Ein Frachter blockiert den Suezkanal und sorgt damit für weitere Verzögerungen in den Lieferketten. Pro Stunde reduziert sich dadurch das weltweit abgewickelte Handelsvolumen um 400 Mio. US-Dollar. Der Ölpreis steigt bereits, auch andere Produkte wie Mikrochips und Textilien könnten teurer werden. Wieder wird klar, wie global und fragil die Handelswelt ist. Durch den Vorfall im Nadelöhr Suezkanal ist vor allem Europa betroffen. Bleibt zu hoffen, dass der Frachter baldmöglichst wieder Fahrt aufnimmt. Noch, so heißt es in den Wirtschaftsmedien, sei der Stau zu verkraften.

///// HANDEL NATIONAL
Wege aus der Krise, Teil 2: E-Commerce ist gekommen, um zu bleiben
Händler, die in der Pandemie-Zeit angefangen haben, konsequent online" zu denken, sind besser durch die Krise gekommen, heißt es im zweiten Teil des Etailment-Whitepapers zum Onlinehandel. Die Konsumenten haben ihr Verhalten gezwungenermaßen verändert. Welche Folgen das für die Händler hat und welche Punkte zu beachten sind, fasst Autor Wolfgang Borgfeld knackig in zehn Punkten zusammen. 

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Digital gerüstet für den Neustart im Einzelhandel
Ein erster Schritt zurück zur Normalität: Mit Click & Meet ist Einkaufen zu vereinbarten Terminen wieder möglich. Dabei unterstützt die Telekom mit der Online-Reservierung von MagentaBusiness POS. So lassen sich kinderleicht Shopping-Termine buchen – auch ohne eigene Website. Die Lösung ist kostenlos verfügbar und schnell einsatzbereit. Mehr

Bundesgerichtshof (BGH) erlaubt Extragebühr für Paypal-Zahlungen
Darf Flixbus für Zahlungen per Paypal oder Sofortüberweisung ein Entgelt von seinen Kunden erheben? Flixbus darf, denn diese beiden Zahlungsarten sind in Paragraf 270a des Bürgerlichen Gesetzbuches, der das entgeltfreie Bezahlen per Überweisung, Kreditkarte und Bankeinzug regelt, explizit nicht erwähnt. Die Musterklage der Wettbewerbszentrale wurde nun final vom Bundesgerichtshof abgewiesen. Somit steht es Händlern ab sofort frei, die Gebühren an ihre Kund:innen weiterzugeben. 

Noch mehr Geld für Gorillas
Nach 37 Mio. Euro im Dezember 2020 sammelt der Lebensmittel-Schnell-Lieferdienst Gorillas weitere 244 Mio. Euro ein und wird mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet. Große Investoren sind Coatue Management, DST Global, Tencent, Greenoaks und Fifth Wall. Die aktuellen Lieferkonzepte im Einzelhandel seien unflexibel und traditionell langsam, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit dem frischen Geld will Gorillas in zehn Länder mit 50 Städten expandieren. Auch New York steht auf der Wunschliste. 

Otto boomt und startet eigenen Payment-Dienstleister
Für den Versandhändler Otto war das Pandemiejahr ein gutes Jahr: 30 Prozent Plus bei 4,5 Mrd. Euro Umsatz, zehn Mio. Kunden (im Vorjahr sieben Mio.) und 3,7 Mio. Neukunden online oder mobil. Beim Umbau der Händler-Plattform liege man im Plan, der automatisierte Anbindungsprozess dauere nur noch zwei Stunden, berichtet Marc Opelt, Vorsitzender des Otto-Bereichsvorstandes. Ein eigener Payment-Dienstleister sei im Aufbau. Über diesen soll künftig die gesamte Zahlungsabwicklung für Händler und Marktplatzteilnehmer einheitlich gesteuert werden. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Boohoo überprüft Lieferketten und kappt Lieferanten
Mängel in Fabriken, schlechte Arbeitsbedingungen und negative Nachhaltigkeitsbilanz - all das sind Gründe für den britischen Online-Moderiesen Boohoo die Zusammenarbeit mit Lieferanten zu beenden. Nach einer unabhängigen Untersuchung in den vergangenen Monaten sind nun eine Reihe von Händler aussortiert worden, die nicht in der Lage waren, den hohen Standard der geforderten Transparenz nachzukommen. Zur Verbesserung seiner Lieferanten-Audit- und Compliance-Verfahren kündigte Boohoo ein "Agenda for Change"-Programm an und will eine vollständige Liste seiner britischen Lieferanten veröffentlichen.

Die Schönheit im Fokus
Bereits in der vergangenen Woche haben wir hier davon berichtet, dass sich die amerikanischen Frauen auf die Zeit nach der Pandemie vorbereiten. Eine aktuelle Studie von Wells Fargo bestätigt das. Befragt wurden 1.000 Frauen nach den Top-Produkten, die sie nach der Krise kaufen wollen. Platz 1 belegt Make-Up (40 Prozent), gefolgt von Ausgeh-Mode (37 Prozent). Ausgedient haben demnach Joggingklamotten und Haushaltsartikel. Deren Nachfrage sei bereits sehr gesunken. 

Alibaba kürt Start-ups und investiert Millionen
Über 2.000 Unternehmen aus 100 Ländern haben an der Jumpstarter 2021 Global Pitch Competition teilgenommen, einer Initiative des Alibaba Hong Kong Entrepreneurs Fund. Der Wettbewerb wurde online ausgelobt und in 220 Pitch-Sessions von über 127.000 Fans und Unterstützern verfolgt. Als Sieger von zehn Finalisten wurden zwei Start-ups gekürt, Rice Robotic aus Hongkong und Lingix AR Technology aus Peking. Beiden zusammen winkt nun die Investitionssumme von bis zu vier Mio. US-Dollar seitens des Alibaba Funds sowie weitere Co-Investments von Sponsoren. 

///// TRENDS & TECH

Social-Media-Ranking: Westwing, Thomann und Zalando vorne
Mit einem Plus von 82 Prozent bei den Interaktionen auf Facebook & Co. hat sich Zalando im Februar zurück in die Top 3 der E-Commerce-Unternehmen gekämpft. Welche Rolle dabei selbst bemalte Sneaker und Schokoherzen gespielt haben, lesen Sie im Social-Media-Ranking von Etailment und Storyclash.

Otto setzt auf Wildplastic
Aktuell sind die Versandtüten des Online-Warenhauses Otto aus recyceltem Plastik. Um noch nachhaltiger zu werden, geht Otto nun eine Partnerschaft mit dem Hamburger Start-up Wildplastic ein. Dessen Mission ist es, Kunststoffmüll, der weder recycelt noch innerhalb eines funktionierenden Abfallsystems korrekt entsorgt wird, in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Die Zusammenarbeit wurde im vergangenen Jahr bereits getestet. Das Feedback der Kund:innen sei sehr gut gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung.  

Verbraucher:innen sympathisieren mit lokalen Online-Shops
Was hält Verbraucher davon ab, bei internationalen Einzelhändlern online einzukaufen? Dieser Frage ist eine Studie im Auftrag der E-Commerce-Versandplattform Sendcloud nachgegangen. Sie zeigt, dass sich 61 Prozent der befragten Deutschen zunehmend um ihre lokalen Händler sorgen. Darüber hinaus vermuten sie beim Einkauf im Ausland hohe Lieferkosten (54 Prozent), mögliche zusätzliche Zollgebühren (51 Prozent) und komplizierte Rücksendeverfahren (45 Prozent). Den Beliebtheitsanstieg der lokalen Händler führt die Studie außerdem darauf zurück, dass immer mehr dieser Händler auch online zu finden sind und damit ihren Kunden ein nahtloses Einkaufs- und Liefererlebnis bieten können.