Der Branchenverband HDE sieht die 2G-Regelung als Grund für die schwachen Umsatzzahlen und einen der größten Bremsklötze für den Einzelhandel. Die im Kampf gegen die Pandemie nutzlose Maßnahme müsse bundesweit beendet werden, lautet die Forderung von HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Sollte es soweit kommen, gehe er für 2022 von einem Umsatz von drei Prozent aus. Nun sieht es so aus, dass der Verband aber bald mit mehr Zuversicht in die Zukunft starten kann. Am Dienstag hat auch in Hessen ein Gericht gegen die 2-Regel entschieden, die Zahl der Bundesländer, in denen sie fällt, wächst ständig. Eine bundesweite Abschaffung dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein: Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz ist für den 16. Februar geplant.

///// HANDEL NATIONAL
Unklare Zukunft für Stylebop
Vor rund zwei Jahren landete Stylebop unter dem Dach von Fashion ID, einem Tocherunternehmen von Peek & Cloppenburg. Nun ist aber offen, wie es mit dem Online-Händler für Luxusmode weitergeht. Nach einem Bericht der Textilwirtschaft sei die Order für den kommenden Herbst gestrichen, im Sommer 2023 solle es aber weitergehen. Stylebop vergebe zur Zeit keine Termine für die Produzenten, im Online-Shop sei eine Verkaufsaktion mit hohen Rabattsätzen im Gange. Trotz der hohen Umsatzverluste in Folge der Pandemie bleibe Peek & Cloppenburg bei der Zielsetzung, bis 2026 in Europa die Nummer eins als Omnichannel-Multimarkenhändler für Mode zu werden. Marketing und Einkauf für Stylebop werde für dieses Jahr eingestellt, auf der Verkaufsseite ändere sich nichts.

Schwacher Dezember für den Einzelhandel
Der Einzelhandel hat 2021 einen schwachen Dezember erlebt, gegenüber dem Vormonat gingen die Umsätze nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts um 5,5 Prozent zurück. Als einen der möglichen Gründe sehen die Analysten die Einführung der 2G-Regel im Einzelhandel. Gegenüber dem Vorjahresmonat konnte der Handel das Niveau handeln. Rückgänge hat es auch für den Internet- und Versandhandel gegeben, hier sanken die Umsätze um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vorkrisenmonat Februar 2020 weist diese Teilbranche aber ein Plus in Höhe von 23,7 Prozent auf. Für das gesamte Jahr 2021 melden die Statistiker für den kompletten Einzelhandel ein leichtes Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zu 2020. Diese ersten Ergebnisse befänden sich innerhalb der Schätzintervalle. Beim Blick auf den stationären Einzelhandel habe es für die Bereiche Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren auch im zweiten Jahr der Corona-Krise Umsatzeinbußen gegeben.


DHL ändert das Angebot für kleinformatigen Warenversand
Vertragskunden beim internationalen Warenversand der DHL erhalten in Zukunft Zugriff auf zusätzliche Leistungen. Der Logistikkonzern integriert Warenpost International in das DHL-Geschäftskundenportal, möglich sei nun der Versand von kleinformatigen Waren in über 220 Länder und Territorien der Welt, heißt es von Unternehmensseite. Der Versand könne als warentragende, internationale Briefsendung erfolgen, die Kunden könnten die Sendungen verfolgen, des Weiteren bestünde die Möglichkeit der Einsicht in Rechnungen und Reports. Beförderung und Zustellung erfolge im Briefnetz der Deutschen Post und des jeweiligen internationalen Partners. Den Kunden stünden die Varianten "Standard" und "Premium" zur Wahl. DHL wolle sich mit diesem Schritt stärker nach den Bedürfnissen der E-Commerce-Kunden richten.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Diskussionen über eine Erhöhung der Prime-Gebühren bei Amazon
In den USA laufen Diskussionen, ob der Online-Konzern die jährlichen Gebühren für das Prime-Angebot, den Schnelllieferdienst und das Medienangebot erhöhen werde, schreibt Reuters. Ein solcher Schritt sei durchaus möglich, da Amazon durch höhere Gehaltstarife, Boni für neue Mitarbeiter und gestiegene Lieferkosten mit höheren Kosten arbeiten müsse. Trotz zu erwartender hoher Umsatzzahlen gingen Analysten von einem Anheben der Prime-Gebühren aus. Sie liegen momentan bei 119 US-Dollar, eine letzte Erhöhung um 20 US-Dollar habe es vor vier Jahren gegeben. Eine Anhebung sei ein logischer Schritt, denn die Treibstoffkosten seien ebenso angestiegen wie die Kosten für den Güterverkehr und die für die Waren selbst. Die Kunden wären bereit, höhere Gebühren zu bezahlen, da sie kürzere Lieferzeiten wünschten, so die Auffassung der Analysten. Amazon habe sich nicht direkt dazu geäußert, die Situation werde aber ständig beobachtet.

Ebay kooperiert in Großbritannien mit Black Girl Fest
Ebay hat sich in Großbritannien eine Verbesserung der Situation der Schwarzen Verkäuferinnen auf die Fahnen geschrieben. Ziel der Kooperation mit Black Girls sei es, den Händlerinnen gleichberechtigte Bedingungen und Möglichkeiten anzubieten und ihre Probleme und Wünsche besser zu verstehen und erfüllen zu können, meldet Tamebay. Nach den Angaben von Ebay UK habe sich die Zahl der Anfragen nach Schwarzen Anbieterinnen gegenüber 2021 um rund 40 Prozent erhöht. Schwarze Frauen fänden es aber schwieriger, die passenden Fördermaßnahmen und Unterstützung zu erhalten. Dabei wäre die Bereitschaft eines Unternehmensstarts bei multi-ethnischen Anbietern viermal so hoch wie bei weißen Geschäftsleuten. Ebay wolle den Mitgliedern von Black Girl Fest ein Trainingsprogramm anbieten, dazu gehörten zusätzlich Zuschüsse und gesenkte Gebühren. Das Programm umfasse die Unterstützung für 100 Ecommerce-Unternehmen.

Indien plant eine digitale Rupie
Im nächsten indischen Finanzjahr, das im April beginnt, soll es los gehen, dann will die indische Zentralbank eine digitale Rupie auf den Markt bringen. Dies kündigte Finanzministerin Nirmala Sitharaman in der Hauptstadt Neu-Delhi an, melden unterschiedliche Medien. Die Regierung des Landes reagiere damit auf die wachsende Popularität der digitalen Währung in Indien, die Zahl der Investoren liege zwischen 15 und 20 Millionen. Die Zentralbank weise aber auf die Gefahr von Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Preisvolalitität hin. Für eine Verringerung dieser Risiken sei eine Reglementierung des digitalen Kapitals erforderlich. Nach einer bisherigen Ablehnung der Crypto-Währungen, kündigte die Finanzministerin nun an, dass Einkommen, das beim Transfer von digitalem Kapital entstehe, mit einer Steuer von 30 Prozent belegt werden soll. Verluste solcher Transaktionen sollten nicht von den Steuern abgezogen werden können. Mit der neuen Währung erhoffe sich Sitharaman auch weitere Impulse für die digitale Wirtschaft des Landes.


///// TRENDS & TECH

MTI Technology und Quantum veranstalten Webinar zum Thema Datencenter
In der kommenden Woche steht eine neue Veranstaltung der Live-Webinar-Serie "MTI kompakt – Experten-Webinare rund ums Datacenter" im Kalender. Am 7. Februar 2022 informieren die Veranstalter MTI Technology und Quantum von 15:00 bis 15:45 Uhr unter anderem über das 3-2-1-Prinzip mit individuellen Backup- und Archivierungsstrategien. Zu den Themen gehören Datensicherungslösungen, eine Absicherung der Daten unabhängig vom Standort und die Einhaltung der Richtlinien der Datenhaltung. Die kostenlose Anmeldung ist hier möglich.

Schluss mit "Passt nicht": Wie ein Start-up aus Konstanz den Modehandel transformieren will
Retouren und Shopping-Frust verhindern, das ist die Idee hinter dem Start-up Opendress. Die Gründerinnen haben eine KI-Lösung entwickelt, die Onlinehändlern hilft, Modekunden mit Standardgrößen individuelle Größenempfehlungen zu geben, aber auch Kunden mit Nicht-Standard-Körpermaßen zu bedienen. Mitgründerin Verena Ziegler erklärt die Technik hinter der "Beawear"-Software im Etailment-Interview.

Pinterest hilft mit Augmented Reality beim Möbelkauf
"Try On for Home Decor", so nennt Pinterest das neue technische Modul, das Kunden für ihren Möbelkauf den Einsatz von Augmented Reality (AR) ermöglicht. Sie könnten die Produkte unterschiedlicher Hersteller nun nebeneinander auf einer Plattform miteinander vergleichen, denn sie Verbraucher würden die Möbel verschiedener Produzenten gerne kombinieren, zitiert Cnet.com Jeremy King, Senior Vice President of Engineering bei Pinterest. Die Plattform setze AR bei Make-up-Produkten bereits seit 2020 ein, die Verkaufszahlen seien deutlich gestiegen. Nach Informationen von E-Marketing-Spezialisten nehme das Interesse für die Nutzung von AR langsam, aber stetig zu, für soziale Medien sei dies ein logischer nächster Schritt.

Fünf Trends für den Ecommerce 2022
Nach einer neuen Untersuchung von Euromonitor erwarten die Marktforscher fünf Trends, die den Online-Handel in diesem Jahr bestimmen werden. Die Programme der Kundentreue sollen sich verstärkt auf das zukünftige Verhalten der Kunden und ihre möglichen Interessen konzentrieren und nicht nur auf das bisherige Verhalten reagieren. Besonders bei der Bestellung von Lebensmitteln und Essensgerichten gewinne die schnelle Auslieferung immer mehr an Bedeutung, doch auch in anderen Branchen sehen die Kunden lange Wartezeiten als Nachteil an. Als dritten Trend sehen die Forscher von Euromonitor die ständig wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten. 65 Prozent der Kunden machten sich Sorgen wegen des Klimawandels. 2022 und in den folgenden Jahren nähmen die Wünsche der Kunden zu, ihre digitalen Einkäufe selbst abzuholen. In Europa sei daher mit einer Zunahme der Paketstationen zu rechnen. An Popularität werde in der Zukunft auch der Einsatz von virtuellen Einkaufsmöglichkeiten gewinnen.


///// NACHHALTIGKEIT

Hurr startet den Wiederverkauf von Textilien
Bislang war Hurr auf dem Bekleidungsmarkt als Plattform für den Verleih und das Leasing von Textilien aktiv, nun erweitert das Unternehmen das Portfolio um den Wiederverkauf. Kunden könnten nun auf der Plattform Waren kaufen und verkaufen, berichtet Fashion United. Unter dem Motto "Keep it forever" hätten sie nun die Möglichkeit, dem Verleiher des Kleidungsstücks ein Kaufangebot zu machen. Der Schritt für die Angebotserweiterung folge einer Kapitalerhöhung im vergangenen Dezember um 5,4 Millionen US-Dollar. Zu den Kapitalgebern gehörte unter anderem die Investitionsfirma Octopus Ventures.