Liebe Leserin, lieber Leser, die Letzten können die Ersten sein, auch das gibt's im E-Commerce. Walmart startet jetzt mit der Lieferung in einem Tag, Amazon hat sie zwar angekündigt, testet noch und investiert in einen neuen Flughafen. Das Mammut ist diesmal schneller als der Hase – und in der Fläche besser aufgestellt: Vorstellbar dass Walmart einst aus seinen Filialen liefert. Wollen wir mal hoffen, dass die Händler bei ihren Strategien auch an die Paketboten denken, sie besser bezahlen und ausrüsten. Oder ist das im digitalen Turbokapitalismus etwa naiv?

Scout-Übernahme gescheitert
Für knapp sechs Milliarden Euro wollten die Beteiligungsgesellschaften Blackstone und Hellmann & Friedmann die Scout-Gruppe übernehmen. Sie scheiterten an den Aktionären, meldet das Manager Magazin. Denen waren die gebotenen 46 Euro pro Aktie zu wenig. Nur knapp 43 % nahmen an – zu wenig für die Mehrheit und die Übernahme. Dabei sollte es der teuerste Unternehmenskauf werden.

Verkaufen über alle Kanäle
Entweder nur online oder über alle Kanäle: Die Zahl der Cross- und Omnichannel-Händler ist im letzten Jahr um 14 % gestiegen, weiß das Kölner EHI Retail-Institut. Jeder Vierte von ihnen betreibt mehr als 100 Filialen. Erfolgreich bleiben allerdings auch die Pure Player. Nur ein paar Verkaufskanäle zu bespielen, also Multichannel, kommt allerdings langsam aus der Mode.

Mieten statt kaufen
Media Markt setzt jetzt auch auf die Sharing-Ökonomie: Zumindest in den Filialen können Kunden sich Fernseher, Waschmaschinen, Toaster oder Kaffee-Automaten mieten. Ist der Vertrag unterschrieben, berichtet die Lebensmittelzeitung (Bezahlinhalt), kann das Gerät sofort mitgenommen werden.

Lidl startet in Spanien
Online und über den Marktplatz Lola Market startet Lidl jetzt in Spanien durch. Der schwäbische Händler verkauft dort etwa 2000 Produkte, darunter sogar Frisches, weiß Internetretailing.

Beschaffung im Internet
Einkäufer von Unternehmen shoppen immer öfter online: Rund 1,3 Billionen Euro Umsatz wurden 2018 durch den Online-Verkauf von Industriegütern erzielt. Das sind laut Kölner Handelsforschung IFH rund 430 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Ein Großteil der Waren wird über spezialisierte B2B-Webshops und -Marktplätze bezogen.

INTERNATIONAL

Schneller als Amazon
Walmart will's wissen und führt in den nächsten Tagen die 24-Stunden-Lieferung für 200.000 Produkte aus seinem Online-Shop ein, und zwar in den Städten Phoenix, Las Vegas sowie in Südkalifornien. Bis Jahresende sollen laut CNBC drei von vier US-Amerikanern in den Genuss der Lieferung in einem Tag kommen. Walmart ist damit schneller als Amazon. Der Online-Händler hat zwar die Lieferung in einem Tag angekündigt, bietet bisher aber nur testweise einigen Prime-Kunden die Lieferung am gleichen Tag oder binnen zwei Stunden. Allerdings macht Amazon 1,5 Milliarden US-Dollar locker und baut einen Frachtflughafen in Cincinnati, dort sollen einmal 100 Flugzeuge starten und 2000 Menschen arbeiten, weiß Techcrunch.

Pack ma's: Roboter bei Amazon
Amazon testet in den USA Roboter fürs Picking. weiß die Lebensmittelzeitung. Die Maschinen namens "Cartonwraps" vom italienischen Hersteller CMC packen angeblich bis zu 700 Pakete pro Stunde und verrichten die Arbeit von 24 Menschen. Dafür kosten sie derzeit aber auch rund eine Million US-Dollar pro Stück.

JD.com automatisiert
Schneller, effizienter, gezielter: Der chinesische Online-Händler will besser ausliefern und setzt dabei auf Automatisierung. Für umgerechnet 55 Millionen US-Dollar beteiligt sich der Händler laut Techcrunch an Jiangsu Xinning Modern Logistics. Das Unternehmen bietet seit 1997 Services rund ums Lagern und Liefern und entwickelt Software zur Steuerung von Picking und Lieferfahrzeugen. 200.000 Autos wollen die Partner bis 2010 damit ausrüsten.

Instagram wird Marktplatz
Instagram mausert sich immer mehr zum Marktplatz. Nach dem Checkout-Feature, mit dem Marken über die Bilderplattform verkaufen sollen, gibt's nun auch einen Shop-Account, berichtet die Textilwirtschaft (Bezahlinhalt). Hier präsentiert ein Instagram-Team Mode, Kosmetik und Dekoartikel zum Kauf.


TRENDS & FAKTEN

Nike will weniger Retouren
Die Zahl der Retouren will Nike mit Hilfe seiner App mindern: In diese wird gerade das Tool Nike Fit integriert. Damit und mit Hilfe der Smartphone-Kamera können Sneaker-Fans ihre Füße messen und die Größe bestimmen. In den Nike-Filialen soll das Tools wiederum den Verkäufern helfen, die richtige Größe zu finden, berichtet Locationinsider.

16 Milliarden Euro für Filme
Um beinahe 25 % auf 16 Milliarden Euro sollen die Ausgaben von Streamingdiensten bis 2021 wachsen, berichtet Horizont. Die Prognose stammt wiederum von der Unternehmensberatung McKinsey, danach entfällt der Löwenanteil der Einnahmen auf Fernseh-Angebote und Filme. Die gute alte DVD indes mausert sich zum Ladenhüter.

Zahl des Tages
Für fair gehandelte Lebensmittel wurden 2018 1,6 Milliarden Euro ausgegeben, das bedeutet zwar ein Wachstum von 22 % gegenüber dem Vorjahr, aber nur einen Anteil von 1 % am Lebensmittelmarkt in Deutschland. Fairtrade bleibt Nische. Leider, meint Transfair-Vorstand Dieter Overath, der sich mehr Unterstützung für Bauern und Lebensmittelproduzenten, vor allem in Entwicklungsländern wünscht.

Start-up des Tages
Gesundheitsfragen von Frauen beantwortet Ava mit Technik: Das Start-up hat ein Armband entwickelt, das nachts Daten aus dem Körper seiner Trägerin aufnimmt. Die weiß dank des Healthtrackers besser Bescheid, ob sie verhüten soll oder wann die Periode kommt. etailment hat's sich erklären lassen.

Favorit der Leser am Vortag
Start-up im Handelskonzern: Commercetool-Gründer Dirk Hörig erzählt etailment, wie er sich und sein Unternehmen in die Strukturen von Rewe integriert hat. 


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