Was macht eine Marke groß? Convenience? Kundenverständnis? Kommunikation? Die Antworten füllen Lehrbücher und beschäftigen Professoren. Amazon macht offenbar weiter vieles richtig. Es kommt halt darauf an, Instrumente wie beispielsweise Instagram richtig einzusetzen. House of Sweets scheint den Dreh raus zu haben. Ob eine Kamera Living Packets groß machen wird, muss sich noch weisen.

///// HANDEL NATIONAL
Instagram als Turbo genutzt: Süßigkeiten werden zum Hype
Social Media ist ein probates Mittel, um Aufmerksamkeit zu generieren – wenn man das Instrument richtig zu spielen versteht. Wie es geht, hat jetzt House of Sweets gezeigt. Der vor rund eineinhalb Jahren in Braunschweig gegründete Laden hat mit Instagramm und prominenter Unterstützung der Rapper-Szene ("Was geht ab Leute? House of Sweets!") Süßigkeiten zum Hype gepusht. OMR.com hat die Erfolgsgeschichte nachgezeichnet.

Packung oder Website – identische Produktangaben sind Pflicht
Wer Lebensmittel online vertreibt, muss dort die selben Produktinformationen bereit stellen, wie auf den Verpackungen. Die Eismann Tiefkühl-Heimservice GmbH hatte Konsumenten auf die Möglichkeit von Unterschieden hingewiesen und die Angaben auf der Verpackung als verbindlich erklärt. Dafür war sie vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) abgemahnt worden. Zurecht, befand jetzt das OLG Düsseldorf: Die Unterschiede verstößen gegen die Informationspflichten nach der LMIV.

Penny weitet Verbreitung von "Scan & Go" langsam aus
Die digitale Transformation des Handels kommt in Deutschland Schritt für Schritt voran, Self-Scanning gehört aber noch zu den Ausnahmen. Jetzt hat die Rewe-Tochter Penny immerhin schon 100 ihrer 2150 Filialen mit „Penny Scan & Go“ ausgerüstet: Kunden, die sich die Scan & GO App heruntergeladen haben, können die gewünschten Waren im Laden scannen und anschließend den mobilen Self-Checkout-Service nutzen. Bis 15. August gibt es dafür auch noch 5% zusätzlichen Rabatt. Der Supermarktblog hat das Verfahren getestet und befindet: es könnte Maßstäbe setzen.


///// INTERNATIONAL

Amazon legt zu, Alibaba aber auch
Amazon ganz oben und dann kommt lang nichts - was im Onlinehandel gilt, trifft jetzt auch auf die wertvollsten Marken der Welt zu. Zumindest nach den Berechnungen, aus denen die Marketingberatung Kantar und die Agenturholding WPP gemeinsam ihr Ranking erstellen. Doch Obacht, ein Viertel der 100 weltweit wertvollsten Marken stammt mittlerweile aus Asien, 17 kommen aus China. Alibaba wird auf Platz 6 der BrandZ gelistet, hat allerdings nur 36,5 % des Markenwerts von Amazon.
Eine andere Rechnung macht das Portal digitalcommerce360.com auf: Nach dessen 2020 Online Marketplaces Report stellen Taobao und Tmall – beide im Besitz von Alibaba – den Branchenriesen in den Schatten, wenn es um die Marktplätze geht. Zusammen repräsentierten Amazon, Taobao und Tmall 65% des gesamten Umsatzes der Top 100 Online-Marktplätze im Jahr 2019.

Google hat was zu verschenken: Retail Listings für Händler
Google hatte Retailern bereits erlaubt, bei Google Shopping kostenfrei Product Listings einzustellen. Nun wird, so meldet onlinemarketing.de, das auch bei Google Search möglich gemacht – vorerst allerdings nur in den USA. Damit bekämen Händler die Möglichkeit, "ihre Produkte ohne Ad-Budget Millionen von Suchenden prominent zu präsentieren". Das Update könnte dem Wettbewerb geschuldet sein, wird vermutet: Amazon wird immer häufiger als Suchmaschine genutzt, gleichzeitig wächst die Relevanz von Social-Commerce-Optionen bei Facebook, Pinterest und Co.

///// TRENDS & TECH


The Box kann sprechen und hat eine Kamera
Man kennt das: Das Paket ist gut verschnürt, aber man wüsste gerne, wie es darin aussieht. Kein Problem für das deutsch-französische Start-up Living Packets, das soeben die zweite Generation seiner intelligenten Verpackung namens "The Box" präsentiert hat. Wie internetworld.de berichtet, bietet die Kiste bis zu 32 Liter Innenraum und ist in der Lage, Temperatur, Druck, Stöße, Bewegung, sowie das Gewicht (?!) im Inneren zu messen. Eine Kamera ermöglicht es, Dank eines 7,8 E-Ink-Display mit Gorilla-Glas Lieferungen schnell und bequem einzusehen. Und weil ein Mikrofon und ein Lautsprecher zur Ausstattung gehören, können auch akkustische Nachrichten übermittelt werden.

Keine Umkleidekabinen mehr: die Anprobe erfolgt virtuell
Haniff Brown will eine archaische Branche und den archaischen Prozess der Anprobe neu definieren und Bekleidungshändlern dabei helfen, ihre Kunden besser kennenzulernen – bis hin zu ihren genauen Hosen-, Schuh- und Hemdengrößen. Sein Start-up Fit:Match hat eine 3D-Technologie entwickelt, mit der Körper von Kunden in weniger als einer Minute gescannt werden können, um dann Empfehlungen für die passende Größe verschiedener Kleidungsstücke zu geben. Jetzt hat sich Fit:Match mit Brookfield, einem der größten US-amerikanischen Mall-Besitzer, zusammengetan, um die Technologie in Einkaufszentren im ganzen Land einzuführen.