Das gibt es wirklich: ein Zahlungsmoralbarometer für Asien. Erstellt wird es von Atradius, einem globalen Anbieter von unter anderem Kreditversicherungen, Bürgschaften und Inkassodienstleistungen. Alarmierend sei, so der aktuelle Bericht, dass im asiatischen Firmengeschäft über 50 Prozent der in der Pandemie gestellten Rechnungen nach Ablauf der Zahlungsfrist noch nicht bezahlt seien. Um die Liquidität zu sichern, seien viele Firmen gezwungen, Verzögerung von Zahlungen an die eigenen Lieferanten einzuführen. Trotz dieser Abwärtsspirale sei die Stimmung in asiatischen Unternehmen zuversichtlich. Auch in Deutschland kommen optimistische Signale aus der Wirtschaft, so das DIW. Das ist die positive Nachricht zum Wochenende. 

///// HANDEL NATIONAL
Online-Schmuckhändler Vanbruun kommt nach Deutschland
Diamanten und Schmuck online bestellen und zuhause anprobieren (home-try-service), das ist der USP des schwedischen Online-Schmuckhändler Vanbruun, der nun auch in Deutschland gestartet ist. Bisher ist Vanbruun nur in Skandinavien vertreten. CEO und Gründer Victor Halvarsson bezeichnet die Öffnung für den deutschen Markt als Meilenstein für das im Jahr 2014 gegründete Unternehmen.

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Click to Pay und Scheme Tokens: Die neuen E-Commerce-Features von Visa, Mastercard, AMEX & Co.
Trotz der herausfordernden Situation in den vergangenen anderthalb Jahren sind die weltweit führenden Kreditkartenunternehmen in puncto Entwicklung nicht untätig gewesen. Für das E- und M-Commerce-Geschäft bringen sie im Jahr 2021 zwei vielversprechende Produkte auf den europäischen Markt: Ein System zur End-to-End-Tokenisierung von digitalen Debit- und Kreditkartenzahlungen sowie ein gemeinschaftlich betriebenes, digitales Karten-Wallet. Mehr

BLVRD-App startet in großen deutschen Städten
Wie finden die Kunden zurück in den Mode-Einzelhandel? Mit der BLVRD-App. Nach erfolgreicher Pilotierung seit Juli 2020 in Hannover geht die erste digitale Produktsuchmaschine für den lokalen Modehandel ab sofort in Hamburg und in der zweiten Jahreshälfte in Düsseldorf, Köln und München an den Start. Mittels der App wird digital gesucht, aber lokal gekauft. Sie versteht sich als digitales Schaufenster der Innenstadt, denn in ihr finden Kunden Händler, Marken, Artikel und die dazu verfügbaren Warenbestände in ihrer Umgebung. Ab sofort ist es außerdem möglich, online Waren zu reservieren. Der Einkauf per BLVRD-App ist nach Auswertung der Pilotdaten ein nachhaltiges Online-Shopping, da Retouren deutlich reduziert werden und somit CO2 gespart wird. Aktuell sind das laut einer Pressemeldung pro Monat 230 Kilo.

Konjunktur in Deutschland: DIW optimistischer als im März
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet in seiner Konjunkturprognose mit dem Titel „Deutsche Wirtschaft mit spätem Frühlingserwachen“ nach dem Ende der 3. Welle für dieses und das nächste Jahr einen Aufschwung. Die Wachstumsrate haben die Ökonomen aus Berlin von 3,0 Prozent bei der Prognose im März nun für dieses Jahr auf 3,2 Prozent angehoben, 2022 rechnen sie mit 4,3 Prozent. Bessere Aussichten gibt es auch beim IfW in Kiel mit einer Verschiebung von 3,7 auf 3,9 Prozent und beim RWI in Essen von 3,6 auf 3,7 Prozent. Das DIW ist vor allem für die Dienstleistungsbranche optimistisch, die von den Lockerungsmaßnahmen am meisten profitieren würde. In ihrer Prognose gehen die Wissenschaftler von nachhaltigen Öffnungsschritten aus. Aber die Risiken seien noch lange nicht gebannt, Rückschläge seien immer möglich. Probleme lägen weiter in den Lieferengpässen, die in der Industrie zu höheren Preisen führen würden, im Herbst sollte es aber zu einer Stabilisierung bei den Rohstoffen kommen. Die Inflationsrate von 2,7 Prozent in diesem Jahr und 1,8 Prozent 2022 werden beim DIW nicht als Problem eingeschätzt. Es gebe keinen Anlass vor einer großen Inflation zu warnen. Sie sei „immer noch moderat“, heißt es und „wir erwarten keinen kräftigen Preisschub“. Kräftig nach oben werde es aber beim Konsum der privaten Haushalte gehen. Nach einem Zuwachs von 0,8 Prozent in diesem Jahr lautet die Prognose für 2022 auf 8,3 Prozent, die Zuversicht der Verbraucher steige an. Die Auflösung der außergewöhnlich hohen Sparquote von 16 Prozent werde zu einem Konsumschub führen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Ebay steigt in Südkorea aus
Offiziell bestätigt ist die Nachricht noch nicht, aber berichtet wird trotzdem: Ebay soll demnach sein Geschäft in Südkorea an die zur Shinsegae-Gruppe gehörende E-Mart und den Plattformbetreiber Naver verkaufen. Der Deal bringe drei Mrd. Euro in die Kasse (vier Billionen Won). Ebay ist auch in Südkorea eine große Nummer und ist mit einem Marktanteil von etwa 12,8 Prozent im Vorjahr das drittgrößte E-Commerce-Unternehmen. 

Adobe Analytics sagt Mega-Umsatz am Amazon-Prime-Day voraus
Die Zahlen aus dem vergangenen Jahr scheinen kaum zu toppen, doch glaubt man dem von Adobe Analytics vorgelegten Adobe-Digital-Economy-Index könnte die Kauflust der US-Amerikaner:innen am diesjährigen Amazon-Prime-Day vom 21. bis zum 22. Juni 2021 alle bisherigen weltweiten Shoppingfestivals in den Schatten stellen. Der Analyse und einer Umfrage zufolge planen 58 Prozent der Amerikaner die Gelegenheit zum Einkauf zu nutzen. Laut Adobe werden von der Kauflust auch Mitbewerberplattformen profitieren. Die größten Rabattschlachten erwartet man für Elektronik und Spielwaren. Auch der auf den Zug aufspringende stationäre Handel werde positiv mitgezogen. Der Amazon-Prime-Day hatte im Jahr 2020 einen Umsatz von 10,4 Mrd. US-Dollar eingespielt. 

US-Markt: Online-Shops werden zu -Marktplätzen
Was Amazon kann, können wir auch - so lautet offenbar die Überzeugung großer Modehändler in den USA, die ihre Online-Shops zu Marktplätzen umbauen und stark nachgefragte Produkte von Mitbewerbern ins eigene Schaufenster holen. So geschehen kürzlich bei Outfitter, J.Drews und Express. Die Textilwirtschaft sieht darin einen Trend, mit dem die Modehändler den großen Online-Portalen die Stirn bieten wollen. 

Amazon verpflichtet Händler in Großbritannien zu vorbezahlten Retouren-Labels
Ab dem 4. Juli 2021 verpflichtet Amazon seine Händler im Vereinigten Königreich den Einkäufen immer gleich ein Retouren-Label beizulegen, das beim Besteller mit einem Aufpreis von 2,75 Pfund auf der Rechnung zu Buche schlägt, wenn die Zustellung über einen Paketdienst wie Hermes erfolgt. Der einzige Weg, diese neue Auflage zu umgehen, sei die Verwendung von Amazon FBA. Der Händler zahle dann die FBA-Gebühren für Rücksendungen (50 Prozent der Fulfillment-Gebühr) und nicht die Amazon Prepaid Return Labels


///// TRENDS & TECH

Warum Chefs Kunden und Mitarbeiter wie Gäste behandeln sollten
Pierre Nierhaus plädiert dafür, den Begriff "Kunde" abzuschaffen. Aber auch Mitarbeitern sollten Unternehmer wie Gästen begegnen, sagt der Change-Berater. Mit diesem Rezept krempelt er derzeit Unternehmen um. Im Interview erklärt Nierhaus, warum Freundlichkeit mehr ist als ein höflicher Umgangston - und wie sie sich einüben lässt.

Die Hälfte der Deutschen sind digital unbedarft
Auf der Basis einer repräsentativen Umfrage ist der DsiN-Sicherheitsindex zur digitalen Sicherheitslage von Verbraucher:innen in Deutschland pünktlich zum DsiN-Jahreskongress erschienen. Er bescheinigt mehr als der Hälfte aller Bundesbürger (59 Prozent) eine gewisse Unbedarftheit bei der Internetnutzung. 17 Prozent würden sogar bewusst auf jede Sicherheitsvorkehrung verzichten. Dies stelle eine Verschlechterung zum Vorjahresergebnis dar. Die Nachlässigkeiten zeigten sich zum Beispiel bei der Prüfung der Zugriffsrechte bei Apps (50 Prozent), der Nutzung eines Passwortmanagers (31 Prozent) oder der Verschlüsselung der eigenen Festplatte (27,1 Prozent). Prof. Dr. Christian Kastrop, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, weist darauf hin, dass das Wissen der Deutschen über sicheres Verhalten im Internet durchaus gegeben sei, dieses aber nicht praktisch umgesetzt werde. Da wolle sein Ministerium ansetzen. 

Der Online-Werbewirtschaft droht großes Ungemach
Ein Ire hat sich auf dem Weg gemacht, das Real-Time-Bidding in der Online-Werbung mit Datenschutzargumenten zu stoppen, und zwar gleich das ganze Geschäftsmodell. Bürgerrechtsaktivist Johnny Ryan klagt vor dem Landgericht Hamburg gegen die Praxis der heutigen Onlinewerbung, die er als „größtes Datenleck der Geschichte" bezeichnet. Auf der Beklagtenseite befinden sich mit dem IAB Tech-Lab eine Branchenorganisation, die technische Standards für die Werbebranche festlegt, die Online-Werbebörse Xandr (beide mit Sitz in Hamburg) und ein Fachportal für Onlinemarketing. Mit Real-Time-Bidding wurden im Jahr 2019 allein in Europa Umsätze in Höhe von 6,6 Mrd. Euro gemacht. 

Amazon kämpft mit gefälschten Kundenbewertungen
Nichts Geringeres als die Glaubwürdigkeit der Kundenbewertungen auf der Amazon-Plattform steht auf dem Spiel. Deshalb wehrt sich der Online-Riese nun öffentlich gegen die in zahlreichen Berichten vermeldeten vermeintlich „organisierten" Bemühungen, den Marktplatz mit bedeutungslosen 5-Sterne-Bewertungen im Austausch gegen kostenlose Produkte oder Bargeld zu spammen. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen über 200 Mio. mutmaßlich gefälschter Bewertungen gestoppt, bevor sie jemals von einem Kunden gesehen wurden, heißt es in einem Blogbeitrag, über den CNBC berichtet. Social-Media-Agenturen sollen nun helfen, die Fälschungen zu stoppen. Besonders im Fokus sei dabei Facebook

///// NACHHALTIGKEIT

Gemeinnützige Kleidersammler bekommen kommerziellen Mitbewerber
Das dürfte die Kleiderkammern des Deutschen Roten Kreuzes und anderer Wohlfahrtsverbände ein Dorn im Auge sein: Die Gerry-Weber-Gruppe hat Mitte April in 30 Filialen Sammelboxen für getragene Kleider und Schuhe aufgestellt und sammelt darin nicht nur Artikel der zum eigenen Konzern gehörenden Marken. Die Nachhaltigkeitsstrategie bei Gerry Weber sehe vor, langfristige Verantwortung für die Ressourcen zu übernehmen, heißt es in einer Pressemeldung. Altkleider und -Schuhe gehen an den Kooperationspartner I:CO (I:Collect GmbH). Dieser bereite die Textilien entweder auf oder führe sie einer am ökologisch sinnvollsten Weiterverwertung zu.