Es sind noch zehn Wochen bis zum Beginn der Adventszeit, ständig ist es deutlich über zwanzig Grad warm, aber Supermarktregale sind längst mit Marzipan und Spekulatius gefüllt. Und das nicht wegen Corona. In den USA beginnt "The Festive Season" eigentlich im November. Doch jetzt hat die Beratungsfirma AlixPartners zum ersten Mal den Oktober zu ihren Prognosen für das Weihnachtsgeschäft hinzugenommen: Die übliche Definition der Weihnachtszeit sei in diesem Corona-Jahr "bedeutungslos". Mit Blick auf die Pandemie-Entwicklung in den USA, Großbritannien und Spanien, muss man fürchten, dass die Berater richtig liegen – nur anders als gedacht.

///// HANDEL NATIONAL

Top-100-Online-Shops in Deutschland: Von Amazon bis Schuhe24.de
Die Umsätze der deutschen Top-100-Onlineshops sind 2019 zweistellig gewachsen. Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr beträgt 11,6 Prozent bei einem Gesamtjahresumsatz von 37,52 Mrd. Euro. Dies ergab die gemeinsam von EHI Retail Institute und Statista durchgeführte Studie E-Commerce-Markt Deutschland 2020*, aus der nun das Ranking der Top-100-Onlineshops erscheint. Im Bereich Bekleidung können zwei Unternehmen besonders punkten: Zara.de und Aboutyou.de, das auf die 13. Position geklettert ist. Im Ranking der Top-100-Onlineshops befindet sich nur ein Lebensmittler (Rewe.de), bei Drogerie und Gesundheit fällt die Performance von Flaconi.de und Shop-apotheke.de besonders auf. Hier geht es zur Übersicht.

Sonntagsöffnung I: HDE fordert, den bislang regelmäßig erforderlichen Anlassbezug endlich abzuschaffen
Mit Blick auf die in den vergangenen Monaten immer wieder kurzfristig von den Gerichten gekippten Genehmigungen für Sonntagsöffnungen fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) rechtssichere Lösungen. Grundsätzlich seien Sonntagsöffnungen für den Einzelhandel und die Innenstädte von enormer Bedeutung. Für sicherere Termine zur Sonntagsöffnung seiner Geschäfte will der Handel bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, berichtet dpa. "Wir sind entschlossen, Verfassungsbeschwerde einzureichen, um Rechtsklarheit zu bekommen", zitiert Die Welt HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. "Wenn wir einen geeigneten Fall als Basis haben, könnte es noch im laufenden Jahr dazu kommen." Hintergrund ist, dass Sonntagsöffnungen zumeist nur begleitend zu Messen, Volksfesten et cetera zulässig sind, diese aber derzeit durch die Corona-Vorgaben der Länder nahezu ausgeschlossen seien. Ohne verfassungsrechtliche Prüfung ließen sich kaum noch rechtssichere Sonntagsöffnungen durchführen.

Zalando-Kunden können neuwertige gebrauchte Mode direkt auf der Plattform kaufen und eintauschen
Früher hieß es Second Hand, heute wird es pre-owned genannt. In beiden Fällen erstehen Käufer etwas, das zuvor anderen gehörte. Laut Zalando ist das Interesse für pre-owned Mode hoch und steige kontinuierlich, besonders unter Millennials. Seit gestern bietet die Online-Plattform für Mode und Lifestyle Kunden in Deutschland und Spanien an, ihre pre-owned Stücke bei Zalando gegen eine Gutschrift einzutauschen oder entsprechende gebrauchte Mode einzukaufen. Der Händler wirbt damit, ein qualitätsgeprüftes, tagesaktuelles Sortiment neuwertiger gebrauchter Mode für den Fashion Store zu kuratieren und Kunden einen unkomplizierten und verlässlichen Service anzubieten.

Sonntagsöffnung II: Es kommt darauf an, wie gefeiert wird - VG Berlin befindet geplante Öffnungen in Berlin für rechtswidrig
Covid19, immer wieder Covid19: Weil die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in diesem Jahr ebenso wenig unter nennenswerter Publikumsbeteiligung stattfinden wie das Abschiedsfest für den Flughafen Tegel, ist laut VG Berlin auch der Anlass für eine Ladenöffnung in ganz Berlin nicht mehr gegeben. Diese hatte die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales in Aussicht gestellt; die Gewerkschaft Verd.di hatte sich in einem Eilantrag dagegen gewandt. Das VG Berlin befand unter anderem, dass unklar sei, ob die geplanten Events noch den Charakter einer die Sonntagsöffnung rechtfertigenden Präsenzveranstaltung trügen. Das Urteil dürfte Wasser auf die Mühlen des HDE sein (siehe oben).


///// HANDEL INTERNATIONAL

Bei Metro zunächst abgeblitzt, bei Sainsbury's gelandet: Investor Kretinsky erweitert Portfolio
Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky erweitert sein Portfolio an Einzelhandelsunternehmen. Über seine Investmentfirma Vesa Equity Investment hat er sich mit einem Anteil von 3,05 Prozent an der britischen Supermarktkette Sainsbury’s beteiligt, was einem Wert von 130 Mio. Pfund entspricht. Zum Portfolio von Vesa gehören unter anderem auch Beteiligungen am US-Einzelhändler Foot Locker und an dem Kaufhausfilialisten Macy's. Mit seiner Investmentgesellschaft EP Global Commerce ist Kretinsky am Metro-Konzern beteiligt. Sein Versuch, seine Anteile auf über 29,99 Prozent zu erhöhen (siehe MB vom 14.9.), war bislang nicht erfolgreich  – das Angebot war vom Metro-Vorstand als zu niedrig abgelehnt worden.

///// TRENDS & TECH

Ein Bot für jeden Stop: Wie Chatbots helfen, die Customer Journey zu gestalten
Chatbots sind nicht die eierlegende Wollmilchsau. Sie können jedoch, falls richtig eingesetzt, an vielen Schritten in der Customer Journey helfen, um den (potenziellen) Kunden zu unterstützen und somit dem Unternehmen einen kompetitiven Vorteil verschaffen – sagt Andreas Belau, Geschäftsführer der Digitalagentur Chatchamp. In einem Beitrag für Horizont erläutert er, wie Chatbots helfen, die Conversion zu erhöhen, und stellt fünf Beispiele vor, wie Chatbots effektiv entlang der Customer Journey eingesetzt werden können. 

MEHR ZUM THEMA