Die deutschen Privathaushalte sind so reich wie nie, verkündete gestern die Bundesbank. Das klingt gut und stimmt hoffnungsvoll  auch für die Weihnachtszeit. Wenn Elektronik, Bücher und Spielzeug knapp werden, erfreuen sich dann hoffentlich virtuelle Produkte großer Beliebtheit, denn sie kennen keine Lieferengpässe. Wie wär's mit Reise- und Abenteuergutscheinen oder gleich den Luxustrip in ferne Länder, die in der Post-Corona-Zeit für jeden Gast dankbar sind. Die Reisebranche hat in den vergangenen 18 Monaten ebenfalls online stark aufgerüstet. Auf geht's!

///// HANDEL NATIONAL
Verbraucher monieren mangelnde Interessensschutz durch Staat und Behörden
Der Verbraucherreport ist ein wichtiges Stimmungsbild zur Gemütslage der Konsumenten in diesem Land. Was treibt sie um? In einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) geben 1.500 Befragte als dringlichstes Problem das Themenfeld Digitales und Internet an. Gerade hier sehen 86 Prozent den Staat in der Verantwortung, 56 Prozent fühlen sich jedoch gerade von Staat und Behörden nicht ausreichend geschützt. Jede dritte Beschwerde, die derzeit bei Verbraucherzentralen in Deutschland aufgenommen werde, richte sich gegen einen Onlinehändler, heißt es beim vzbv. Vor allem verweigerte und ignorierte Widerrufe entzürnte die Verbraucher. 

Zalando-Chefs unter den reichsten Mode-Unternehmern
Anno 2008 haben Robert Gentz und David Schneider Zalando gegründet. Nur 13 Jahre später sind sie nun nach den Recherchen der Textilwirtschaft 1,16 Mrd. Euro schwer und gehören damit zu den 15 reichsten Mode-Unternehmern. Die Lebensläufe von Gentz und Schneider zeigen, wie wertvoll und prägend das Studium an einer Elite-Uni sein kann. Beide kennen sich von der Otto Beisheim School of Management. 

Neuer Medikamentenlieferdienst Mayd holt sich Finanzspritze
Eine illustre Runde von Business-Angels ist beim Start-up Mayd eingestiegen, einem Schnell-Lieferdienst für Medikamente, der gestern an den Start ging. Unter anderen Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, der Auto1-Gründer Hakan Koç sowie drei Flixbus-Gründer haben gemeinsam mit 468 Capital, Earlybird und Target Global insgesamt 13 Mio. Euro in die Kasse eingezahlt. Mayd-Chefs Hanno Heintzenberg und Lukas Pieczonka sind in der Gründerszene bereits durch die Firma McMakler bekannt. Mayd hat ein Lieferversprechen von 30 Minuten und ist, wie könnte es anders sein, in Berlin gestartet. Weitere Großstädte in Deutschland und Europa sollen folgen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Delivery Hero stärkt Marktposition in Mittelamerika
Über die App Hugo will sich Delivery Hero in Mittelamerika breit machen. Hugo stammt aus El Salvador, wurde vor vier Jahren gegründet, hat 1,3 Mio. registrierte Nutzer und ermöglicht die Bestellung von Essen, Lebensmitteln und Medikamenten. Delivery Hero soll bereits in Teilen Mittelamerikas mit der Marke Pedidosya vertreten sein. 

Online-Anteil bei Ikea wächst im Geschäftsjahr 2021 auf 30 Prozent gewachsen
Die Ingka-Gruppe sieht die Tochtergesellschaft IKEA weiterhin auf Erfolgskurs - trotz Pandemie und Lieferengpässen. Der Einzelhandelsumsatz stieg im Geschäftsjahr 2021 auf 37,4 Mrd. Euro, das sind 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr (35,2 Mrd. Euro). Man habe weiterhin in eine bessere digitale und physische Zugänglichkeit sowie echte Nachhaltigkeit investiert, heißt es in einer Pressemeldung. Es sei gelungen, die Einrichtungshäuser in Fulfillment-Einheiten umzuwandeln. Dank IKEA.com und der IKEA App stiegen die Online-Verkäufe von 18 auf 30 Prozent. Im zurückliegenden Geschäftsjahr sind weitere 26 Märkte eröffnet worden, darunter Stadthäuser in Wien und Tokio sowie IKEA-Décoration in Paris. 

Wie US-Präsident das Weihnachtsgeschäft retten will  
In der Pandemie-Zeit kommt so manches ans Licht, wie gestern zum Beispiel die Öffnungszeiten des Frachthafens der kalifornischen Metropole Los Angeles. Am Wochenende und nachts sei dieser normalerweise geschlossen, werde nun aber in einen Nonstop-Betrieb gehen, verkündete US-Präsident Joe Biden nach der Einigung mit Gewerkschaften, Betreibern und Spediteuren. Im Kampf gegen Lieferengpässe und -Staus schaltet auch der Hafen des Nachbarortes Long Beach auf Dauerbetrieb. Einen Schulterschluss erreichte Biden mit Walmart, UPS und Fedex, die ebenfalls Überstunden zugesagt haben. Ob die Maßnahmen das Weihnachtsgeschäft retten, bleibt ungewiss. 

Drogerie Müller mit Online-Angebot in der Schweiz
Über 40.000 Artikel können Kunden:innen in der Schweiz ab sofort beim Drogeriemarktbetreiber Müller online bestellen und in den Märkten abholen. Bereits im vergangenen Jahr ist Müller in Deutschland und Österreich mit seinem Click & Collect-Angebot gestartet. 

///// TRENDS & TECH

Linkedin zieht sich aus China zurück
Das Karriere-Netzwerk Linkedin des US-Tech-Giganten Microsoft ist das letzte große soziale Netzwerk aus den USA, das noch in China präsent ist. Nun zieht sich auch Linkedin zurück. Einem Bericht des Handelsblatts zufolge macht Microsoft die chinesischen Zensurvorgaben für den Rückzug verantwortlich. Sowohl Arbeitsumfeld als auch Compliance-Anforderungen seien herausfordernd. Microsoft nannte keinen genauen Grund. 

Shopify bringt globales ERP-Programm an den Start
Mit dem Ziel, Händlern stets aktuelle Daten über ihren Bestand, Produkte, Kundeninformationen und Bestellungen liefern zu können, hat die E-Commerce-Plattform Shopify ein globales Enterprise Resource Planning Programm (ERP) gestartet und arbeitet dafür mit ERP-Anbietern wie Microsoft Dynamics 365 Business Central, Oracle NetSuite, Infor, Acumatica und Brightpearl zusammen. Shopify verspricht Echtzeiteinblicke in vernetzte Daten, eine bessere Planung der Unternehmensressourcen und eine nahtlose Verbindung zwischen Workflow und sicherem Datenumfeld.  

Sumup kauft Fivestars
Für 300 Mio. US-Dollar hat das Fintech Sumup den US-Handelsspezialisten Fivestars gekauft und will nun in die USA expandieren. Fivestars ist wie Sumup ein Zahlungsdienstleister für Händler und erreichte zuletzt ein Jahresvolumen von 274 Mio. Euro. Es sei nun an der Zeit, dass die Präsenz des Unternehmens in den USA genauso groß sei, wie in Europa, wird Co-Gründer und Finanzchef Marc-Alexander Christ im Handelsblatt zitiert. Sumup ist in 34 Ländern aktiv und hat nach eigenen Angaben drei Mio. Nutzer.   

///// NACHHALTIGKEIT

Ebay Inc. will Emissionen bi 2030 um 90 Prozent reduzieren
Der Online-Riese Ebay Inc. hat gestern ehrgeizigen Ziele für den Klimaschutz bekannt gegeben, die er sich von der Science Based Targets Initiative (SBTi) genehmigen lies. Ebay will, ausgehend vom Basisjahr 2019, eigene Emissionen (Scope 1 und Scope 2) bis zum Jahr 2030 um 90 Prozent reduzieren. Das zu erreichen, sei im Rahmen des SBTi-Prozesses möglich, heißt es bei Ebay. Die Emissionen aus der Wertschöpfungskette durch nachgelagerten Transport und Vertrieb sollen im gleichen Zeitraum um 20 Prozent reduziert werden. Alle Büros und Rechenzentren werden bereits Ende dieses Jahres klimaneutral gestellt sein.