Die Regierung Großbritanniens kämpft derzeit an vielen Fronten und ist dabei durchaus kreativ: Deutsche, die auf der Insel leben, bekamen in der vergangenen Woche Post vom Staat, da sie, wenn sie ihren Führerschein vor 1999 gemacht haben, berechtigt sind, LKWs bis 7,49 Tonnen zu fahren. Lieferwagenfahren werde gut bezahlt, heißt es in dem Schreiben. Den Fachkräftemangel unter anderem in Schlachthöfen will die Regierung nun mit Gefängnisinsassen und Asylbewerbern beheben. Aber auch global sind die Lieferketten gefährdet. Die Transportbranche ruft um Hilfe und warnt vor dem Kollaps durch Überarbeitung. Es stehen uns nicht nur wetterbedingt stürmische Zeiten bevor.

///// HANDEL NATIONAL
ProsiebenSat1 verkauft Online-Sexshop Amorelie
TV-Werbung hat den im Jahr 2013 in Berlin gestarteten Online-Sexshop Amorelie seit dem Einstieg des Medienkonzerns Prosiebensat1 groß gemacht, jetzt wurde er an die niederländische EQOM-Gruppe verkauft, zu der auch der Mitbewerber Beate Uhse gehört. Weitere Töchter sind das Erotikportal EasyToys, die niederländische Handelskette Christine le Duc und der norwegische Anbieter Kondomeriet. Motto des Konzerns: Das sexuelle Wohlbefinden auf ein höheres Niveau heben und dafür sorgen, dass jeder Europäer ein Sexspielzeug auf dem Nachttisch hat. 

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Verbessertes Kundenerlebnis – So optimieren Sie Ihr Online-Geschäft
Das Thema Payment wird von beinahe jedem fünften Händler als Herausforderung gesehen. Susanne Steinwart von PayPal, Händlerbund COO Tim Arlt und Markus Deibler von Luicellas Ice Cream diskutieren in der "Lunch & Learn Session" typische Fragen von Onlinehändlern.

Deutsche Post: Briefe werden bald teurer
Weil immer weniger Briefe versandt werden und die Margen somit sinken, die Kosten aber aufgrund höherer Löhne und Energiekosten steigen, will die Deutsche Post noch dieses Jahr die Portokosten erhöhen. Von zehn Cent auf 0,90 Euro pro Standardbrief ist die Rede. Damit liegt der Versandpreis noch deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 1,16 Euro. Die Bundesnetzagentur soll nächste Woche entscheiden. Die Erhöhung trifft vor allem Privatleute und Kleinunternehmen. Für große Firmenkunden will die Post Rabatte ausloben. 


DPD stellt autonomes Lieferfahrzeug vor
Schon bald könnte ein autonom fahrendes Zustell-Elektrofahrzeug, der „VanAssist" durch Deutschlands Städte rollen. Konzipiert wurde es in Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft, heißt es in einer Pressemeldung von DPD. Der „VanAssist" fährt allein vom Depot zum Liefergebiet. Der Zusteller kann das Fahrzeug über eine App zu einem Treffpunkt bestellen und dort zusteigen. Dabei sollen durch Konstruktion und Programmierung einzelner Komponenten im „VanAssisst", die Lauf- und Fahrwege einer Pakettour optimiert werden. Ein Datum für die Einführung findet sich in der Ankündigung nicht. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Transportbranche sendet internationalen Hilferuf - Mitarbeiter total überlastet
In den nun mehr als 18 Monaten Corona-Pandemie haben die Mitarbeiter in der Logistikbranche ganz besonders viele Belastungen ausgehalten. Matrosen zum Beispiel konnten wegen Grenzschließungen über die ganze Zeit ihre Schiffe nicht verlassen und haben quasi durchgearbeitet. Auch Mitarbeiter bei Frachtfluggesellschaften und LKW-Fahrer standen unter großer Arbeitsbelastung. Die Transportbranche (Verbünde, die 65 Mio. Arbeiter vertreten) sendete in der vergangenen Woche nun einen Hilferuf aus. Es drohe eine Unterbesetzung von Containerschiffen und -Häfen vor dem Jahresende, da viele Matrosen ihre Verträge nicht verlängertn. Sie wollten an Weihnachten bei ihren Familien sein. Guy Platten, Generalsekretär der Internationalen Schifffahrtskammer (ICS), warnt in einem offenen Brief an die Vereinten Nationen gar vor einem globalen Kollaps des Transportsystems. 

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Stellenangebot: Key Account Manager E-COMMERCE (m/w/d) für den europäischen Markt
Unsere Mandantin ist ein Hidden Champion im Bereich der Klebeprodukte, der mit weltweit ca. 700 Mitarbeitern von seinen Hauptsitzen in Holland und Deutschland aus äußerst erfolgreich global agiert. Für unsere Mandantin suchen wir schnellstmöglich für ihren deutschen Standort in der Nähe von Baden-Baden einen Key Account Manager E-COMMERCE (m/w/d) für den europäischen Markt. Unser Stellenangebot mit allen weiteren Details können Sie hier als PDF herunterladen.

Walmart tauscht Bezahlprogramm und sorgt für Unmut bei Kunden
Noch vor der Weihnachtssaison wird der US-Kaufhausriese Walmart sein Bezahlprogramm „Layaway" gegen den Bezahlservice „Jetzt kaufen - später bezahlen" austauschen, der über Affirm abgewickelt wird. Nachteil für die Kunden:innen: Beim jetzigen System fallen keine Mehrkosten an. Je nach Kreditwürdigkeit können diese beim neuen System bis zu zehn Prozent Zinsen bedeuten und viele könnten bei der Kreditgenehmigung durchfallen. In den Sozialen-Netzwerken brach ein Sturm der Entrüstung auf Walmart ein. O-Ton: Das Unternehmen wolle den Kunden die Weihnachtsfreude nehmen. 

Coolblue will an die Börse und Deutschland erobern
Der zweitgrößte niederländische Online-Händler Coolblue verkauft vor allem Unterhaltungselektronik und Haushaltswaren. Noch im Oktober will das Unternehmen an die Amsterdamer Börse, berichten niederländische Medien, und dabei eine Bewertung von drei bis vier Mrd. Euro erreichen. Laut Unternehmensgründer und Firmenchef Pieter Zwart soll mit dem frischen Geld vor allem das Geschäft in Deutschland ausgebaut und das Angebot erweitert werden. Bereits in den vergangenen Jahren hat Coolblue sein Angebot auf den Energiesektor ausgedehnt und verkauft Solarpanelen und Ladestationen für Elektroautos.

US-Lebensmittellieferdienst Gopuff eröffnet Omnichannel-Laden
Im kalifornischen San Francisco ist schon so manche Idee ausgetüftelt und erfolgreich umgesetzt worden. Vielleicht geht der US-Lebensmittellieferdient Gopuff deshalb dort mit einem ersten Omnichannel-Laden an den Start. Dieser soll mit digitalen Bestellterminals ausgestattet sein, an denen Kunden:innen Getränke, Eiscreme, Windeln und andere Waren ordern können. Die Mitarbeiter holen diese Bestellungen dann aus einem Warenlager, das auch Online-Bestellungen abwickelt, und bringen sie zum Kunden. Laut Unternehmenssprecher sollen im Rahmen der Expansion zudem weitere Einzelhandelsgeschäfte eröffnet werden. 

///// TRENDS & TECH

TV-Werbung bei UK-Onlineshops beliebt
Traditionelle Fernsehwerbung erfährt in Großbritannien dank des E-Commerce gerade eine Renaissance. Wie eine Analyse von Thinkbox ergab, investierten Online-Unternehmen zwischen Januar und Juli 2021 für kommerzielle TV-Werbung 559,9 Mio. Pfund, das sind 37 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2019. Besonders aktiv sind Online-Gebrauchtwagen-Dienste mit einem Anstieg von 235 Prozent sowie Online-Lebensmittel-Lieferdienste mit 194 Prozent. Auch Social-Media-Unternehmen haben 2021 erstmalig in TV-Werbung (10 Mio. Pfund) investiert. Gründe für den Boom sieht Thinkbox zum einen in der Signalwirkung des Fernsehens, das Vertrauen und Qualität signalisiere. Es habe eine Schaufensterfunktion. Ferner wurden die Buchungsfristen gelockert. 

Deutsche Verbraucher finden Mehrweg-Geschirr gut
Laut einer Studie der Marketingagentur Mintel wären 72 Prozent der befragten Verbraucher:innen bereit, einen Pfand für Mehrweg-Geschirr bei Essenslieferdiensten zu bezahlen. Mehr als ein Viertel der Befragten lehnt Lieferdienste gerade wegen des anfallenden Plastikmülls generell ab und 36 Prozent behaupten von sich, nicht bei Restaurants zu bestellen, die schwer recycelbare Verpackungen verwenden. Stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob man bei Mehrweg-Geschirr die gleiche Nutzenrechnung aufmachen muss wie bei Stofftaschen. Diese müssen mindestens 173 Mal genutzt werden, bevor sie nachhaltiger sind als Plastiktüten. 

///// NACHHALTIGKEIT

Outdoor-Retailer: Daseinsberechtigung nur mit Klimaschutz
Unter dem Namen „Outdoor Retailer Climate Commitment“ (ORCC) haben sich fünf große europäische Outdoor-Händler zusammengeschlossen, die sich gemeinsam für den Klimaschutz und die Erreichung der Pariser Klimaziele einsetzen und wirtschaftlichen Druck auf die Industrie ausüben wollen. Mit dabei sind der Outdoorhändler Yonderland (ehemals A.S. Adventure Group aus Belgien), die Bergfreunde GmbH, Bergzeit GmbH, Sportler Gruppe (Oberrauch Gruppe, Italien), und die Internetstores AG. Die Klima-Selbstverpflichtung bedeutet auch die Entwicklung und das Angebot nachhaltiger Produkte mit geringem Emissionsgrad. 

Amazon fördert naturbasierte Projekte an seinen Standorten in Europa
Im Rahmen seines „Right Now Climate Fund" will Amazon 20 Mio. Euro für Projekte zur Verfügung stellen, die die Umweltbedingungen in europäischen Gemeinden mit Amazon-Standorten verbessern. Als Beispiel nennt der Online-Riese die bereits bestehende Zusammenarbeit beim städtischen Forstwirtschaftsprogramm Parco Italia, das sich zum Ziel gesetzt hat, 22 Mio. Bäume - einen Baum pro Stadtbewohner - in 14 italienischen Großstädten zu pflanzen. Von Amazon erhält Parco Italia nun zwei Mio. Euro für strategische Planung und  erste Baumpflanzungen. Die Aktionen tragen zur Verbesserung der Klimabilanz bei und dienen der Erreichung der Selbstverpflichtung, die Amazon als Mitbegründer von „The Climate Pledge" eingegangen ist.