Liebe Leserin, lieber Leser, alles redet vom Digitalisieren. VW treibt's deshalb zu Amazon: nicht auf den Marktplatz, sondern in Amazons Cloud. Möglich, dass daraus einmal ein neuer Marktplatz für Autoservices wächst. Bei der Arbeit heißt vernetzt nicht immer gleich praktisch. Früher reichte ein Anruf, um Kollegen zu kontakten. Heute wird gechattet, gemailt, gewhatsuppt, geslackt. Nicht nur Babyboomer verlieren da die Übersicht. Mit etwas Schadenfreude lesen wir, dass Banker sich nicht um neue Kanäle kümmern und daher den Kontakt zum Kunden verlieren.

VW und Amazon geben Gas
Produktiver und schneller werden will VW-Chef Herbert Diess – mit Hilfe von Amazon. Zwar sehen die Wolfsburger den Verkauf von Autos über Amazon kritisch. Doch in Sachen Digitalisierung verlässt sich der Autobauer auf Amazons Cloud, berichtet die Süddeutsche. In einer "Industrie-Cloud" sollen die 122 VW-Fabriken in aller Welt und 650.000 Mitarbeitende an allen Standorten miteinander vernetzt werden, aber auch Zulieferer, Lager, Maschinen, autonome Fahrzeuge. Wie VW-Partner Microsoft diesen Deal findet, wird nicht kolportiert. Der Software-Hersteller vermarktet die Hochleistungs-Cloud Azure und soll mit VW an neuen Auto-Services basteln.

Auto1 setzt 2,9 Milliarden um
2018 hat Auto1, Betreiber von WirkaufendeinAuto.de, knapp drei Milliarden Euro umgesetzt. Wenigstens das Geschäft auf dem Heimatmarkt sei profitabel, erzählte Mitgründer Christian Betermann der Gründerszene. Insgesamt schreiben die Berliner rote Zahlen: natürlich für Wachstum, obwohl sich das 2018 verlangsamt hat.

Dream Market gibt auf
Drogen, Daten und gefälschte Produkte standen im Angebot. Jetzt gibt mit dem Dream Market einer der ältesten Marktplätze im Darknet auf. Nicht weil er von den Sicherheitsbehörden überwacht wurde, sondern vor allem weil er zuletzt immer wieder Angriffsziel von Bot- und Computernetzen wurde, die seine Server lahm legten. 

Kapital für Fliit
Die Mitfahrzentrale für Lebensmittel, Fliit, hat Investor Carsten Maschmeyer und die Reederei Maersk als Investoren gewonnen. Fliit vermittelt Transportfahrten für Lebensmittel, bewegt im Monat rund 20.000 Paletten und setzt damit bereits eine knappe Million Euro im Monat um.

Banken vernachlässigen online
Auch wenn's die Banker selbst nicht glauben wollen: Kredite lassen sich übers Smartphone verkaufen. 48 Prozent aller digitalen Kundenkontakte zu einer Bank werden in Deutschland bereits mit dem Smartphone aufgenommen. Jeder zweite Kunde überweist sowieso schon per App und 62 Prozent ist die Internetseite wichtiger als die Filiale. Trotzdem vernachlässigen Banken das Online-Geschäft, resümiert das Handelsblatt (Paid Content) aus einer Studie. Im europäischen Vergleich sollen die deutschen Geldhäuser besonders schlecht abschneiden.

INTERNATIONAL

Wechselstube für Crypto-Geld
Der japanische Online-Händler Rakuten wird Anfang April zur Wechselstube für Crypto-Währungen. Schon seit einiger Zeit verfügt Rakuten über eine entsprechende Lizenz, außerdem hat das Unternehmen im vergangenen Jahr Everybody's Bitcoin für umgerechnet 2,5 Millionen US-Dollar gekauft. Das Wallet wird jetzt umbenannt in Rakuten Wallet, startet ebenfalls Anfang April und tauscht Bitcoins gegen Yen, Dollars oder Euros.

Youtuber machen mobil
Einer der rührigsten Youtuber, Dr. Grandayy, im realen Leben Musikprouzent aus Malta, ruft nun seine Kollegen zu "Urheberaktivismus" auf und will gegen das Urheberrecht, das am Montag das EU-Parlament verabschiedete, klagen.

Kapital für Matratzen
Das US-amerikanische Start-up Caspar, das auch in Deutschland Matratzen vertreibt, bekommt 100 Millionen US-Dollar Risikokapital von verschiedenen Investoren und erhöht damit seinen Wert auf mehr als eine Milliarde Dollar. Das 2014 gegründete Unternehmen hat im vergangenen Jahr mehr als 370 Millionen Dollar umgesetzt, arbeitet noch nicht profitabel – auch weil es eigene Läden eröffnet, den ersten 2018 in New York.


TRENDS & FAKTEN

Matratzen-Umtausch
Der Europäische Gerichtshof stellt fest: Eine Matratze muss umgetauscht werden, auch wenn der Käufer die Schutzfolie entfernt hat (AZ: C-681/17). Damit endet ein Rechtsstreit, der 2014 in Deutschland begann, nachdem ein Händler das Widerrufsrecht eines Matratzenkäufers nicht anerkannt hatte.

Zahl des Tages
Weltweit wurden 2018 mehr 1,1 Billionen US-Dollar für Akquisitionen und Zukäufe im E-Commerce ausgegeben. Das sind 20 Milliarden mehr als 2017. Besonders ins Gewicht fiel der Kauf von Flipkart – Walmart hat dafür rund 16 Milliarden Dollar ausgegeben.

Start-up des Tages
Oeeda will den bewussten Konsumenten besser verstehen lernen – durch Marktforschung und Umfragen. Vorgestellt von Etailment.

Favorit der Leser am Vortag
Die ersten alltagstauglichen E-Mobile rollen jetzt an. Etailment hat sie sich vorführen lassen.

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