten für Namensschilder eingenäht.