Er wächst und wächst und wächst – weil er bequem ist und Online-Händler offensichtlich viel richtig machen. Und so bestellt, wer einmal online kaufte, immer mehr. Das bescherte der Branche 2019 ein Wachstum von annähernd 12 %. "Deutschlands Onlinehandel ist auf der Überholspur", stellt Gero Furchheim, Präsident des Branchenverbands bevh, zufrieden fest. "E-Commerce wird immer effizienter und die Händler sind für weiteres Wachstum gut gerüstet. Die Steigerung der Kundenzufriedenheit zeigt dies eindrucksvoll." Wer sagt's denn, dass Handel in Deutschland Servicewüste ist?

///// HANDEL NATIONAL
Zufriedene Kunden bestellen mehr
Mode, Lebensmittel, Elektronik, Bücher:  Wer bereits online kauft, bestellt inzwischen schon mehrmals in der Woche – und immer öfter auf mobilem Gerät. Eine von drei Bestellungen wird über Smartphones oder Tablets organisiert. Das sind die wichtigsten Entwicklungen, die der Online-Handelsbverband bevh im vergangenen Jahr beobachtet hat. Und so steigen die Erlöse des Online-Handels stetig an, 2019 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 12 Prozent auf knapp 73 Milliarden Euro. Werden telefonische und schriftliche Bestellungen bei den Online- und Versandhändlern mit berücksichtigt, wächst der Umsatz sogar auf 94 Milliarden Euro an. Erfreulich.

Nicht günstig, aber lukrativ
Wegen Irreführung von Verbrauchern wurde die Hotel-Suche Trivago in Australien verurteilt. Das Unternehmen zeige nicht wie versprochen das jeweils günstigste Hotel an, sondern das, das die höchsten Provisionen für den Platz im Suchergebnis bezahle, meinten die Richter. Wie teuer Strategie die Düsseldorfer kommt, berichtet Gründerszene, muss noch ausgehandelt werden.

Smartphone-Bank für Unternehmer
20.000 Kunden lautet die Vorgabe für die deutsche Filiale: Seit Januar versucht die französische Mobile-Bank Qonto, Unternehmen und Selbständige als Kunden zu gewinnen. Dafür hat sie sich im Vorfeld mehr als 100 Millionen Euro gesichert, ein großer Teil des Kapitals fließt in Werbung und Akquise. Qonto tritt vor allem gegen die Sparkassen und Volksbanken an, die sich bevorzugt dem Mittelstand widmen. Die Investorenliste dürfte allerdings abschrecken: An Qonto ist der chinesische Konzern Tencent beteiligt, der auch das Qonto-Pendant Webank finanziert, außerdem Peter Thiels Fonds Valar und Hedosophia, weiß Financefwd. Qonto-Konkurrent Penta aus Berlin sucht indes noch Kapital zur Expansion.

Erfolgreicher Digital Commerce
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///// HANDEL INTERNATIONAL
Jeff Bezos Handy gehackt
Fünf Monate vor dem Mord am arabischen Journalisten Jamal Kashoggi soll Jeff Bezos Smartphone im Auftrag des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gehackt worden sein, schreibt das Handelsblatt und beruft sich dabei auf Recherchen des britischen Guardians. Danach wurde das mobile Device durch ein Video infiziert, das Bin Salman dem Amazon-Gründer per WhatsApp geschickt hatte. Bezos wiederum ließ sein Gerät analysieren, nachdem er 2018 mit privaten Fotos erpresst worden war. Der Hack wird jetzt mit Bezos Funktion als Eigentümer und Herausgeber der Washington Post zusammengebracht, für die der gegen Saudi-Arabien kritische Journalist Kashoggi ebenfalls schrieb.

Uber fokussiert Indien
Uber fokussiert seine Geschäfte in Indien: Der Fahr-Dienstleister hat seinen Essens-Lieferdienst Uber Eat dort an den Konkurrenten Zomato verkauft. Der Wert von Uber Eat in Indien wird auf 300 bis 500 US-Dollar geschätzt, dafür bekam Uber einen Anteil von knapp 10 % von Zomata, berichtet Nextweb.

Disney Plus startet früher
Eine Woche früher als geplant will Disney mit seinem Streaming-Dienst Plus in Europa durchstarten, berichtet Business Insider. Ab 24. März werden Familien für knapp 7 Euro pro Monat Disney-Filme angucken können. Mit Star Wars-Serien wie Mandolorian oder Baby Yoda will Disney+ Fans locken. Der Dienst ist bereits seit November in den USA verfügbar und erhöht die Konkurrenz für Netflix, Amazon, Apple und in den USA auch für HBO. Allerdings kritisiert die anvisierte Zielgruppe Teenager zunehmend den hohen Stromverbrauch von Streaming. Könnte den Start erschweren.

///// TRENDS & TECH


Bewertungen – eine Vertrauensfrage
Das kratzt nicht nur am Image, das kann auf Dauer Umsatz kosten: 55 % der Verbraucher halten Bewertungen bei Google nicht zuverlässig, 53 % geben nix auf Amazon-Urteile, und bei Check24 glauben 48 % den Kundenurteilen nicht. Die Wirtschaftswoche beschäftigt sich mit zwei Studien zum Thema Glaubwürdigkeit und Vertrauen, danach liegen regionale Portale eindeutig vor US-amerikanischen Konzernen. Die Rezensionen bei Kennstdueinen gelten unter Verbrauchern indes als vertrauenswürdig.

Inspiration gefragt
Verbraucher wollen sich in Supermärkten inspirieren lassen und kommen daher nur noch selten mit Einkaufslisten in den Laden, beobachtet der Supermarktblog. Der stationäre Handel könne und wolle nicht so recht auf dieses Bedürfnis antworten, heißt es dort, doch die Anbieter von Kochboxen wissen, diese Nische geschickt für sich zu nutzen. Hello Fresh, einer der Versender von Zutaten für Rezepte, glänzte vor Kurzem mit Zahlen. etailment beschäftigte sich ebenfalls schon mit dem schwierigen, kostenintensiven Markt.

Favorit der Leser
Expandieren und internationalisieren – das ist eine Wachstumsstrategie für den (Online)Handel. Google hat ein Tool entwickelt, mit dem Händler ihre Chancen in anderen Ländern testen und prüfen können. Damit aus Aufbruchstimmung Alltag werden kann – nützlich!